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Chaos im KH - wie lange wirken Benzos bei alten Patienten?

 
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woehe
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 30.01.2007
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 30.01.07, 08:47    Titel: Chaos im KH - wie lange wirken Benzos bei alten Patienten? Antworten mit Zitat

Meine Gromutter (84 Jahre) liegt derzeit im KH bei Verdacht auf Schlaganfall. Einweiserdiagnose war Verdacht auf TIA und Somnolenz. Ein erstes CT sowie ein Verlaufs CT brachten keine Hinweise auf einen akuten Schlaganfall. Kleinere Multiinfarkte wurden schon vor 1 Jahr im Kernspin festgestellt die allerdings keinen Einfluss auf den bis vor kurzem noch guten Allgemeinzustand (geistig und krperlich)hatten.
Jetzt im KH entwickelte sie eine Tachyarrythmie (Mitralklappeninsuffizienz und Vorhofflimmern auch seit einem Jahr bekannt) und kam dann auf Intensiv. Sie war dort sehr unruhig (war auch fixiert) und man gab ihr Haldol, das angeblich keine Wirkung zeigte und dann Diazepam. Das war nun vor 7 Tagen - seitdem schlft sie nur noch. Ein Anexate-Versuch einen Tag nach Intensiv war erfolgreich aber eben nur kurzfristig. Nun hat man sie von der Akutgeriatrie (Meinung der rzte dort: kein Schlaganfall) wieder zur besseren Beobachtung auf Intensiv gelegt (Meinung der rzte dort: Schlaganfall der im CT nicht sichtbar war).

Meine Frage nun: Kann das Haldol und das Diazepam (Dosiereung leider nicht bekannt) nach so langer Zeit (7 Tage) bei bekannter Niereninsuffizienz noch so eine extreme Schlfrigkeit verursachen??? Die rzte wollen jetzt weiter kardiologisch diagnostizieren obwohl ein Herzecho den gleichen (wenn auch nicht guten) Befung wie schon vor einem Jahr ergeben hat.

Ich hoffe Sie knnen mir weiterhelfen weil und momentan jeder Arzt etwas anderes erzhlt.
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Annette Koch
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 29.09.2004
Beitrge: 994
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 30.01.07, 13:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo woehe!

Zu ihrer Information: TIA = transitorisch ischmische Attacke
Sie zhlt als sogen. Vorstufe des Schlaganfalles, ist innerhalb von 24 h reversibel d.h. die neurologischen Ausflle wie Hr- u. Sehstrungen, Schwindel, Taubheitsgefhl der Extremitten, bilden sich innerhalb von 24 h zurck. Daher ist er nach einiger Zeit auch schwer nachweisbar. Schuld an den neurologischen Ausfllen ist eine Durchblutungsstrung im Gehirn, ausgelst durch verlegte bzw. schwer durchgngige Arterien. Aus pflegerischer Sicht habe ich schon einige Male Bew. erlebt die auch zu Unruhe neigten, kann natrlich auch im Zusammenhang stehen. So wie ich das sehe wird fr ihre Gromutter im Kh alles menschenmgliche getan. Ein TIA kann sich natrlicher wiederholen und zum vollstndigen Schlaganfall fhren und sollte beobachtet werden. Die Schlfrigkeit ihrer 0ma die sie jetzt beschreiben kann natrlich vielschichtige Ursachen haben. Aus meiner Pflegeerfahrung ist fr viele ltere Menschen ein berstandener TIA auch ein Krakftakt. Nach meinen Beobachtungen brauchten einige unserer betroffenen Bewohner krperlich einige Wochen um sich wieder zu erholen, obwohl im Kh der TIA nicht mehr nachweisbar war. Also etwas Geduld sollten sie noch mitbringen Winken
Aus medizinischer Sicht (Medikamente ect.) kann ich gerne hier im DMF noch einen Arzt bitten sich zu uern.

Liebe Gre und alles gute fr ihre Oma

Annette Koch
------------------------
DMF-Moderatorin
Geriatrie/Gerontologie
Pflege
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woehe
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 30.01.2007
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 30.01.07, 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Aus medizinischer Sicht (Medikamente ect.) kann ich gerne hier im DMF noch einen Arzt bitten sich zu uern.

Das wre sehr nett !

Vielen Dank
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Dr. Ch. Erbschwendtner
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 30.01.2005
Beitrge: 970

BeitragVerfasst am: 30.01.07, 19:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo woehe !

Eine Bitte vorweg, aus rechtlichen Grnden verwenden wir in einem ffentlichen Forum keine Medikamentennamen sondern nur die Wirkstoffnamen. So wie Sie es schon mit Diazepam gemacht haben. Das andere Medikament ist Haloperidol. Sie knnen es mit der Edit Funktion (rechts oben) in Ihrem Beitrag ausbessern.

Nun zu Ihren Fragen:

Haloperidol wird ber die Leber primr in eine inaktive Form abgebaut, Ausscheidung erfolgt zu 60 % ber den Darm und zu 40 % ber die Nieren. Die mittlere Abbauzeit liegt bei ca. 20 h.
Diazepam hat bedingt durch seine aktiven Abbauprodukte eine lngere Halbwertszeit (bis zu 48 h) und wird hauptschlich ber die Niere ausgeschieden.

Bei einer einmaligen Gabe erwarte ich mir allerdings keine so lange Wirkung.

Tachyrrhythmie bei vorbestehender Mitralinsuffizienz und Vorhofflimmern.
Vorhofflimmern bezeichnet man auch als Arrhythmia absoluta, d.h. offensichtlich besteht das Vorhofflimmern schon lnger und ist jetzt von der Herzfrequenz her schneller (Tachy ....). Vorbestehende Vernderungen sind im MR vorbeschrieben.
Es sit so, da man wei Vorhofflimmern hat ein erhhtes Schlaganfallrisiko, welches beim Vorliegen weiterer Riskiofaktoren noch steil weiter ansteigt (Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Alter,.....) Auf der anderen Seite sind kleine Schlaganflle in der Bildgebung oft nicht nachweisbar, Das MR ist besser als das CT, aber auch kein "Alleswisser".

Aus der Ferne kann ich keine Diagnose stellen, da sind einfach zu viele Mglichkeiten offen, und man mu sicher den weiteren Verlauf abwarten. Wenn man an einen "kleinen" Schlaganfall mit groer Auswirkung denkt, ist dieser hufig im Hirnstamm lokalisiert. Dieser ist im CT schwierig zu beurteilen.

Ich wnschen Ihrer Mutter alles Gute und allen Angehrigen viel Kraft in dieser schweren Zeit.

mit freundlichen Gren

Erbschwendtner
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Dr.Ch. Erbschwendtner
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Lil
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Anmeldungsdatum: 25.08.2005
Beitrge: 191
Wohnort: Schwarzwald

BeitragVerfasst am: 09.07.07, 14:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Woehe,

ich bekam mal eine Spritze, 10mg Diazepam und bei mir wurden 8 Tage spter noch leichte Spuren von Benzodiazepine im Urin festgestellt, wo das war und warum das war, dazu mchte ich mich nicht weiter ussern.

Gruss lil
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