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vorhin im Dienst...

 
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medizynicus
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Anmeldungsdatum: 10.08.2007
Beitrge: 4
Wohnort: Bad Dingenskirchen

BeitragVerfasst am: 19.09.07, 23:33    Titel: vorhin im Dienst... Antworten mit Zitat

Piepser geht. Wieder mal ein Zugang mit Notarzt!
Was haben wir da?
Junges Mdchen 18 J., mit Kopfschmerzen.
Migrne seit Lngerem bekannt, nimmt die Pille, Blutdruck etwas erhht.
Was mache ich?
Natrlich zur Beobachtung stationr aufnehmen.
Patientin will nach Hause.
Ich berzeuge sie, dazubleiben und sauge mir dazu Argumente aus der Nase, an die ich selber nicht glaube.
Also bleibt sie zumindest bis morgen frh.
Alle sind zufrieden.

Wirklich?
Natrlich htte sie auch einfach zwei Tabletten Ibuprofen nehmen knnen.
Stattdessen ruft sie den Hausarzt an. Mittwoch Abend um achtzehn Uhr ist natrlich keiner mehr da. Auf dem Anrufbeantworter ist die Nummer des KV-Notdienst-Habenden.
Der bestellt sie in die Praxis, sie kann nicht kommen weil sie kein Auto hat.
Will Hausbesuch, Doktor will oder kann nicht rausfahren.
Sagt ihr, wenn es schlimmer wird soll sie den Notarzt rufen.
Was sie dann auch umgehend macht.
Notarzt mu sie ins Krankenhaus bringen weil er sonst nicht viel abrechenen kann fr seinen Einsatz.
Wir mssen sie stationr aufnehmen weil wir sonst nichts abrechenen knnen wenn sie ambulant bleibt.

Irgendwas stimmt hier nicht, oder....? Aber wir alle spielen mit, schlielich hngt da auch unser Job dran!

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Gast H
Gast





BeitragVerfasst am: 23.09.07, 01:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

wenn ich ehrlich sein soll, kann ich das Problem nicht so recht erkennen.

Bin zwar kein Arzt, aber mit simplen Sani-Kenntnissen meine ich mich zu erinnern, dass Migrne-Patientinnen, dazu noch unter der Pille und bei neu augetretener Hypertonie, bei ungewohnt starken Kopfschmerzen schon ein Schlaganfallkandidat sein knnen und dies wenigstens vernnftig abgeklrt werden sollte. Aus Patientensicht ist hier m. E. nichts falsch gemacht worden. Freilich kann man drber streiten, ob ein lokaler Einsatz hier ausreichend gewesen wre und der Notarzt vor Ort oder die Klinikambulanz mit ein paar Triptanpillen dem Spuk nicht ebenso htte ein Ende bereiten knnen.

Nun stellt sich weiterhin die Frage, ob der NA seine Entscheidung tatschlich aus rein finanziellen Grnden getroffen hat, oder eher aus Sicherheitsgrnden. Da ich mich hier nicht auskenne, wre es interessant zu wissen, ob und wie der Notarzt aus einer Entscheidung zur Klinikverbringung tatschlich hhere Einnahmen erzielt.
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Dr. A. Flaccus
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 06.03.2005
Beitrge: 3181
Wohnort: Hildesheim

BeitragVerfasst am: 23.09.07, 10:10    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Tag!

Wie vieles im Leben hat alles zwei Seiten:

Mir selbst ist es als Notarzt vllig egal, wie der Einsatz abgerechnet wird! Ich behandle meine Patienten nach Symptomen und nicht nach Abrechnungsziffern. Auerdem reicht fr die Abrechnung im Rettungsdienst auch eine ambulante Untersuchung aus.

Wenn ich denke, das geht auch ambulant und zu Hause - dann bleibt die Pat. eben daheim.

Doch es gibt auch Probleme, die damit behaftet sind:

1. Notrzte des Rettungsdienstes drfen keine Rezepte ausstellen und z.B. Triptane sind nicht Bestandteil des Notfallkoffers.

2. Der "Sicherheitsaspekt" ist nicht zu unterschtzen: Die Frau hat viele Anrufe gettigt, die Beschwerden scheinen "ernst" zu sein. Eine Hirnblutung ist nicht sicher auszuschlieen, auch andere schwere Erkrankungen kmen in Frage.
"Safety first" bedeutet hier: Krankenhauseinweisung und auch dieser Schritt ist vertretbar.

