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medizin-forum.de :: Thema anzeigen - 4: Transplantation und Medien: Aufklrung o. Manipulation?
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4: Transplantation und Medien: Aufklrung o. Manipulation?

 
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jaeckel
Administrator


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 4711
Wohnort: Bad Nauheim

BeitragVerfasst am: 27.02.05, 14:03    Titel: 4: Transplantation und Medien: Aufklrung o. Manipulation? Antworten mit Zitat

Ein bewegendes Dokument:
Zitat:

Ein Herz fr Nicole. Die Geschichte einer Transplantation
Montag, 28. Februar
18:00 18:30
ARD-exclusiv
3sat

Das Flugzeug landet mitten in der Nacht, um Nicole abzuholen. Das ersehnte Herz ist da, vielleicht die Rettung fr das zwlfjhrige Mdchen, das ohne eine Transplantation keine berlebenschance hat. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. HR-Autor Clemens Bollinger erzhlt die dramatische Geschichte einer Transplantation in allen Details: Wie Nicole aus dem Thringer Wald ins Kinderherzzentrum der Gieener Uniklinik kommt, nach einem Flug im Schneegestber. Wie ein Spezialistenteam in derselben Nacht Richtung Italien startet, um dort das neue Herz abzuholen. Und wie das rzteteam in Gieen die kleine Patientin auf die schwere Operation vorbereitet. "Ein Herz fr Nicole" ist die anrhrende Reportage ber einen Kampf um Leben und Tod. ber die Gefhle der Patientin und ihrer Mutter, aber auch ber die Gefhle der beteiligten rzte und Krankenschwestern. Und nebenbei wird sichtbar, wie das Netzwerk der modernen Transplantationsmedizin funktioniert, in dem Kliniken aus ganz Europa zusammenarbeiten. Nicole ist eine Woche nach der erfolgreichen Transplantation an einer Gehirnblutung verstorben. Vor der Operation hatte sie festgelegt, dass sie im Falle ihres Todes ihre Nieren als Organspende zur Verfgung stellen wrde. Durch diese Spende konnten zwei Menschen berleben. Es war Nicoles Anliegen, das Thema Herztransplantation strker publik zu machen und ihre Geschichte zu erzhlen - ganz gleich, wie sie ausgeht. Der Film wurde zu ihrem Vermchtnis.


Link zur ARD

Dieser Fernseh-Beitrag ist/war in vieler Hinsicht beispielhaft. Fr diejenigen, die zufllig zugeschaut haben:

Welche wichtigen Fragen wurden in dem Beitrag nicht aufgeworfen?
Wie wurde der Spender von Nicoles Herz in dem Beitrag dargestellt?
Wie sollte Aufklrung erfolgen?
_________________
Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jckel
www.medizin-forum.de
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Annette Koch
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 29.09.2004
Beitrge: 994
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 28.02.05, 19:44    Titel: Re: 4: Transplantation und Medien: Aufklrung o. Manipulatio Antworten mit Zitat

[quote="jaeckel"] "Ein Herz fr Nicole"
Zitat:

Welche wichtigen Fragen wurden in dem Beitrag nicht aufgeworfen?
Wie wurde der Spender von Nicoles Herz in dem Beitrag dargestellt?
Wie sollte Aufklrung erfolgen?


Sehr geehrter Hr. Jaeckel!

Leider habe ich diesen Beitrag nicht gesehen! Aber nach diesen Informationen die ich hier erhalten habe stelle ich fest, dass alles sehr bewegend klingt. Sogar Gefhle der Mutter, der Patientin, dem Pflegepersonal u. den rzten wurden festgehalten.
Auch der Aufwand der betrieben wurde wie das Abholen des Organs usw. , alles festgehalten! Klingt fast so wie in einem "Roman"!

> Wessen Herkunft war der Spender in erster Linie
>wie ist er verstorben
>Frau oder Mann
>Alter

Fragen ber die Patientin blieben offen:

>welche Vorerkrankung hatte sie?
>Welche Chance zum berleben hatte sie nach der OP?
>Sie verstarb an einer Hirnblutung = warum??ist hier nicht dargestellt!

>Frage ber die Kosten dieser Aktion?
>Vor allem wo liegt die Grenze?
>Stand die Patientin auf irgendeiner Warteliste?

