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Schmerztherapie bei Demenz

 
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Released1986
Interessierter


Anmeldungsdatum: 29.08.2007
Beitrge: 13
Wohnort: Wolfenbttel

BeitragVerfasst am: 04.11.08, 18:07    Titel: Schmerztherapie bei Demenz Antworten mit Zitat

Inwiefern gibt es Erfahrungen, Beobachtungen von einer vernderten Schmerzwarnehmung, Verarbeitung bei Fortschreitender Demenz...???

Ich Frage mich ob bei einer fortgeschrittenen Demenz ein anderer Ansatz der Schmerztherapie erfolgen sollte, da Schmerzen selten noch spezifisch geuert werden.

Gibt es Beweise o.. das Demenz so stark in die Schmerzwahrnehmung eingreifen kann???

mfg Martin
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Winfried Gahbler
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 1640

BeitragVerfasst am: 04.11.08, 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin,

bei dementen Menschen ist nicht die Schmerzwahrnehmung gestrt, sondern die Kommunikationsfhigkeit. D.h. sie knnen ihre Schmerzen nicht mehr in adquter Form uern. Aber es gibt Mglichkeiten, dennoch mehr ber ihre Schmerzen zu erfahren.
Z.B. BESD (BEurteilung von Schmerzen bei Demenz), Doloplus, ECPA (Echelle comportementale de la douleur pour personnes ges non communicantes) oder das "Strukturiertes Schmerzinterview fr geriatrische Patienten" sind gute und geeignete Mglichkeiten.
Es ist ein Irrtum zu glauben, Demenz bewirke, dass Schmerzen weniger wahrgenommen werden.

Die Therapie erfolgt dann nicht nach anderen Grundstzen, aber eine Rckmeldung ist eben auch wieder nur durch Fremdwahrnehmung mglich.

MfG W.Gahbler
----------------------

Hinweis unter Bezug auf 7(3) der Berufsordnung fr rzte:
1. Der voranstehende Beitrag ist eine allgemeine Stellungnahme, die, ausgehend von Ihrer Anfrage mit grtmglicher Sorgfalt verfasst wurde.
2. Bitte wenden Sie Sich unabhngig davon persnlich zur Beratung, Untersuchung und Behandlung an eine rztin oder einen Arzt Ihres Vertrauens!
_________________
aus der Gemeinschaftspraxis
Dr.W.Gahbler/F.Becker/Dr.K.Sieben
http://www.schmerzkreis.net
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Released1986
Interessierter


Anmeldungsdatum: 29.08.2007
Beitrge: 13
Wohnort: Wolfenbttel

BeitragVerfasst am: 04.11.08, 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank erstmal fr die schnelle Information...

Gerade aufgrund der fehlenden Kommunikationsfhigkeit ist es ja nun schwierig, "nur" anhand Mimik, Gestik und andere Verhaltensweisen den Schmerz zu erkennen...

Ich hoffe mit der weiterleitenden Literatur das nun weiter differenzieren zu knnen.

Ich habe Patienten erlebt, die regelrecht apathisch im Bett lagen und im Rckblick keinerlei Anhaltspunkte auf Schmerzen boten, welche allerdings defintiv da waren...

Daher ging meine Vermutung aus, das Demenz auch Einfluss auf Die Schmerzwahrnehmung haben knnte...

Bsp.: Beeinflussung des Schmergedchtnisses? Ein vergessen des Schmerzes?
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SusanneG
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 25.03.2005
Beitrge: 1332
Wohnort: Saarland

BeitragVerfasst am: 04.11.08, 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Nur mal nebenbei:

Was ist mit den Demenzpatienten, die sich selbst verletzen?
Die (geblockte) Katheter, Sonden herausreien und dabei Verletzungen setzen?

Spren die den Schmerz und machen trotzdem weiter?