Und wenn der Notaufnahmearzt ein wenig "Mut" hat, entscheidet er medizinisch korrekt und lt die ambulanten Pat. nach Hause gehen, oder ? Jedes Glied der im Eingangsbeitrag benannten "Kette" sollte sich deshalb ein wenig an die eigene Nase fassen...

Mit freundlichen Gren

Dr. A. Flaccus
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Dr. A. Flaccus
Facharzt fr Ansthesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator
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medizynicus
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Anmeldungsdatum: 10.08.2007
Beitrge: 4
Wohnort: Bad Dingenskirchen

BeitragVerfasst am: 27.09.07, 20:32    Titel: das hat nicht unbedingt etwas mit Mut zu tun... Antworten mit Zitat

Es ist wirklich so:
Wenn ein Patient im Dienst kommt und wieder geht, macht das Haus einen Verlust!
Wenn er zumindest eine Nacht bleibt, stimmt die Kasse.

Der Aufwand (Arbeitzeit von Dienstarzt und Pflegepersonal, Materialkosten, Labor, ggf. Rntgen, usw.) ist hingegen fast identisch.

Es ist schon interessant, wo und wie man behandelt wird hngt anscheinend weniger von den klinischen Beschwerden ab als davon, wen man zu welcher Tageszeit anruft.
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Dr. A. Flaccus
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 06.03.2005
Beitrge: 3181
Wohnort: Hildesheim

BeitragVerfasst am: 27.09.07, 20:47    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Abend!

Zitat:
Es ist schon interessant, wo und wie man behandelt wird hngt anscheinend weniger von den klinischen Beschwerden ab als davon, wen man zu welcher Tageszeit anruft.


Aber es ndert nix:

Warum knnen Sie als Notaufnahmearzt nicht frei entscheiden ?
Knnen, wollen oder drfen Sie nicht ? (Gibts Dienstanweisungen?)

Auerdem achten die Kassen sehr genau auf Fehlbelegungen und falsche DRG-Abrechnungen! Das kann am Ende teurer werden, als die ambulante Behandlung.

Wenn die Diagnose nicht passt, wird nmlich fr stationr nicht gezahlt - fragen Sie mal Ihren Controller...

Deswegen ist Ihre Aussage:
Zitat:
Wenn ein Patient im Dienst kommt und wieder geht, macht das Haus einen Verlust!
Wenn er zumindest eine Nacht bleibt, stimmt die Kasse.


so wohl kaum aufrecht zu erhalten. Das mten Sie mal mit Diagnosen und Abrechnungsziffern belegen. Krankenhuser werden sehr wohl auch fr ambulante Behandlungen vergtet - das wird nmlich mit den Kassen im Rahmen des Budgets ausgehandelt.

Ich bin gespannt, ob Sie Ihre Behauptungen konkret belegen knnen.

Gru

Dr. A. Flaccus
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Dr. A. Flaccus
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Anmeldungsdatum: 06.03.2005
Beitrge: 3181
Wohnort: Hildesheim

BeitragVerfasst am: 28.09.07, 10:40    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Tag!

Zitat:
Man merkt es auch an der Tatsache (leere Betten kosten auch Geld) dass Patienten bei ein und demselben Eingriff (alles haargenau identisch und gut verlaufen) dort nach zwei Tagen nach Hause knnen und wo anders sogar ber eine Woche liegen mssen *ggg*


Auch hier ist es wichtig, die Fakten zu kennen:

Beide Pat. haben exakt die gleiche sog. DRG = Schlsselnummer fr die Krankheit.
Das bedeutet: Beide Pat. werden exakt gleich vergtet!
Daraus folgt: Bei dem einen Pat. kann das Krankenhaus schon ab Tag 3 wieder "Geld verdienen"(wenn das Bett neu blegt wird), bei dem anderen erst nach ber einer Woche.

Aber: Es wird nicht mehr verdient, wenn der Pat. lnger liegt - im Gegenteil!

Gru

Dr. A. Flaccus
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Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 28.09.07, 12:03    Titel: ...wobei Antworten mit Zitat

"exakt die gleiche Schlsselnummer"
in gar keinem Fall bedeutet, dass identische Flle behandelt wurden.
Die gibts nmlich nicht - respektive blo in Schmulla's Phantasie.

PR
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Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
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