Zum Schlu wurde noch erwhnt sie htte Ihre Organe nach ihrem Tod freigegeben!
>Kann ein Kind in diesem Alter berhaupt entscheiden was mit ihr "danach" passiert,
schlielich haben die Eltern die Entscheidungsgewalt!
>Haben sich die Eltern an den Kosten beteiligt?

Fr mich stellt sich dieser Fall eher manipulierend dar, jetzt mal auer Acht gelassen dass der Fall hier so bewegend dargestellt wurde!


Liebe Gre

corectly
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T. Fojt
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 13.01.2005
Beitrge: 36
Wohnort: Lkr. Rgbg.

BeitragVerfasst am: 05.03.05, 18:08    Titel: Re: 4: Transplantation und Medien: Aufklrung o. Manipulatio Antworten mit Zitat

Zitat:
Original von jaeckel
"Ein Herz fr Nicole"

Welche wichtigen Fragen wurden in dem Beitrag nicht aufgeworfen?
Wie wurde der Spender von Nicoles Herz in dem Beitrag dargestellt?
Wie sollte Aufklrung erfolgen?


Zitat:
Original von corectly
Sehr geehrter Hr. Jaeckel!

Leider habe ich diesen Beitrag nicht gesehen! ........

> Wessen Herkunft war der Spender in erster Linie
......
......
......
>Sie verstarb an einer Hirnblutung = warum??ist hier nicht dargestellt!


Wie im Zitat schon geschrieben -> Hr. Jaeckel scheint eher auf den Kreis zu zielen, welcher auch den Beitrag gesehen hat!

MfG
Toby
_________________
carpe diem !!
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Annette Koch
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 29.09.2004
Beitrge: 994
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 10.03.05, 08:06    Titel: Re: 4: Transplantation und Medien: Aufklrung o. Manipulatio Antworten mit Zitat

Lieber Hr. Jaeckel!


[quote="jaeckel"]Ein bewegendes Dokument:
Zitat:
Dieser Fernseh-Beitrag ist/war in vieler Hinsicht beispielhaft. Fr diejenigen, die zufllig zugeschaut haben:



Hatten sie nicht die wichtigsten Aussagen in diesem Zitat "Ein Herz fr Nicole" zusammengefat?Oder fehlen mir wichtige Informationen die mich ihrer Fragen nicht bemchtigen sie zu beantworten?


Liebe Gre


corectly
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jaeckel
Administrator


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 4711
Wohnort: Bad Nauheim

BeitragVerfasst am: 17.03.05, 13:11    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte zunchst an die Zuschauer gedacht, die die Sendung auch gesehen hatten. Aber die Analyse von corectly ist nach meiner Einschtzung trotzdem korrekt. Es gab ja auf der verlinkten Seite jede Menge Infos.

Hier etwas aus der aktuellen Politik: Eine Pressemitteilung von heute:

Zitat:
KAUCH: Bericht der Ethik-Enquete-Kommission vergibt Chancen bei
Organlebendspenden

Zur heutigen bergabe des Zwischenberichts "Organlebendspende" der
Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin" an den Prsidenten
des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse, erklrt der Obmann der
FDP-Bundestagsfraktion in der Kommission, MICHAEL KAUCH:

Der Zwischenbericht "Organlebendspende" gibt den 12.000 Menschen, die
schwerkrank und vom Tode bedroht auf den Wartelisten fr ein Organ stehen,
keine Antwort. Aus Sicht der FDP-Vertreter in der Enquete-Kommission muss
jede Chance genutzt werden, diesen Menschen zu helfen, sofern sie nicht mit
einer Kommerzialisierung des Krpers verbunden ist. Diese Chancen schpft
der Bericht nicht aus.

Insbesondere die Weigerung der Kommissionsmehrheit, den strafrechtlich
begrenzten Spenderkreis zu erweitern, trifft auf das Unverstndnis der
FDP-Vertreter in der Enquete-Kommission. Die Liberalen pldieren fr die
Zulassung der berkreuz-Spende und fr anonyme Lebendspenden in den
Organpool, wie sie in den USA und Teilen Europas zugelassen sind.

