Navigationspfad: Home
medizin-forum.de :: Thema anzeigen - Wie sieht ein Toter nach einer Woche aus?
Deutsches Medizin Forum
Foren-Archiv von www.medizin-forum.de
Achtung: Keine Schreibmglichkeiten! Zu den aktiven Foren whlen Sie oben im Men "Foren aus!
 
 SuchenSuchen 

Wie sieht ein Toter nach einer Woche aus?

 
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    medizin-forum.de Foren-bersicht -> Innere- und Allgemeinmedizin
Vorheriges Thema anzeigen :: Nchstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
CrusaderKing
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 31.08.2006
Beitrge: 33
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 22.11.08, 01:58    Titel: Wie sieht ein Toter nach einer Woche aus? Antworten mit Zitat

Hallo!

Leider konnte ich meine Frage keinem eindeutigen Unterforum zuordnen, deshalb versuche ich es einfach mal hier.

Ich schreibe zur Zeit eine Hausarbeit ber chemischer Kampfstoffe (Saringas im Krieg usw.). Dabei bin ich auf Berichte gestoen, in denen stand, wie Opfer tagelang tot in der Landschaft rum lagen, ohne dass sie jemand 'abgeholt' hat. Jetzt habe ich mir die Frage gestellt, wie man sich so etwas vorstellen kann. Stinkt das nicht total nach den verwesten Leichen? Knnen sich da andere Menschen berhaupt in der Nhe aufhalten? Wie sehen die Toten nach einer Woche oder so aus?

Vielleicht kann mir jemand da helfen. Ich berlege, ob man solche Informationen mit in die Arbeit einbinden kann.

Vielen Dank jedenfalls schonmal!

Gre, King
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
BrigitteK
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 03.01.2005
Beitrge: 628

BeitragVerfasst am: 22.11.08, 15:10    Titel: Wie sieht ein Toter nach einer Woche aus? Antworten mit Zitat

Das ist ein heikles Thema, so wte ich gern, wann ein Verstorbener verwest ist, wird der Verstorbene schwarz, so behaupten es Bekannte und wann und woher kommen die Wrmer? Ich kenne niemanden, der mir Antworten darauf geben knnte. Ich muss mich in der Patientenverfgung entscheiden, ob ich mich mal verbrennen lasse oder ganz normal begraben werden will, aber die Wrmer.....!!!

Ich wnsche allen eine schne Adventszeit,
BK
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
CrusaderKing
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 31.08.2006
Beitrge: 33
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 23.11.08, 13:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich meine einmal gelesen zu haben, dass die eigentliche Verwesung direkt nach dem Tod einsetzt, aber die uerlich sichtbaren Anzeichen (auer Totenflecken, Leichenstarre und Venen die heraustreten) erst einige Tage spter kommen. Was einige Tage spter heit, ist dann sehr davon abhngig wo sich der Tote befindet. An Orten mit viel Sauerstoff (an der frischen Luft) geht es am schnellsten, unter der Erde dauert es etwa doppelt so lange und im Wasser etwa vier mal so so lange. Also ein Toter in einer nicht sonderlich sauberen Wohnung, drfte nach 4 oder 5 Tagen nicht mehr so gut aussehen, drauen an der Luft bei trockenem Wetter wrde ich so auf 7 bis 8 Tage tippen. Aber ich bin halt kein Fachmann...

Viele Gre,
King
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
zackbohne
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.06.2008
Beitrge: 471

BeitragVerfasst am: 23.11.08, 14:04    Titel: Antworten mit Zitat

Holla,

wobei es eher ein Thema fr die Anatomie/Pathologie als fr die Innere ist, welche sich im Allgemeinen eher mit dem noch lebenden Menschen beschftigt Winken.

Wie eine Leiche, die irgendwo in der Botanik herumliegt, aussieht, hngt von unterschiedlichsten Faktoren ab. Das wren zum Beispiel (an externen Einflufaktoren) Auentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Bodenbeschaffenheit, Bakteriendichte, umgebende Flora und Fauna, und natrlich die Liegezeit. An internen Faktoren htten wir zum Beispiel den Ernhrungszustand, den Fettgehalt im Gewebe, die Situation im Verdauungstrakt u.v.m.

Daher kann es gut sein, dass eine Leiche einerseits schon nach wenigen Tagen nahezu vollstndig zersetzt ist, andererseits auch ber Jahrhunderte in mehr oder weniger gutem Erhaltungszustand bleiben kann. Insbesondere Sauerstoffentzug (Bedeckung mit bestimmten Materialien, Verschttung, beabsichtigte oder unbeabsichtigte Konservierung) kann den Zersetzungszustand hinauszgern oder modifizieren, man denke nur an die hufigen Flle von sog. Wachsleichen oder an den berhmten tzi. Manche Leichen werden auch sofort von Wildtieren gefressen, prominentes Beispiel drfte Steve Fossett sein.

Die "normale" Verwesung beinhaltet in der Tat auch eine schwrzliche Verfrbung, die natrlich -aus Erfahrungen von Exhumierungen- auch im Sarg auftritt. Die vollstndige Zersetzung bis zum Skelett dauert blicherweise einige Monate bis Jahre, wobei die Zersetzung eher durch Mikroorganismen als durch Wrmer o.. eingeleitet wird. Parallel beginnt eine organische Zersetzung auch von innen, nicht zuletzt durch aggressive Substanzen wie Magensure oder Galle, da die Schleimhautbarriere ausfllt.

