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Unwrdiges Sterben

 
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Mosimo
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Anmeldungsdatum: 17.02.2005
Beitrge: 654
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 12.10.05, 09:50    Titel: Unwrdiges Sterben Antworten mit Zitat

Ich bin fix und foxi. Mu etwas ausholen.

Meine Oma ist 94 Jahre alt und hat Alzheimer. 1994 muten wir sie zu ihrem eigenen Schutz (wegrennen ect.) in die geschlossene Abteilung eines Altenheimes geben-ich war damals Pfleger des Verfahrens und habe mir die Zustimmung nicht leicht gemacht.Ob ich heute bei Entscheidungen gefragt werde wei ich nicht.Ich kann es nur hoffen.

Nun ist Oma seit 7 Jahren bettlgerig,bekommt von der Umwelt nichts mehr mit-hilflos wie ein Neugeborenes. Der Schluckrefelx lie schon vor 7-8 Jahren nach und ist mittlerweile vllig zum erliegen gekommen. Sie steht kurz vor der Austrockung.
Mein Vater (der ihr Vormund ist) mu nun auf Anweisung des Heimes mit dem Arzt sprechen,um eine knstliche Ernhrung durchfhren zu knnen.

Aber er meint,es wre besser wenn sie stirbt.Sicher-es wre besser,es ist menschenunwrdig wie sie dort liegen mu.Aber ich kann einen Menschen doch nicht verhungern und verdursten lassen!!!!!

Ich fhre hier seit gestern schon heie Diskussionen mit meinen Eltern und meinem Mann. Ich bin fr Sterbehilfe.Und ich bin in bestimmten Situationen auch dafr,dass keine Lebensverlngerden Manahmen durchfhrt werden. Aber da gibt es doch andere Mglichkeiten-wenn auch nicht ganz legal.
Verhungern und verdursten lassen ist meiner Meinung nach das grausamste,was einem Menschen passieren kann!

Mir dreht sich der Magen um-und wenn mein Vater wirklich drauf besteht,dass keine Lebensvelngerden Manahmen durchgefhrt werden,dann werde ich alles dran setzten,das zu verhindern.
Und ich hoffe instndig,dass ich Bescheid bekomme,wenn meine Oma im Sterben liegt----sie war immer eine Oma wie aus dem Bilderbuch.Sie hat sowas einfach nicht verdient....ich mchte,dass sie ganz normal ruhig einschlafen darf und nicht vertrocknen mu.

Wie handhaben rzte das in solch einer Situation? Wre es mglich,dass sie der Arzt darauf einlt,sie nicht knstlich zu ernhren? Mein Vater mchte es auf keinen Fall-weil er s nur als Lebenverlngernde Manahme sieht.
_________________
Gru
Simone
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Jic
DMF-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 22.08.2005
Beitrge: 209
Wohnort: Belgien

BeitragVerfasst am: 15.10.05, 19:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Simone,
hat deine Oma bis krzlich selbst getrunken und gegessen?
Sie ist also schon 11Jahre am vegetieren im Heim, in einer geschlossenen Abteilung ..vllig hilflos und desorientiert...bekommt nichts mehr von der Umwelt mit...
Sie hat ihr Leben lang fr ihre Kinder ,Enkel und Familie gesorgt ; jetzt ist es an denen ,ihr einen letzten Dienst zu erweisen und sie wrdig sterben zu lassen.
Warum willst du das Sterben mit Leiden verlngern?
94 ist ein schnes Alter..nimm Abschied ..lass sie los ..lass sie gehen.
Wdig leben und Wrdig sterben.

Wenn einmal die Knstliche Ernhrung angefangen wurde darf sie nicht mehr gestoppt werden; dan ist es eben eine Frage ob sie an einer fatalen Lungeninfektion stirbt, oder eben das Herz es nicht mehr schafft .
Das kann dauern.
Wenn deine Oma natrlich das sie trinken will, bekommt sie natrlich etwas.
Anders wrde ich in de natrlichen Strebeprozess nicht eingreifen und sie lieber besuchen und sehen, das die letzten Tage jemand bei ihr ..ist..das sie nicht alleine ist, wenn es soweit ist...
Das ist der letzte Liebesdienst den du ihr erweisen kannst.
Ich wnsche dir viel Strke in der nchste Zeit,
Jic

p.s. bekommt deine Oma keine Schmerztherapie?
Man sollte in der letzten Lebensphase die Schmerztherapie maximal ausreitzen;auch wenn dies manchmal zu einem etwas frheren Ableben fhrt.
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Mosimo
DMF-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 17.02.2005
Beitrge: 654
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 16.10.05, 19:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jic,
ich habe nun mit dem Arzt gesprochen.

Es werden keine Lebensverlngernden Manahmen eingeleitet.Sie hatte letzten Monat schon eine Lungenentzndung,da hat der Arzt schon lange berlegt,ob er ihr noch AB geben soll. Er tat es noch mal. Er meinte zu uns,sie mchte einfach nicht mehr,daher verweigert sie die Flssigkeits-und Nahrungsaufnahme.Sie mchte einfach nicht mehr vegetieren.Und das kann ich zu gut verstehen.Leider hat sie keine Patientenverfgung,so dass mein Vater und ich entscheiden muten.Zum Glck ist ihr Arzt in diesen Sachen sehr zugnglich und kam von sich aus auf uns zu.
Sie bekommt nun Schmerzmittel,damit sie den Organausfall,der ja zwangslufig eintreten wird,nicht sprt.Das war mir das wichtigste.
Es ging mir nicht darum,sie weiter am Leben zu halten,sondern darum,dass sie friedlich gehen darf,ohne Schmerzen.

Ich wei nun nicht,wie lange sie so noch leben wird.Innerlich nehme ich schon Abschied.Ist schwer zu erklren-aber wir beide hatten immer ein sehr sehr enges Verhltnis zueinander.Mir hat dabei der Text von "Niemals geht man so ganz" sehr geholfen. Es wird ihr endlich nach so langer Zeit wieder gut gehen und wir sehen uns irgendwann,irgendwo wieder.Davon bin ich berzeugt.Ich gehre zwar keiner Kirche an,bin auch nicht glubig-aber ich glaube an ein Leben nach dem Tod. Deshalb finde ich auch,man sollte es den Menschen ermglichen,in Frieden zu gehen,ohne Schmerzen und Qual

Ich mchte hier dazu nicht mehr schreiben,ich habe ihr statt dessen auf meiner Homepage eine Seite gewidmet,die -wie ich glaube-all das ausdrckt,was zwischen uns bestand / besteht.Und dieses Band wird nie zerreien.Sie wird in mir immer weiterleben.

Aber es tut schon unsagbar weh,wenn man zum ersten mal einen Menschen verliert,der einem soviel bedeutet hat.
_________________
Gru
Simone
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