Auch die so genannte Subsidiaritt der Lebendspende sollte aus dem Gesetz
gestrichen werden. Die heutige Rechtslage fhrt dazu, dass selbst dann
Organe von Toten transplantiert werden mssen, wenn ein ber die Gefahren
aufgeklrter Ehegatte oder Verwandter ein Organ lebend spenden will - obwohl
beim derzeitigen Stand der Medizin die berlebensraten der Empfnger bei
lebend gespendeten Organen besser sind als bei postmortalen Organen.

Ich bedaure die gestrige Aussage des Prsidenten der Bundesrztekammer
(BK), Wolfgang Hoppe, der den gesetzlich zulssigen Spenderkreis entgegen
der Forderung der Stndigen Kommission Organtransplantation der BK nicht
ausweiten will. Hoppe begrndet seine Position mit den Risiken fr den
Spender. Diese sind in der Tat nicht zu vernachlssigen. Aber es ist Aufgabe
der rzte, einen potenziellen Spender ber Gesundheitsgefahren aufzuklren.
Diese Aufgabe kann ihnen das Strafrecht nicht abnehmen. Aus Sicht der
Liberalen muss immer der einzelne Mensch die Letztentscheidung ber seinen
Krper haben. Das betrifft auch die Organtransplantation nach erfolgter
Aufklrung ber Chancen und Risiken.

Die berkreuzspende, die wir fordern, ermglicht zwei Paaren die
wechselseitige Transplantation, wenn sie aufgrund von
Blutgruppen-Unvertrglichkeit jeweils nicht dem eigenen Partner, wohl aber
dem Partner eines anderen eine Leber oder eine Niere spenden knnen. Dies
kann heute nur in rechtlichen Grauzonen stattfinden. Aus liberaler Sicht
sollte das Transplantationsgesetz explizit Menschen diese Mglichkeit geben,
ihren Partnern zu helfen.

Zudem sollten als Ausnahme und nach genauer Prfung des Einzelfalls durch
die Lebendspendekommissionen auch gezielte Lebendspenden ohne Nheverhltnis
in Notstandsfllen explizit im Transplantationsgesetz zugelassen werden. Ein
Notstandsfall, der eine solche gezielte Lebendspende unter Fremden
rechtfertigen kann, ist dann gegeben, wenn die Transplantation zur Erhaltung
des Lebens des Empfngers erforderlich ist, kein postmortales Organ bzw.
kein Organ aus einer Lebendspende von einer Person mit Nheverhltnis
verfgbar ist und die Umstnde es nahe legen, dass es sich um eine
nicht-vergtete Organspende handelt. Eine solche Regelung wrde
Rechtssicherheit zur Lebensrettung schaffen und zugleich berechtigten Sorgen
im Blick auf einen Organhandel begegnen.

Sollte der Gesetzgeber die Vorschlge des FDP-Sondervotums nicht aufgreifen,
so schlagen wir vor, zumindest die Strafandrohung gegen den
transplantierenden Arzt bei Versten in diesen Fllen durch ein Bugeld zu
ersetzen.

___________________

Michael Kauch, MdB
Deutscher Bundestag
11011 Berlin
Tel. 030/227-70535
Fax 030/227-76535



Was halten Sie davon?
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Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jckel
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Annette Koch
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Anmeldungsdatum: 29.09.2004
Beitrge: 994
Wohnort: Hannover

BeitragVerfasst am: 20.03.05, 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Dr. Jaeckel, hier einige Gedanken der hier bermittelten Pressemitteilung!

Zitat:

Insbesondere die Weigerung der Kommissionsmehrheit, den strafrechtlich
begrenzten Spenderkreis zu erweitern....

Natrlich wrde es den Topf der Organspenden erheblich fllen, nur stnden jetzt zur Wahl ein "normales Organ" + "ein Organ eines Straftters", htten die Empfnger die Wahl???? Hier wird auf Anonymitt gepocht!!! Wrde hier der Arzt entscheiden, wrde sich nicht dadurch eine 2-Klassenmedizin entwickeln?? Fr die besser Gestellten das Organ eines Brgers, fr die Anderen die II. Wahl??? Vergleichbar mit Bio-Obst und gezchtetem Obst??? Wie wrde sich ein Organempfnger fhlen? wollte hier rein mal eine These aufstellen wie es laufen knnte???


