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PEG-schwierige Entscheidung fr Angehrige

 
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Annette Koch
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 29.09.2004
Beitrge: 994
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 04.11.06, 20:34    Titel: PEG-schwierige Entscheidung fr Angehrige Antworten mit Zitat

Liebe Angehrige!

Heute mchte ich das Wort mal an sie richten!

Sie haben hufig Entscheidungen zu treffen die sie als Betreuer eines zu Pflegenden zu treffen haben.

So die Situation: Ihr Vater oder ihre Mutter leidet an Schluckstrungen, Demenz ect. und es wird sich auf Dauer eine Mangelernhrung einstellen. Nun haben sie mit dem Hausarzt ihres Angehrigen die Entscheidung zu treffen PEG = Perkutane endoskopische Gastrostomie, ja oder nein?

Ich mache auf meiner Pflegestation vielerorts die Erfahrung, dass viele Angehrige vor einer "unberwindbaren Mauer stehen"?!

Welche Gedanken, Gefhle ect. bewegen sie die "richtige Entscheidung" fr ihren Angehrigen zu treffen?

Hier eine kleine Info:

http://de.wikipedia.org/wiki/Perkutane_endoskopische_Gastrostomie


Liebe Gre

Annette Koch
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AnnettLoewe
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 16.09.2004
Beitrge: 871

BeitragVerfasst am: 16.11.06, 17:22    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Frau Koch,

fr mich wird das mageblich davon abhngen, wie der Zustand z.B. meiner Mutter im brigen ist. Wenn Schluckstrungen den Schwerpunkt bilden, wir aber sonst noch oder zeitweise miteinander sprechen knnen, sie ihre Umwelt wahrnimmt etc. dann wrde ich mich fr die Sonde entscheiden. Auch dann, wenn ihre Wahrnehmungen inadquat sind, sie irgendwann in der Vergangenheit lebt, mich nicht erkennt, aber nette Gesten wahrnehmen und irgendwie am Leben teilhaben kann.
Die Grenze wre fr mich dort, wo es zu einer vlligen und irreversiblen Depersonalisation gekommen ist, sie also weder wei, wer sie selbst ist/mal war und keine Mglichkeit mehr hat, irgendetwas Sinnvolles zu tun.

Ich habe des fteren mit Patienten nach SHT etc. zu tun, die, mitunter auch nur zeitweise ber eine PEG-Sonde ernhrt wurden/werden. Mich schreckt so ein Ding nicht mehr als solches ab. Man kann auch mit einer PEG-Sonde leben und Freude haben...wenn ansonsten nicht zuviel "kaputt" ist.

Fr mich war das Anlass, mit meiner Mutter ber eine Patientenverfgung zu sprechen. Sie meinte zunchst, wenn Sie niemanden mehr erkennen knne, wrde sie auch nicht mehr leben wollen. Dann hab ich ihr erklrt, dass ich mich dann vielleicht trotzdem auf sie einlassen und ihr den einen oder anderen Gefallen tun wrde. Wir haben uns darauf geeinigt, dass die Grenze da sein soll, wo es uns (den Angehrigen) nicht mehr gelingt, ihr eine klitzekleine Freude zu machen.
Na jedenfalls haben wir uns gemeinsam bemht, eine halbwegs klare Patientenverfgung zu verfassen, die es ausschliet, dass sie lediglich mit Hilfe der Apparatemedizin/ Magensonde am Leben gehalten wird, wenn sie irreversibel so gar nichts mehr tun/wahrnehmen kann.
Es gibt fr diesem Fall auch eine Betreuungsverfgung und meine Schwester und ich werden gemeinsam entscheiden.
Mal sehen, ob das so funktioniert.

Herzliche Gre,
Annett Lwe
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Annette Koch
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 29.09.2004
Beitrge: 994
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 17.11.06, 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fr. Loewe!

Respekt! Ich habe selten so klare einsichtsvolle sowie einfhlsame Gedanken hinsichtlich der Entscheidung fr eine PEG erhalten. Wie ich lese haben sie genaue Vorstellungen fr pro und contra PEG! Meist reagieren Angehrige mit Panikreaktionen und entscheiden sich am letzten seidenen Faden, in denen praktisch der Angehrige mit sich selbst abgeschlossen hat , fr diese Art der Ernhrung. Sie wollen in dieser Situation sich nicht auf die Vorstellung der Sterbephase einlassen. Zugegeben wre es meine eigene Mutter wre genau zu berlegen ob ich ihr eine Art "Qual" aufbrden wrde, oder ob sich noch vielleicht wie sie beschrieben eine Art Lebensqualitt einstellt! Global gesehen ist jede Entscheidung die durch Angehrige getroffen wird nachvollziehbar. Nur fllt sie nicht immer zum Wohle des Vaters, der Mutter oder des zu Betreuenden aus.


In diesem Sinne bedanke ich mich fr ihre offenen Worte und verbleibe

mit freundlichen Gren

Annette Koch
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