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Thrombose in der Stillzeit

 
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SuseGPC
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 16.06.2005
Beitrge: 79

BeitragVerfasst am: 14.11.08, 10:33    Titel: Thrombose in der Stillzeit Antworten mit Zitat

Hallo,

bei mir wurde am Mittwoch eine Thrombose im Unterschenkel via Doppler diagnostiziert.
Der Kardiologe verordnete zunchst Innohep und Phenprocoumon unter der Auflage, dass ich sofort abstille. Nach Rcksprache mit meiner Hausrztin und deren Telefonat mit dem Kardiologen haben wir die Medikamentation erst einmal auf 10 Tage Clexane 60 mg umgestellt. Dies soll aber keine Dauerlsung fr die nchsten drei Monate bleiben.
Im Internet habe ich nun unterschiedliche Meinungen zu Phenpro und Stillen gefunden.
Der Kleine ist 8 Monate alt und wird noch zweimal tglich gestillt. Fertigmilch lehnt er in jeder Form ab, so dass ein totales Abstillen innerhalb der 10 Tage unrealistisch ist.
Welche Mglichkeiten habe ich?

Vielen Dank

Suse
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Stefan von Sommoggy
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 356

BeitragVerfasst am: 17.11.08, 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Aus meiner Sicht ist bei einer reinen Unterschenkel-Venen-Thrombose die Clexane-Medikation fr 10 Tage wahrscheinlich vllig ausreichend. Dann Duplex-Kontrolle! Aber die Kompressionstherapie 3 Monate weiter fhren.
Viele Gre,
Stefan Sommoggy
_________________
Prof. Dr.med. Stefan von Sommoggy
Klinik fr operative und interventionelle Gefsschirurgie
Schn Klinik Vogtareuth
Krankenhausstr.20
83569 Vogtareuth
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Stefan von Sommoggy
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 356

BeitragVerfasst am: 17.11.08, 15:06    Titel: Antworten mit Zitat

Habe wegen begrenzten eigenen Wissens noch mal bei
Experten nachgefragt:
Zum Thema:

E r s t e n s wre die Frage zu klren, ob wirklich nur ein Doppler gemacht wurde. Dann wre weitere Duplex Diagnostik ntig. Wichtig ist natrlich die Ausdehnung des Befundes und auch das ungefhre Alter...

Z w e i t e n s ist laut Leitlinie der Dt. Ges. fr Angiologie (publiziert in Hmostaseologie 2/2005, 25:219-236) die Anwendung von Vit K Antagonisten vom Warfarin Typ gut untersucht und unbedenklich.

Zitat Marcumar: Verwendung whrend der Schwangerschaft
und Laktation:
Whrend der Schwangerschaft darf und
whrend der Laktation sollte Phenprocoumon
nicht angewendet werden. Es passiert
die Plazentaschranke, und somit besteht die
Gefahr fetaler Hmorrhagien. Auerdem ist
die Anwendung whrend der Schwangerschaft
mit dem potenziellen Risiko kindlicher
Missbildungen behaftet (fetales Warfarin-
Syndrom). Phenprocoumon geht in die Muttermilch
ber, daher ist eine Verstrkung der
physiologischen kindlichen Hypoprothrombinmie
in Einzelfllen nicht auszuschlieen.
Deshalb sollten Suglinge von mit Phenprocoumon
behandelten Mttern Vitamin K1
(Konakion y) erhalten.

D r i t t e n s: ich habe in keiner meiner Unterlagen eine Info finden knnen, die die unbedenkliche Anwendung von Heparinen oder Hiruduinen in der Stllzeit belegt. Alle halten sich fein raus, bzw raten explizit ab. . Es gibt hier wohl keine zuverlssigen Untersuchungen!!

Zitat Enoxaparin :Es liegen keine ausreichenden Untersuchungen
zur Frage eines eventuellen berganges
von niedermolekularen Heparinen in
die Muttermilch vor, jedoch erscheint ein
gerinnungshemmender Effekt auf den Sugling
unwahrscheinlich.

Zitat Fraxiparin: Stillzeit:
Es liegen nur begrenzte Informationen darber
vor, ob Nadroparin-Calcium in die
Muttermilch bergeht. Deshalb wird von
einer Anwendung von Fraxiparin whrend
der Stillzeit abgeraten.

Zitat Revasc: Es ist nicht bekannt, ob Desirudin in die
Muttermilch bergeht. Stillenden Mttern ist
daher anzuraten, abzustillen oder andere
Arzneimittel zu verwenden.

Zitat Refludan: ber die Anwendung von Refludan in der
Stillzeit liegen derzeit keine Erfahrungen vor.
Refludan sollte daher nicht in der Schwangerschaft
oder Stillzeit angewendet werden.



V i e r t e ns : aus der Praxis fr die Praxis:
Marcumar trittnur zu 2-3 % von der Mutter in die Muttermilch ber. Problem nur bei Frhchen und bei gerinnungskranken Kindern. Allerdings (im 8. Monat post partum) an Verhtung fr die Mutter denken

NMH sind aufgrund der Moleklgre, der fehlenden Lipophilie und des niedrigen pHs nicht in der Muttermilch vorhanden und werden in Ro bedenkenlos gegeben. Dosierung und Anwendung wie bei Nicht Stillenden.

Warum Leitlinien und Fachinfos hier so zurckhaltend sind, kann nur mit juristischwen Problemen beantwortet werden.

LG

R Hamann
Zitat Ende
Viele Gre,
Stefan Sommoggy
_________________
Prof. Dr.med. Stefan von Sommoggy
Klinik fr operative und interventionelle Gefsschirurgie
Schn Klinik Vogtareuth
Krankenhausstr.20
83569 Vogtareuth
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SuseGPC
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 16.06.2005
Beitrge: 79

BeitragVerfasst am: 18.11.08, 11:12    Titel: vielen herzlichen Dank Antworten mit Zitat

Sie haben sich mehr Mhe gemacht als der behandelnde Phlebologe!

Suse
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