Auch die so genannte Subsidiaritt der Lebendspende sollte aus dem Gesetz
gestrichen werden. Die heutige Rechtslage fhrt dazu, dass selbst dann
Organe von Toten transplantiert werden mssen, wenn ein ber die Gefahren
aufgeklrter Ehegatte oder Verwandter ein Organ lebend spenden will - obwohl
beim derzeitigen Stand der Medizin die berlebensraten der Empfnger bei
lebend gespendeten Organen besser sind als bei postmortalen Organen.

Nach eingehender Einfhrung und Aufkrung wre dies durchaus vorstellbar!
Vielleicht unter Einfhrung einer bestimmten Altersgrenze? Knnten nicht Eltern unter dem Standpunkt ein Kind zeugen, dass es spter z.b fr ein krankes Geschwisterkind ein Organ spenden knnte??


Diese Aufgabe kann ihnen das Strafrecht nicht abnehmen. Aus Sicht der
Liberalen muss immer der einzelne Mensch die Letztentscheidung ber seinen
Krper haben. Das betrifft auch die Organtransplantation nach erfolgter
Aufklrung ber Chancen und Risiken.

Die berkreuzspende, die wir fordern, ermglicht zwei Paaren die
wechselseitige Transplantation, wenn sie aufgrund von
Blutgruppen-Unvertrglichkeit jeweils nicht dem eigenen Partner, wohl aber
dem Partner eines anderen eine Leber oder eine Niere spenden knnen. Dies
kann heute nur in rechtlichen Grauzonen stattfinden. Aus liberaler Sicht
sollte das Transplantationsgesetz explizit Menschen diese Mglichkeit geben,
ihren Partnern zu helfen.


Letztendlich entscheidet sich ein Spender auf derselben "Gesundheitsebene" zu wandeln in der sich ein Empfnger danach befindet?!


Zudem sollten als Ausnahme und nach genauer Prfung des Einzelfalls durch
die Lebendspendekommissionen auch gezielte Lebendspenden ohne Nheverhltnis
in Notstandsfllen explizit im Transplantationsgesetz zugelassen werden. Ein
Notstandsfall, der eine solche gezielte Lebendspende unter Fremden
rechtfertigen kann, ist dann gegeben, wenn die Transplantation zur Erhaltung
des Lebens des Empfngers erforderlich ist, kein postmortales Organ bzw.
kein Organ aus einer Lebendspende von einer Person mit Nheverhltnis
verfgbar ist und die Umstnde es nahe legen, dass es sich um eine
nicht-vergtete Organspende handelt. Eine solche Regelung wrde
Rechtssicherheit zur Lebensrettung schaffen und zugleich berechtigten Sorgen
im Blick auf einen Organhandel begegnen.

Wie es uns auch schon in der 3. Welt begegnet, in der Menschen die sich innerhalb der Armutsgrenze befinden keinen anderen Ausweg mehr sehen als "ein Organ zu spenden" und deshalb die Aufklrung ber die Risiken einer solchen "solchen Unternehmung" in Kauf nehmen bzw. als lstigen "Beipackzettel" ansehen!


Sollte der Gesetzgeber die Vorschlge des FDP-Sondervotums nicht aufgreifen,
so schlagen wir vor, zumindest die Strafandrohung gegen den
transplantierenden Arzt bei Versten in diesen Fllen durch ein Bugeld zu
ersetzen.[/color]
___________________


In diesem Falle mte sich ein Arzt entgegen seiner Verpflichtung entscheiden einem Empfnger "die entsprechende Hilfe nicht zukommen zu lassen" und folgt er schlielich seinem Eid so begibt er sich dafr an Stelle des Gesetzgebers als wandelnder Paragraph !?



Michael Kauch, MdB
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Was halten Sie davon?[/quote]

Nun, hier meine Gedanken dazu!


liebe Gre


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Anmeldungsdatum: 02.07.2005
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 02.07.05, 13:08    Titel: Geschenk oder faules Geschft? Gedanken eines Lebendspenders Antworten mit Zitat

Ich kann mich der Argumentation von Herrn Kauch genau ansclieen.
Desweiteren bin ich aus unzhligen Gesprchen davon berzeugt, da die Spendebereitschaft in unserem Land folgendermaen erhht werden knnte:

1. Aufklrungspflicht in der Schule durch hierfr speziell ausgebildetes Personal.

Zwar hrte ich gestern in den Nachrichten, da zuknftig jeder Fhrerscheinneuling ber das Thema Hirntod und Organspende aufgeklrt werden soll, jedoch finde ich es eine Pflicht des Staates die Spendebereitschaft der Bevlkerung voll abzuschpfen. Damit die Bereitschaft zur Organspende auf der Grundlage von grndlichster Aufklrung ggf. ermittelt werden kann, mu diese Aufklrung der Staat auch leisten.

