Navigationspfad: Home
medizin-forum.de :: Thema anzeigen - Wirksamkeit von SSRI's bei Langzeitgebrauch
Deutsches Medizin Forum
Foren-Archiv von www.medizin-forum.de
Achtung: Keine Schreibmglichkeiten! Zu den aktiven Foren whlen Sie oben im Men "Foren aus!
 
 SuchenSuchen 

Wirksamkeit von SSRI's bei Langzeitgebrauch

 
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    medizin-forum.de Foren-bersicht -> Psychiatrie
Vorheriges Thema anzeigen :: Nchstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
PiriPiri
Interessierter


Anmeldungsdatum: 29.10.2008
Beitrge: 8

BeitragVerfasst am: 29.10.08, 20:23    Titel: Wirksamkeit von SSRI's bei Langzeitgebrauch Antworten mit Zitat

Hallo Allerseits,

seit Jahren habe ich immer wiederkehrende Depressionen, kombiniert mit Zwangsgedanken. Letztes Jahr wurde es so schlimm dass ich praktisch nix mehr machen konnte und voellig am Ende war. Gluecklicherweise habe ich damals slektive Serotonin Ruckaufnahme Hemmer (SSRI) verschrieben bekommen die auch sehr gut bei mir gewirkt haben. Nach 7 Monaten hat mein Arzt die dann wieder abgesetzt um zu sehen ob's auch ohne geht und ich sozusagen "geheilt" bin. 2 Monate gings weiterhin gut, dann kam die Depression und die Zwangsgedanken wieder zurueck, mittlerweile wieder so stark dass ich mir wieder so eine SSRI Behandlung wuensche. Allerdings habe ich grosse Angst, dass die vielleicht irgendwann nicht mehr Wirken wenn man die dauernd einnimmt. Ich bin 35 und muesste die dann vielleicht noch viele Jahre einnehmen (was mich nicht stoert wenn sie denn wirken). Diese SSRIs sind fuer mich so ne Art Rettungsanker und ich setze sehr grosse Hoffnung drauf dass es wieder hilft. Aber ich bekomme gradezu Panik wenn ich dran denke dass sie irgendwann vielleicht nicht mehr wirken und es dann nichts mehr gibt was mir helfen kann (Psychotherapie und so was hab ich auch schon ohne grossen Erfolg hinter mir...). Daher meine Frage: verlieren diese Medikamente irgendwann ihre Wirkung oder kann man die auch ueber (sehr) lange Zeit einnehmen? Freue mich sehr ueber Antworten wenn jemand was dazu weis.

Danke und liebe Gruesse
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Stefan4242
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 13.01.2007
Beitrge: 337

BeitragVerfasst am: 30.10.08, 13:35    Titel: Re: Wirksamkeit von SSRI's bei Langzeitgebrauch Antworten mit Zitat

Hallo,

PiriPiri hat folgendes geschrieben::
kam die Depression und die Zwangsgedanken wieder zurueck, mittlerweile wieder so stark dass ich mir wieder so eine SSRI Behandlung wuensche. Allerdings habe ich grosse Angst, dass die vielleicht irgendwann nicht mehr Wirken wenn man die dauernd einnimmt. Ich bin 35 und muesste die dann vielleicht noch viele Jahre einnehmen (was mich nicht stoert wenn sie denn wirken).

Ich verdanke SSRI mein Leben. Ich bin 42 und habe vor etwa 10 Jahren mit der Medikation begonnen. Absetzversuche gab es des fteren, aber sie haben nie geklappt. Und ich versuche das seit langem schon nicht mehr. Weil ich genau weiss, was passiert: wenn ich die Medis weglasse, dauert es 4-6 Wochen, bis ich wegen akuter Suizidalitt in die stationre Psychiatrie muss Traurig

Also werde ich das Zeug wohl lebenslang nehmen. Ein Nachlassen der Wirkung konnte ich nicht feststellen. Allerdings wurde die Dosis mitunter angepasst, je nach den aktuellen "Lebensumstnden" mit ihren Problemen. Nach einigen Jahren wurde dann auf ein SNRI umgestellt (Wirkstoff: Venlafaxinhydrochlorid), mit dem ich seither sehr gut leben kann. Der Pharma-Forschung sei Dank fr dieses Prparat !!!

Also, mach' dir bitte keine Sorgen deswegen. Natrlich weiss heute noch niemand genau, welche Langzeitnebenwirkungen sich bei SSRI / SNRI ergeben knnten. Aber da geht es mir genau wir dir: Ist mir schnuppe, weil die Wirkung etwaige Langzeitnebenwirkungen um ein Vielfaches aufwiegt - ich habe mit dem Zeug Lebens_qualitt_. Meine Frau leidet auch an Depris und nimmt ebenfalls seit fast 10 Jahren ein SSRI - bei ihr von Anfang an das gleiche, ohne dass die Wirkung nachlsst. Das tut sie nur bei Absetzen bzw. Dosisreduzierung.

Sei froh, wenn du einen Psychiater findest, der die dieses (leider recht teure) Zeug ohne Murren langfristig verschreibt. Und hre nicht auf die heuztuage "politisch korrekte" "Experten-Meinung", die behauptet, Antidepressiva sollten allenfalls bergangsweise gegeben werden, bis Psychotherapie u.. wirken. Das haben sie bei mir nie getan - (Gesprchs-)Psychotherapie bei Depris halte ich nach x Versuchen mittlerweile fr vertane Zeit und rausgeworfenes Geld). Ich kenne niemanden, dem bei schweren Depris Psycho-Gesprche geholfen htten.

