Navigationspfad: Home
medizin-forum.de :: Thema anzeigen - wann und zu welchem Zweck BZ-Selbstkontrolle?
Deutsches Medizin Forum
Foren-Archiv von www.medizin-forum.de
Achtung: Keine Schreibmglichkeiten! Zu den aktiven Foren whlen Sie oben im Men "Foren aus!
 
 SuchenSuchen 

wann und zu welchem Zweck BZ-Selbstkontrolle?

 
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    medizin-forum.de Foren-bersicht -> Diabetes
Vorheriges Thema anzeigen :: Nchstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
hjt
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 01.03.2007
Beitrge: 438

BeitragVerfasst am: 05.07.07, 11:15    Titel: wann und zu welchem Zweck BZ-Selbstkontrolle? Antworten mit Zitat

Moinmoin,

in den Finger pieken und BZ ablesen ist fr viele von uns so normale Alltagsverrichtung, dass wir uns kaum vorstellen knnen, wie noch bis vor nicht mal 20 Jahren die meisten Insuliner ohne ausgekommen sind. Noch um 1990 wurde in hchsten Fachkreisen heftigst gestritten, ob denn Typ1 mit ICT (zu der Zeit war ICT fr Typ2 generell noch nicht mal angetrumt) ihren BZ selbst messen drfen sollten. Bis dahin war die morgentliche Nchternkontrolle alle paar Wochen bis Monate Standard.

Der durchschnittliche Insuliner HBA1c mit ber 8 entspricht nach allen verfgbaren Infos dem Durchschnitt, der auch schon vor dem Selbermessen erreicht wurde. Deswegen werden die Teststreifen ja auch vom IQWiG kritisch hinterfragt (noch nicht abgelehnt!). Vor dem Hintergrund ist vielleicht interessant mal zusammen zu tragen, zu welchem Zweck wir pro Tag wie viele Lcher bohren und wie viele davon wir warum fr unter allen Umstnden notwendig halten?

Bisdann, Jrgen, T2 seit 90
Apidra & Lantus
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Hans Reuter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 11.08.2006
Beitrge: 652
Wohnort: Rhld.-Pfalz

BeitragVerfasst am: 05.07.07, 13:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

die Blutglukoseselbstkontrolle stellt einen Eckpfeiler der modernen Diabetestherapie dar, obwohl sie nur einen unvollstndigen Eindruck des Glukoseverlaufs liefern kann. Sie ist jedoch zu einem unverzichtbaren Bestandteil im Alltag vieler Diabetiker geworden.

Kritiker sagen zwar immer noch: Wer viel misst, misst Mist, aber Studien belegen, dass die Blutglukoseselbstkontrolle nicht nur zu besseren Langzeitergebnissen fhrt oder akute Komplikationen verhindert, sondern auch Folgekomplikationen mindern und das Leben verlngern kann.

Mehr hier:

http://www.medmix.at/set1.php?open=/artikel/1238content.php

Fr mich als Insulinpumpentrger sind Tests morgens, vor den Mahlzeiten bzw. den Bolusgaben und abends vor dem Schlafengehen unabdingbar. Zustzliche Messungen sind ntig bei nderungen oder Austesten der Basalrate , nach ungewohnten Speisen oder beim geringsten Verdacht einer Hyper- oder Hypoglykmie.
_________________
Mit freundlichen Gren
Hans Reuter
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
hjt
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 01.03.2007
Beitrge: 438

BeitragVerfasst am: 06.07.07, 11:08    Titel: Antworten mit Zitat

Moinmoin,

Hans hat das traditionelle Messschema dargestellt, an das sich wahrscheinlich die meisten von uns halten.

Daran wird von den Einsparbefrwortern kritisiert, dass die weit berwiegende Mehrzahl der Messungen nur kontrollierende Funktion htten und zu keinerlei Konsequenzen fhrten. Dafr wrden aber Stichproben mit einigen Messungen pro Woche vllig ausreichen.

Mehr Messungen wren nur dann gerechtfertigt, wenn sie direkt zu Konsequenzen fhrten, also dazu, dass man den BZ wenn zu hoch direkt senkt und wenn zu niedrig direkt erhht. Da aber die normale Therapie solche Konsequenzen ohne Rcksprache mit dem Arzt nicht vorsehe, seien die Messungen bis auf die zur jeweiligen Rcksprache und Neuanpassung mit dem Arzt berflssig.

Bisdann, Jrgen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
hjt
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 01.03.2007
Beitrge: 438

BeitragVerfasst am: 10.07.07, 12:36    Titel: Antworten mit Zitat

mal ganz konkret gefragt:

Wenn Ihr nur die Messungen am Tag nehmt, nach denen Ihr direkt handelt)*, wenn sie zu hoch ausfallen, also etwa bei Ziel 100-120 dann gemessene 150, wie viele von wie vielen wrden das sein?

