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Wrdevolles Sterben?

 
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kuezi
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 30.03.2005
Beitrge: 26

BeitragVerfasst am: 02.02.07, 20:01    Titel: Wrdevolles Sterben? Antworten mit Zitat

Also ich habe folgendes Problem. Mein Opa (84) leidet seit einigen Jahren an Demenz - bis vor kurzem war sein Zustand so, dass der gegessen hat, den ganzen Tag auf dem Sofa sa, selten mal eine Antwort gab. Er lebte in seiner Welt.
Vor 2 Wochen begann er zu husten - und es entwickelte sich eine Lungenentzndung.
Seitdem liegt er nur im Bett, hustet und keucht. Ers hat er wenigstens getrunken und gegessen. Pltzlich aber verschluckte er sich dabei stndig. Jetzt nimmt er seit fast 3 tagen gar nichts mehr zu sich. Er liegt da, Mund auf, und atmet ganz schwer. Er ist aber nicht ansprechbar. Sein Hausarzt war das letzte mal Montag da und sagte man kann nichts mehr machen. Er wrde wohl bald sterben. Auf die Frage, ob man nicht zumindest knstlich ernhren knnte, sagt er dass er dann ins Krankenhaus msste.
Dass aber will die Oma nicht, er soll eben zu Hause sterben.
Ich wei nicht was zu machen ist- einerseits will man nicht das Leiden ewig verlngern, andererseits kann man doch einen Menschen nicht einfach verhungern und verdursten lassen. Das ist alles so grausam.
Gibt es denn keine Mglichkeit zu Hause zumindest Flssigkeit zuzufhren?
Was kann man denn tun?
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highlandfee
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 12.02.2007
Beitrge: 45
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 18.02.07, 10:38    Titel: Antworten mit Zitat

Den Flsigkeitshaushalt kann man auch zu Hause aufrecht erhalten, vorsicht ist nur geboten da sich der Patient ja "stndig" verschluckt!!!!!! Somit kann man mit dem Hausarzt abklren ob es mglich ist ihm ntige Infusionen von Flssigkeit und evtl elekrolytlsungen zu Hause zu verabreichen!! Aber das ist wie gesagt entscheident bei dem Arzt. Besteht denn eine Patientenverfgung???? Das wrde viele entscheidungen erleichtern. Welche Entscheidung die rictige ist ist immer schwer zu treffen besonders als naher angehriger.

Wir haben fr den Fall das es bei uns einmal soweit kommt eine Patienverfgung verfasst welche bei einem Notar beglaubigt wurde, denn ich /wir mchten diesen Weg wenn er nie wieder so sein wird wie vorher und nur durch erhebliche beschwernisse bestehen wird(knstliche Ernhrungen, Bewusstseinsstrungen etc, ohne medizinische Untersttzung gehen.
_________________
Herzliche Gre die Fee
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J.K.
Account gesperrt


Anmeldungsdatum: 07.12.2006
Beitrge: 26

BeitragVerfasst am: 17.03.07, 01:39    Titel: Schmerzmittelgabe befrworten Antworten mit Zitat

Vorsicht aber, wenn ihr schreibt, dass ihr "keine Palliative Behandlung" wollt.
Sonst knnte es sein, dass damit auch eine u.U. erforderliche Schmerzmittelgabe unterlassen wird.
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highlandfee
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 12.02.2007
Beitrge: 45
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 19.03.07, 08:33    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Vorsicht aber, wenn ihr schreibt, dass ihr "keine Palliative Behandlung" wollt.
Sonst knnte es sein, dass damit auch eine u.U. erforderliche Schmerzmittelgabe unterlassen wird.


so etwas wird und ist im Normalfall bis in das kleinste Detail in den Patienverfgungen geregelt. Genau deswegen ist es auch wichtig solche Verfgungen nicht allein, sondern mit fachlicher Untersttzung auszufllen und zu erstellen Ausrufezeichen Ausrufezeichen
_________________
Herzliche Gre die Fee
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Herr Bert Sosch
Interessierter


Anmeldungsdatum: 18.06.2007
Beitrge: 17

BeitragVerfasst am: 18.06.07, 22:15    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kollegen,

in meiner Praxis als Palliativkraft im Seniorenheim habe ich schon mehrere Flle gehabt, welche mit "Demenz und palliativer Behandlung" den Kernpunkt hatte. Es ist erwiesen, dass ab einem gewissen cerebralem Verfall ein Mensch Hunger und Durst nicht mehr empfindet. Wohl aber ein austrocknen der Schleimhute ist qualvoll. Eine gute Mundpflege ist viel mehr wert als Essen und Trinken. Ausserdem mchte ich erwhnen dass Demenzerkrankungen nicht reversibel sind.

Meiner Meinung nach wrde man durch eine knstliche Ernhrung via PEG nur ein Leiden verlngern. Sicherlich ist dies ein Thema, ber welches sehr viel Diskutiert wird, siehe auch dem Fall im Paulusstift in Neutting.

Es wird immer diskutiert werden, aber ich habe auch schon sehr gute und wrdevolle Begleitungen erlebt, wo ein kranker Mensch im Kreise seiner Familie oder auch allein, wenn er es wnsche (Biographiearbeit), gut begleitet und behandelt wurde. man sollte sich ja auch einmal selber in so eine Situation hineinversetzen. Das Sterben in einer vertrauten Umgebung finde ich wrdevoll.

ich mchte auch gerne noch etwas zur Medikation sowie zu der Flssigkeitsgabe sagen. Im Falle einer Lungenentzndung wird sehr viel Sekret produziert, was die Atmung behindert und fr den Patienten qualvoll ist. in solch einem fortgeschrittenen prfinalem Stadium ist eine Menge von 500 ml Flssigkeit sinnvoll. Sollte sich die Atmung weiter verschlchtern, ebenso wie der allgemeine Zustand ist eine Flssigkeitsgabe nicht mehr indiziert.

ferner ist noch zu bemerken, dass der Wirkstoff Butylscopolamin via sc. oder transdermale Scopolaminpflaster den Sekretfluss einschrnken. Die Atmung kann sehr leicht mit Morphinsulfat und/oder Midazolam kontrolliert werden( in der INfusion oder per sc. Gabe).

Fr weitere Fragen stehe ich gern zur Verfgung.

Mit besten Wnschen

Ihr Hr. Sosch, Bert
Palliativbetreuer
_________________
Ist das wirklich ntig?
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