Meiner Frau und mir geht es genau wie dir: kurz nach dem Absetzen kehren Depris, ngste und Zwnge wieder zurck Traurig Und das ist kein Leben, weisst du ja selbst. Also hab' keine Angst vor der weiteren Verschreibung. Sollte das SSRI x wirklich irgendwann nicht mehr wirken, kannst du immer noch die Dosis anpassen oder auf ein anderes Prparat umsteigen. Aber dieser "Rettungsanker" wird dir nach unserer Erfahrung hier wirklich langfristig erhalten bleiben!

Ich wnsche dir alles Gute und ein lebenswertes Leben auch in Zukunft!

Viele Gre,
Stefan
_________________
Ich glaube nicht (an einen persnlichen Gott), aber ich kenne eine persnliche Kraft, deren Wirkung kein Widerstand entgegengesetzt werden kann. Ich nenne sie Gott. (C.G.Jung)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
PiriPiri
Interessierter


Anmeldungsdatum: 29.10.2008
Beitrge: 8

BeitragVerfasst am: 03.11.08, 13:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Stefan

vielen Dank! Es freut mich, dass die Medikamente bei Dir und Deiner Frau schon so lange gut wirken. Das macht mir Mut und Hoffnung, und ich hoffe auch dass sie auch bei Euch auch noch dauerhaft weiter gut wirken.

LG,
PiriPiri
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
urmelchen24
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.06.2008
Beitrge: 39
Wohnort: Sigmaringen

BeitragVerfasst am: 03.11.08, 15:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich nehme nun auch schon seit 4 Jahren 20 mg Paroxetin (SSRI) und sie wirken nach wie vor. Auch ich passe - je nach Lebensumstnden - die Dosis an. Seit einem Jahr ist mein Zustand einigermaen stabil.

LG
Petra
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
dragoness
Account gesperrt


Anmeldungsdatum: 01.11.2008
Beitrge: 19
Wohnort: cologne

BeitragVerfasst am: 04.11.08, 16:09    Titel: Volt! Antworten mit Zitat

Tschuldigung, aber ich wrde es doch mit sanfteren Helferchen probieren.
Schon wegen der mglichen Nebenwirkungen.
Aber das ist nun mal meine Subjektive, da ich auf Unabhngigkeit stehe und wirklich nur
Notwendiges
einnehme.
Wenn der Leidensdruck sehr hoch ist wird schnell mit massiven Mitteln geschossen.
Vorschlag: Wenn's ohne besser ging/geht und eine leichte Verschlimmerung eintritt,
statt der Chemiekeule ein bischen was von Mutter Natur.
Also bevor der Druck wieder ganz hoch geht! Baldrian, Melisse ; Hypericon......
Cool
_________________
das licht kommt nicht aus der apotheke!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden AIM-Name Yahoo Messenger MSN Messenger
Stefan4242
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 13.01.2007
Beitrge: 337

BeitragVerfasst am: 05.11.08, 13:15    Titel: Re: Volt! Antworten mit Zitat

Hallo,

dragoness hat folgendes geschrieben::
Tschuldigung, aber ich wrde es doch mit sanfteren Helferchen probieren.

Ebenso sorry, wenn ich dir da (aus meiner eigenen Erfahrung, aus der meiner Frau, und aus der vieler guter Bekannter) vehement widersprechen muss.

Zitat:
da ich auf Unabhngigkeit stehe und wirklich nur
Notwendiges
einnehme.
Wenn der Leidensdruck sehr hoch ist wird schnell mit massiven Mitteln geschossen.
Vorschlag: Wenn's ohne besser ging/geht und eine leichte Verschlimmerung eintritt,
statt der Chemiekeule ein bischen was von Mutter Natur.
Also bevor der Druck wieder ganz hoch geht! Baldrian, Melisse ; Hypericon......
Cool

Auf deine verbale "Keule" hinsichtlich "geschossen" und "Chemiekeule" gehe ich lieber gar nicht ein. Lohnt sich nicht.

Nur soviel: wenn dir "Mutter Natur" mit Baldrian, Johanniskraut o.. in einer Depression geholfen hat... dann weisst du schlichtweg nicht aus eigener Erfahrung, was _wirklich schlimme_ Depressionen sind. Ich habe berhaupt keine Vorbehalte gegen pflanzliche Medikamente, Homoeopathie usw. Ich habe auch meine Erfahrungen mit Hypericin, hochdosiert... Aber: Die Mittel, die du genannt hast, mgen vielleicht bei leichten Stimmungsschwankungen helfen - die aber kaum unter die klinische Diagnostik einer mittleren bis schweren Depression fallen, sondern allenfalls unter Pseudo-Mode-"Krankheiten" wie SAD usw.

Daher eine Bitte: gib' keine Tipps zu Dingen, von denen du nichts verstehst. Und danke Gott (oder wem auch immer), dass du sie nicht kennst.

Viele Gre,
Stefan
_________________
Ich glaube nicht (an einen persnlichen Gott), aber ich kenne eine persnliche Kraft, deren Wirkung kein Widerstand entgegengesetzt werden kann. Ich nenne sie Gott. (C.G.Jung)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
PiriPiri
Interessierter


Anmeldungsdatum: 29.10.2008
Beitrge: 8

BeitragVerfasst am: 07.11.08, 20:25    Titel: Antworten mit Zitat

danke an alle!

PiriPiri
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beitrge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    medizin-forum.de Foren-bersicht -> Psychiatrie Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehen Sie zu:  
Sie knnen keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Sie knnen auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Sie knnen an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
© Deutsches Medizin Forum 1995-2019. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de.