)* z.B. mehr spritzen oder den BE-Faktor erhhen oder das Mal weniger BZ-Treibendes essen, eine Runde auf dem Stepper oder hnliche zustzliche Bewegung, weiter genau beobachten und bei nach 3 Tagen immer noch so hoch mit dem Arzt sprechen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Hans Reuter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 11.08.2006
Beitrge: 652
Wohnort: Rhld.-Pfalz

BeitragVerfasst am: 11.07.07, 09:20    Titel: Antworten mit Zitat

..meine ganz persnliche, konkrete Antwort:

Wenn ich > 2 h pp 150 mg/dl teste,
grobe Messfehler weitgehend ausschlieen kann,
korrigiere ich mit Bolus ( 1 IE kurzwirksames Analogon),

wenn zuviel gegessen oder zuwenig Insulin abgegeben,
merke ich mir das frs nchste Mal, versuche es besser zu machen
und teste wiederum unter hnlichen Bedingungen.


meine allgemeine Meinung aus Erfahrung:

die Mehrzahl der Diabetiker wird einen Wert von 150 mg/dl) tolerieren,
ein kleiner Teil wird Konsequenzen fr die knftige Therapie ziehen.
_________________
Mit freundlichen Gren
Hans Reuter
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Hans Reuter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 11.08.2006
Beitrge: 652
Wohnort: Rhld.-Pfalz

BeitragVerfasst am: 11.07.07, 09:20    Titel: Antworten mit Zitat

Doppelposting.Sorry.
_________________
Mit freundlichen Gren
Hans Reuter
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
hjt
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 01.03.2007
Beitrge: 438

BeitragVerfasst am: 16.07.07, 12:34    Titel: Antworten mit Zitat

Moinmoin,

wenn Prof. Sawicki vom IQWiG einen Blick auf diesen Thread wrfe, wrde er sich voll besttigt fhlen: gerade mal einer von ber 200 Klickern schreibt, dass er zumindest aus einem Teil seiner Messungen Konsequenzen fr sein weiteres Verhalten ableitet. Was knnte den Professor, nach dessen Institutsexpertisen sich Gesundheitsministerium und Krankenkassen via Gemeinsamer Bundesausschuss zu richten pflegen, deutlicher in seiner Ansicht besttigen, dass BZ-Selbstmessungen grtenteils vllig berflssig sind?

Bisdann, Jrgen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Hans Reuter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 11.08.2006
Beitrge: 652
Wohnort: Rhld.-Pfalz

BeitragVerfasst am: 17.07.07, 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

Lachen


Ob der Leiter des IQWiG aus mehr oder weniger guten Diabetiker-Forenbeitrgen im Netz
Schlsse fr seinen Bericht bzgl. des Zusatznutzens fr 6-8 Millionen Typ2-Diabetiker zieht , wage ich zu bezweifeln.

Nochmals, die BGSK ist in der Diabetesbehandlung ernsthaft nicht mehr wegzudenken.

Ob in jedem Fall Tests und in welchem Umfang ntig, ist je nach Sichtweise unterschiedlich.

Der DDB hat hierzu seine Meinung je nach Therapieart kundgetan, die KVn haben Meinungen und manche Patienten auch.

Tests sind jedoch nur dann medizinisch sinnvoll und die Verordnung wirtschaftlich zu Lasten der GKV vertretbar, wenn vom Patienten Konsequenzen aus den Ergebnissen gezogen werden und ein Zusatznutzen, z.B. Verhinderung akuter oder chronischer Komplikationen, entsteht.
_________________
Mit freundlichen Gren
Hans Reuter
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
hyppy
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 21.07.2007
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 28.07.07, 11:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
mit Sicherheit gehre ich zu der Sorte, die ganz aus der Reihe fallen, aber ich messe pro Tag inzwischen zwischen 10 und 16 Mal!!!

Mir ist natrlich bewusst, dass das unnormal ist. Am liebsten mchte ich auch mit fnf Messungen pro Tag auskommen, aber irgendwie klappt das nicht.

Alles hat vor wenigen Jahren angefangen, dass ich begann sehr diszipliniert zu leben und sehr auf meine BZ-werte achtete.

Nun, ich habe Diabetes seit 20 Jahren, bin 29 Jahre alt und mchte auch noch die nchsten 40 Jahre (mindestens) ohne Beschwerden leben. Meine Gedanken gehen eher in die Richtung, was ist, wenn ich heirate, evtl. Vater werde.... Ich achte sehr stark darauf, Werte auerhalb des Tolleranzbereichs zu vermeiden.

