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Der RSA - Wahnsinnskonstrukt mit wahnsinniger Vergangenheit

 
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PR
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Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 06.11.07, 22:01    Titel: Der RSA - Wahnsinnskonstrukt mit wahnsinniger Vergangenheit Antworten mit Zitat

Heute hat das Bundesversicherungsamt den finanziellen Umfang des Risikostrukturausgleichs (RSA) festgelegt. Damit werden ber 17 Milliarden Euro zwischen den verschiedenen Kassen umhergeschoben. Als durchschnittlicher Beitragsbedarf pro Kassenmitglied wurden 1.819 Euro festgelegt. Diese Summe erhht sich fr jedes in strukturierte Behandlungsprogramme (DMP) eingeschriebene Mitglied auf 4.416 Euro bei Diabetes mellitus Typ 2, 7.359 Euro bei Brustkrebs, 4.554 Euro bei Koronarer Herzkrankheit und 5.375 Euro bei Diabetes mellitus Typ 1.

Mir wird ganz schlecht

wenn ich die bunzreplikanische Gesundheizpolitik der letzten Jahre Revue passieren lasse und mir klarmache, dass

1. die Datengrundlage DMP zu diesen Milliardenschiebereien
2. wir rzte fr ein Nasenwasser selbst gelegt haben
3. mit hanebchen knstlich aufgeblhtem Erhebungsaufwand
4. von denen zumindest das DMP Mamma bis Oktober 2006 die Behandlung des Brustkrebses bewiesenermaen verschlechtert hat (die anderen kenn ich nicht genug)
5. bis heute kein einziges DMP nachweisen konnte, dass es irgend eine Behandlung verbessert, weil bis heute genau dieser Nachweis politisch verhindert wird, weil ohnehin die Chronikerbehandlung innerhalb und auerhalb DMP die gleiche ist
6. nichtsdestoweniger dem Volk die DMPs verkauft worden sind als Behandlungsverbesserung dank staatlicher Aufsicht
7. dazu im Vorfeld dem Volk ins Hirn gehauen worden ist, die Chronikerbehandlung in Deutschland sei so schlecht, dass der Staat sie endlich beaufsichtigen msse
8. die DMP von Gesetzes wegen einzig und allein dazu dienen, dass einige wenige Aufsichtshanseln die Milliardenschieberei RSA irgendwie auszurechnen in der Lage sind
9. die in einer Nachtundnebelaktion einzig und allein zu erfunden wurde, um geruschlos den Flatus cerebri eines Herrn Seehofer zu entsorgen, der in der bundesweiten ffnung hinterletzter Bekaksschen bestanden hatte
10. und damit klammheimlich das zweitletzte Faktum = die gesetzliche Risikoblindheit der Kassen aus der Welt schafft, das noch deren Attribut solidarisch gerechtfertigt hatte
11. somit das letzte noch brige Faktum, das noch das Attribut solidarisch rechtfertigt, darin besteht, dass rzte mit dem Geld auszukommen haben, das ihnen die Kassen zur Verfgung stellen (Zitat Ulla Schmidt)

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jaeckel
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Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 4711
Wohnort: Bad Nauheim

BeitragVerfasst am: 06.11.07, 23:51    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber PR,

warum gibt es eigentlich so viele unterschiedliche Gesetzliche Krankenkassen? Der Leistungskatalog ist doch vorgegeben und einheitlich.

Wieviel gibt es denn?
Alle haben Funktionre/ Vorstnde/ Vertriebsmitarbeiter/ Personalchefs/ EDV-Abteilungen...

Legionen, die in Parallelorganisation von Patientengeldern leben.
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Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jckel
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PR
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Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 07.11.07, 13:09    Titel: Das muss man Herrn Seehofer fragen. Antworten mit Zitat

Sekundre Grnde sind, dass nicht nur Kassenvorstnde sondern natrlich auch Rechtsanwlte, Hard- und Softwarefirmen, Steuerberater unsw usw usw davon leben.

Am merkwrdigsten finde ich die Begrndungen, die von Gesundheitspolitikern vorgebracht werden dafr, dass sie eines der empfindlichsten Systme , das wir haben, seit Jahren fortwhrend durchschtteln: stets geht es da um mehr Markt, stets geht es um mehr Qualitt und stets geht es um mehr Solidaritt.

Das war bei Seehofer so, das war bei Fischer so, das ist bei Schmidt so. Und doch ist der jeweilige Nachfolger mit nichts mehr beschftigt als mit dem Abrumen des Schutts des Vorgngers.

Soda ich nicht erst heute an deren Motivation zweifle.

PR
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gesundbrunnen
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Anmeldungsdatum: 01.11.2007
Beitrge: 297
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 09.11.07, 11:21    Titel: Antworten mit Zitat

Sie wissen doch genau (und an alle, die es noch nicht wissen):

Der RSA wird in Krze der Vergangenheit angehren. Die gesetzlichen Grundlagen sind bereits geschaffen.

Und im brigen, machen Sie doch mal einen Vorschlag, wie es bisher ohne RSA htte gehen sollen. Die meisten AOKs wren schon lange Pleite, und auch der Gesundheitsfond wird in Zukunft noch genug an Vernderungen in der Kassenlandschaft bringen.

Und btw, wenn Sie in Lrrach wohnen, dann wissen Sie auch, dass das Gesundheitssystem von gegenber etwas besser ist. Und das vielleicht nicht nur, weil die Politiker besser sind, sondern vielleicht auch die rzte?!
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PR
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Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 09.11.07, 14:31    Titel: Dacht ichs mir doch Antworten mit Zitat

Ich hab die Kausalkette eigentlich aufgezeigt, die den RSA ntig gemacht hat, nicht wahr ?