Erschpfend mit dem Thema, vor allem mit der so genannten forensichen Entomologie, hat sich z.B. der Biologe Marc Benecke befat. Auf dessen Wiki finden die, die es interessiert, umfangreiches Informationsmaterial.
_________________
Grle,
zackbohne
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
CrusaderKing
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 31.08.2006
Beitrge: 33
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 23.11.08, 17:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zackbohne!

Danke fr die Infos! Ich habe mir soeben das Wiki von Mark Benecke mal angeschaut, hab allerdings nicht unbedingt Antworten auf meine Fragen gefunden. (Vielleicht hab ich aber auch nur nicht richtig geguckt... ) Deshalb nochmal eine letzte Frage hier:

Was wrde man erwarten, wie stark ein Toter nach einer Woche riecht, wenn er in der freien Natur liegt (aber nicht von Tieren angefressen bzw. zerfressen wurde)? Kann man da halbwegs eine Antwort geben? z.B. gar nicht, weil er ja an der 'frischen Luft' liegt?

Vielen Dank nochmal!

Gre,
King

PS: Vielleicht kann ein Admin dieses Thema ja in das richtige Forum verschieben?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
zackbohne
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.06.2008
Beitrge: 471

BeitragVerfasst am: 23.11.08, 18:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo CrusaderKing,

das Geruchsempfinden ist natrlich sehr subjektiv und der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier Winken. Allerdings riecht ein verwesender, grerer Krper (am Beispiel von verendeten Weidetieren) -gelinde ausgedrckt- doch sehr intensiv, und ist auch in der freien Natur oft weithin wahrzunehmen. Aus Berichten von Kriegsberlebenden und eigenen "Geruchserfahrungen" in der Pathologie ist dies, unter entsprechend ungekhlten Bedingungen innerhalb weniger Tage, auch auf menschliche Leichen zu bertragen.
_________________
Grle,
zackbohne
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
CrusaderKing
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 31.08.2006
Beitrge: 33
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 23.11.08, 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

Also Danke erstmal fr die Antwort, zackbohne!!! Wenn Du in der Pathologie arbeitest, kannst du ja sicherlich auch sagen, wie so ein Toter riecht. Ich hab mal gehrt, dass der Geruch unangenehm slich ist. Klingt irgendwie komisch, stimmt das denn?

Viele Gre,
King
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
zackbohne
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.06.2008
Beitrge: 471

BeitragVerfasst am: 24.11.08, 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo King,

dann will ich erst einmal das Miverstndnis ausrumen, da ich in der Pathologie arbeite. Dem ist nicht so, viele Berufsgruppen (Heilberufe, Kriminalistik, Biologie ...) mssen im Rahmen ihrer Ausbildung dort vorbeischauen Winken.

Dann ist es auch nicht so, dass Pathologie gleich "Leichenschau" ist. Sehr viele Stunden verbringt z.B. der angehende Mediziner mit dem Studium der allgemeinen und speziellen Pathologie, wobei die Praxis allenfalls aus dem Mikroskopieren von histologischen Kursprparaten besteht, wenn es gut kommt noch ein paar Makroprparate. Wenn er denn berhaupt in den "Genu" des echten Sektionssaales kommt, wird sich die Untersuchung blicherweise auf einzelne Organe oder Krperteile beschrnken, die weniger nach Leiche, sondern eher nach Formaldehyd riechen (weil dort konserviert).

Und, um das Thema des Geruchs abzuschlieen: Wie gesagt hngt das vom Zustand der Leiche und der subjektivem Wahrnehmung ab. Da im Sektionsraum viel desinfiziert wird und Sektionen mit rein medizinischen Hintergrund oft an Krpern durchgefhrt werden, die nach dem Tod sofort gekhlt wurden, ist der Geruch, wenigstens vor Erffnung der Krperhhlen und Organe, ertrglich. Wenn hingegen ein einige Tage in der Sonne gelegener Leichnam z.B. kriminalbiologisch untersucht wird, wird man es mit Fulnis- und Verwesungsgerchen, Madenbefall und Austritt von Krperflssigkeiten zu tun haben, die alle fr sich einen so unangenehmen Geruch haben, da man es eigentlich gar nicht mehr beschreiben kann.
_________________
Grle,
zackbohne
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
CrusaderKing
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 31.08.2006
Beitrge: 33
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 25.11.08, 00:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hi zackbohne! Smilie

Also vielen Dank fr deine Antworten!!! Ich denke ich kann mir das jetzt ganz gut vorstellen mit dem Geruch... oder es zumindest erahnen.

Falls ich nochmal eine Frage in die Richtung haben sollte, werd ich auch versuchen mich an das richtige Unterforum zu wenden. Winken

Danke nochmal und viele Gre,
King
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beitrge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    medizin-forum.de Foren-bersicht -> Innere- und Allgemeinmedizin Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehen Sie zu:  
Sie knnen keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Sie knnen auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Sie knnen an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
© Deutsches Medizin Forum 1995-2019. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de.