Was mich rgert ist, dass von rzten nur 500 Streifen pro Quartal verschrieben werden. Ich wnschte ich wrde einen Arzt im Raum Wiesbaden finden, der das mit den Messungen genau so sieht wie ich. Ich habe mir aber vorgenommen, wieder auf etwa 8 Messungen pro Tag runter zu kommen.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Hans Reuter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 11.08.2006
Beitrge: 652
Wohnort: Rhld.-Pfalz

BeitragVerfasst am: 28.07.07, 14:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo hyppy,

wenn zur normnahen Blutzuckerfhrung diese Anzahl von Tests eben erforderlich sind,
sollten sie auch vom Arzt verordnet werden. Ein Patient mit deiner Erfahrung wei sicherlich am Besten, wieviel Teststreifen er dafr bentigt. Es ist wohl kaum ein gegenteiliger Beweis zu erbringen. Deiner Motivation gebhrt unbedingt Hochachtung.
Ich bentige zu einer guten Stoffwechselfhrung mit Insulinpumpe ca. 500 Teststreifen im Quartal, die ich auch von meiner PKV anstandslos erstattet bekomme.

Die Limitierung fr GKV fut auf Vorgaben der Kassenrztlichen Vereinigungen, die doch nur grobe Anhaltswerte sein knnen. Im Einzelfall, z.B.beim Brittle, knnen doch
deutlich mehr Tests erforderlich sein, nur um akute Komplikationen zu vermeiden, als
beim Durchschnittsdiabetiker. rzte stehen offenbar systembedingt unter einem unsglichen Zwang, zumal die Krankenversicherungen in aller Regel behaupten, Diabetiker bekommen selbstverstndlich soviele Teststreifen bezahlt, wie der Arzt verordnet.
_________________
Mit freundlichen Gren
Hans Reuter
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
hyppy
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 21.07.2007
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 28.07.07, 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, das ist richtig. Das hat meine KV auch gesagt. Als ich meinen Arzt zur Rede stellte, hie es (was ich auch vorbehaltlos glaube), das Budget sei begrenzt. Natrlich knne er mir mehr Streifen verschreiben, aber er msse eben auch haushalten.

Im brigen schliee ich mich Herrn Reuter zu seinem ersten Posting an, wo er erklrt (ganz unten), aus welchen Grnden er BZ misst.

Theoretisch sollten 5 Messungen pro Tag reichen (vor jeder Mahlzeit): morgens, mittags, abends, spt und ein Joker. Jedoch in der Praxis sieht es anders aus: Menschen sind keine Maschinen.

Obwohl: Als Jugendlicher war ich in einem Internat, in dem auch Diabetiker betreut werden knnen. Da ging das seltsamerweise mit 6 mal Testen am Tag. Einmal im Monat kam der Arzt. Dann wurde an der Einstellung geschraubt. Aber eben auch damals "ging man manchmal davon aus, dass Kids Maschinen sind". (Von der enormen Verantwortung der Betreuenden abgesehen)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Heike W
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 03.03.2005
Beitrge: 150
Wohnort: Dsseldorf

BeitragVerfasst am: 01.08.07, 08:20    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen,
ich bin im Dezember umgezogen und bekomme jetzt zum ersten Mal in meinem Diabetikerleben (23 Jahre) nicht mehr so viele Teststreifen, wie ich brauche. Der Arzt, der mich vorher sehr lange betreute, verschrieb immer das, was ich brauchte - also mal mehr und mal weniger. Die jetzige rztin hlt sich an die KK-Vorgaben, d.h. 600 im Quartal bei ICT.
Mir persnlich macht das richtig Stress. Da ich noch andere Krankheiten habe, intensiv Ausdauersport betreibe, zur Arbeit lange Strecken Auto fahren muss und es auch sonst nicht schaffe gleichmig mein Leben zu gestalten, brauche ich mehr Teststreifen.
Ich bin zwar auch jemand, der bei 150 noch nicht gegenreguliert, bei hheren oder niedrigeren Werten aber schon.
Die neue rztin hat jetzt ein Schreiben an die KK geschickt, indem sie die Bewilligung von mehr Teststreifen bei mir beantragt, ich bin gespannt.
"Leider" kann ich als Begrndung keinen schlechten HbA1c-Wert oder sonstige Entgleisungen bieten, das will ich aber auch gar nicht - sonst wrde ich ja nicht messen.

Liebe Gre,
Heike
_________________
... und sie tanzt und tanzt und frchtet sich nicht im Wald ...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beitrge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    medizin-forum.de Foren-bersicht -> Diabetes Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehen Sie zu:  
Sie knnen keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Sie knnen auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Sie knnen an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
© Deutsches Medizin Forum 1995-2019. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de.