Susanne
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Released1986
Interessierter


Anmeldungsdatum: 29.08.2007
Beitrge: 13
Wohnort: Wolfenbttel

BeitragVerfasst am: 04.11.08, 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

Bisherige wissenschaftliche Erkenntnisse ber eine vernderte Schmerzwahrnehmung Demenzkranker

(nur durch experimentelle Untersuchungen erforschbar, bei denen knstliche Schmerzreize gesetzt werden)

die subjektive Schmerzwelle ist bei Demenzkranken und Nicht-Demenzkranken gleich (die Intensitt, ab der ein Reiz als Schmerz wahrgenommen wird)

die Schmerztoleranz ist bei Demenzkranken erhht (die Reizintensitt, ab der ein Schmerz als unertrglich wahrgenommen wird)

die vegetative Schmerzschwelle ist bei Demenzkranken hher (die Reizintensitt, ab der Bluttdruck und Pulsschlag ansteigen ist bei Demenzkranken hher)

mit zunehmenden geistigen Beeintrchtigungen verstrken sich mimische Reaktionen auf Schmerzreize

im Alter allgemein: Schmerzreize werden eher stumpf wahrgenommen und der Schmerzeintritt ist langsamer (da die bertragung von Schmerzreizen vermehrt ber langsamere Nervenfasern (C-Fasern) erfolgen soll)

http://www.alzheimer-bw.de/cms/_data/Schmerz-Demenz_G._Schwarz_04.11.pdf
_________________
..."man soll das leben nicht so ernst sehen, man kommt ja eh nicht lebend raus!"
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Winfried Gahbler
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 1640

BeitragVerfasst am: 05.11.08, 21:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin,

viele Dank fr den link.
Im Grund besttigt dieser Beitrag die Einschtzung.Sicher resultiert hieraus auch in vielen deutschen Pflegeheimen eine Unterversorgung von Demenz-Erkrankten mit Schmerzmitteln.
Ich sage den Kollegen schon mal: Wenn ein Dementer Ihnen sagt: "Unter meinem Bett wohnt ein Krokodil", dann wird ihn das kein Arzt glauben. Wenn der Demente zu dem Arzt sagt: "Ich habe keine Schmerzen." Dann glaubt der Arzt dem selben Dementen eher als der Schwester, die ber hufiges Sthnen, Schreien etc. berichtet. Das ist m.E. das Problem!

MfG W.Gahbler
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Kamillentee
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.07.2008
Beitrge: 20

BeitragVerfasst am: 05.11.08, 23:07    Titel: Antworten mit Zitat

Fr mich klingen doch die "wissenschaftlichen Erkenntnisse" eher so, als ob doch die Schmerzwahrnehmung (und damit der Schmerz) bei Demenz geringer ist.

Vegetative Schmerzschwelle ist doch das Empfinden?

Ich bin natrlich kein Mediziner...

Viele Grsse
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Released1986
Interessierter


Anmeldungsdatum: 29.08.2007
Beitrge: 13
Wohnort: Wolfenbttel

BeitragVerfasst am: 06.11.08, 11:33    Titel: Antworten mit Zitat

@ Kamillentee

Das Schmerzempfinden ist die subjektive Schmerzschwelle... (die Intensitt, ab der ein Reiz als Schmerz wahrgenommen wird)

Die vegetative Schmerzschwelle beschreibt den Punkt ab wann der Krper auf die Schmerzintesitt reagiert.

Bsp.: Muskelspannungen. Gnsehaut, Pupillenerweiterung, Blutdruckvernderung, Schweiausbrche.
Im Grunde sind das Schutzfuntkionen des Krpers der dir damit Gefahr oder hnliches signalisiert und damit frher oder spter einen Flucht-, Schutzreflex auslst.
-----------------

@ Winfried Gahbler

Ich glaube das ist ein vorrangehendes Problem...
Wie sollte eine ausreichende Schmerztherapie bei nicht mehr Kommunikationsfhigen Dementen erfolgen, wenn es bei dem "Verwirrten" schon scheitert...

Es lsst sich leichter rechtzufertigen, wenn man sagen kann: "Der Patient hat auf Nachfrage keine Schmerzen geuert"
Solche Aussagen sind meines erachtens subjektiv als Schmerzindikation.

Vielleicht kommt eine fehlende Kommunikation, Vertrauen, "Unwissenheit" oder hnliches dafr in Betracht, warum die Kompetenz der Schwester in Frage gestellt wird.
_________________
..."man soll das leben nicht so ernst sehen, man kommt ja eh nicht lebend raus!"
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