Was ich vom Gesundheitsfrsorgesystem jenseits des Bachs halte, hab ich an anderer Stelle in diesem Forum mal sehr ausfhrlich berichtet.

Hierzu jetzt nur ganz kurz:
es ist 1. nachhaltig finanziert, es ist 2. transparent finanziert, denn es gibt dort das vollkommen intransparente Sachleistungsprinzip nicht, es enthlt 3. keine Verschiebebahnhfe, es ist 4. zwar von Kantnli zu Kantnli verschieden aber berall massiv staatlich subventioniert, 5. mischen die Schweizer Politiker nicht dauernd drin rum,
6. stimmt also der Input, was wunder, dass auch der Output stimmt, also wandern besonders aus dem Pflege- aber auch aus dem rztlichen Sektor alle jungen Mobilen lngst dorthin ab. Allerdings 7. hat der ansich immens reiche Stadtkanton Basel ein Problem mit berkapazitten, das 8. seit Jahren durch massives Herunterfahren bis Zerstren der entsprechenden Infrastruktur diesseits des Bachs ausgeglichen werden soll. Dies im brigen ber die Kpfe der Bevlkerung und der allermeisten ihrer gewhlten Vertreter hinweg und unter fortgesetzter Irrefhrung derselben.

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gesundbrunnen
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Anmeldungsdatum: 01.11.2007
Beitrge: 297
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 09.11.07, 14:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin schon lange dafr, die ca. 240 Kassen zu reduzieren auf maximal 50 (noch radikaler: auf eine Bundeskrankenkasse, wie es mittlerweile auch nur noch eine Deutsche Rentenversicherung gibt, dann entfiele allerdings auch die Mglichkeit des Wettbewerbs).

Aber realistischerweise werden Sie in unser Gesundheitssystem nie, aber auch wirklich niemals insofern ordentliche Verhltnisse bringen knnen, weil nun mal die Interessengruppen das Sagen haben bzw. die meisten Politiker verkommen sind zum Sprachrohr eben jener Interessierten.
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gesundbrunnen
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Anmeldungsdatum: 01.11.2007
Beitrge: 297
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 09.11.07, 15:23    Titel: Re: Dacht ichs mir doch Antworten mit Zitat

PR hat folgendes geschrieben::
Allerdings 7. hat der ansich immens reiche Stadtkanton Basel ein Problem mit berkapazitten, das 8. seit Jahren durch massives Herunterfahren bis Zerstren der entsprechenden Infrastruktur diesseits des Bachs ausgeglichen werden soll. Dies im brigen ber die Kpfe der Bevlkerung und der allermeisten ihrer gewhlten Vertreter hinweg und unter fortgesetzter Irrefhrung derselben.


Von wem? Knnen Sie dazu Nheres ausfhren? Wie soll das denn berhaupt funktionieren?
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Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
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BeitragVerfasst am: 09.11.07, 15:55    Titel: Nheres ? Nicht ungern. Antworten mit Zitat

Nehmen wir mal an von mir.

Dazu erzhle ich den Leuten, es gbe diesseits des Bachs eine ganz unglaubliche Flle unntig doppelt vorgehaltener Versorgungsstrukturen und verschlanke sie in einer Weise, dass da sowieso keiner mehr arbeiten mag, der seine Sinne noch beisammen hat. Wenn dann die Qualifizierten weitgehend abgehauen sind, sorge ich fr Pressemeldungen im Stil von Ruberpistolen, in denen werauchimmer, und seien es Rechtsanwlte, die dort Ttigen namentlich und mit Foto beschimpfen drfen ob ihrer nachlssigen Arbeit.

Gleichlaufend nehme ich Geheimverhandlungen auf mit einem Sanittsdirektor jenseits des Bachs und verspreche ihm die Belegung seiner berkapazitten mit den Patienten von diesseits. Im Gegenzug verspricht er mir, erstens seine Kur-Patienten von den Qualitten meiner Kurkliniken diesseits des Bachs zu berzeugen, die der Vorvorgnger meiner Chefin in Grund und Boden gefahren hat (und die zufllig nahe meinem Wohnort liegen), zweitens seine rzte so lange zu triezen, bis sie deutsche Kassenstze akzeptieren. Von alledem erfhrt die ffentlichkeit nichts oder per Zufall.

Gleichlaufend sorge ich fr groformatige Pressemeldungen, die zum Beispiel "grenzenlose Gesundheit" berschrieben sind und wahrheitswidrig der Bevlkerung diesseits klar machen, dass sie sich ab 01.01.07 jenseits des Bachs und dann noch viel besser behandeln lassen darf.

Wenn ich jetzt noch einen (zwecks Verschlankung) frhpensionierten Bezirksdirektor mit all seinem Insiderwissen als Berater z.B. fr Sanittsdirektoren oder auch fr ffentliche Kassen bern Bach geschickt hab, dann hab ich doch ein hbsches Kapitel grenzberschreitende Gesundheitspolitik geschrieben, nicht wahr ?

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Anmeldungsdatum: 01.11.2007
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BeitragVerfasst am: 10.11.07, 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, nette Geschichte. Zeigt doch schn die jeweiligen Probleme auf.
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Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 10.11.07, 22:55    Titel: Achsoja, das Sahnehubchen. Antworten mit Zitat

Irgendwann zwischendurch mal la ich die Presse ausrichten, nu seies aber genug mit dem Schlechtreden des Gesundheitswesens.

Das htte doch echt kabarettreife Qualitten, finden Sie nicht auch ?

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