2. Aufklrungspflicht btr. der Hinterbliebenen, Prf- und Einmeldepflicht fr Krankenhuser nach Vorliegen der Explantationskriterien bei Eurotransplant bzw. derDSO.

Sollten die Kriterien fr eine Organexplantation nach vorliegen einer Hirntoddiagnose vorliegen, sollte das Krankenhaus verpflichtet sein, den Fall unverzglich an die DSO bzw. Eurotransplant zu melden, um so eine Transplantation zu ermglichen. Die Prfung des Vorliegens der Kriterien zur Explantation, sowie ggf. die Ermittlung des potentiellen Spendewillens durch Befragung der Hinterbliebenen mu den Krankenhusern vorgeschrieben sein. Nichtmeldung mu sanktioniert sein fr den Fall, wenn die medizinischen Kriterien fr eine Explantation vorgelegen haben, auch der Spendewillen des Hirntoten Menschen bestand und dennoch keine Meldung bei der DSO/ Eurotransplant stattfand.

Hier nmlich stellen die nichtmeldenden rzte bzw. Huser eigene Interessen oder Anschauungen ber diejenigen der Spendewilligen und derjenigen, die auf eine Spende angewiesen sind. Ferner mu jeder Fall von "Hirntod" dem Staat gemeldet werden, um so zu ermitteln, ob eine Explantation "versumt" wurde. Kme man zu dem Schlu da eine Explantation in diesem Sinne "versumt" wurde, mten die Strafverfolgungsbehrden aktiv werden.

Da in diesem Land regional sehr unterschiedliche Anzahlen erfolgter Explantationen vorliegen, liegt zum einen an sehr unterschiedlich gut aufgeklrter Bevlkerung, zum anderen an sehr unterschiedlichem Willen der behandelnden rzte und Huser. Auch liegt dies vermutlich an der vormals bestandenen sog. "Widerspruchslsung" in der ehemaligen DDR, die die Aufklrung der Bevlkerung offenbar forcierter vornahm als die jetzige Bundesrepublik.

3. Versicherungsschutz fr Lebendorganspender

ich fordere - als Lebendorganspender - eine obligate umfassende Pflichtvericherung fr Lebendorganspender, die weit ber den Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung hinaus geht. Es ist skandals, wenn Lebendorganspender keine Mglichkeit haben, die bestehenden Risiken fr sich und seine Angehrige zu versichern. In meinem eigenen Fall war dies so, da es mir nicht mglich war, eine Lebens- und Berufsunfhigkeitsversicherung, vor dem Hintergrund der bevorstehenden Organspende abzuschlieen. Nun wei ich, da sich da in der Gesetzgebung "etwas tut". Jedoch bin ich der unbedingten Meinung, da der Staat mit seinem "Transplantationsgesetz" nur die negativen Auswirkungen, wie z.B. Organhandel usw. sanktioniert.

Der Staat hat aber vielmehr auch die persnliche Lebenssituation des Lebendspenders zu sichern, indem dem Organspender keine Nachteile durch unzureichenden Versicherungsschutz und Risiken fr seine persnliche Lebenssituation fr sich und seine Angehrigen entstehen!

Dies spielt in der sehr emotional gefhrten ffentlichen Dabatte so gut wie keine Rolle.

Was fr ein guter Mensch mu der Arbeitgeber sein, der seinen Arbeitnehmer ein Organ "spenden lt". Der Arbeitgeber spendet nmlich indirekt gleich mit!

Ich finde, da die Gesellschaft dem Organspender zu aktivem Dank verpflichtet ist, und erst einmal berhaupt einen Rahmen herzustellen hat, in dem sich der Spendewilligige wirklich nach seinen innersten berzeugungen entscheiden kann. Mit jedem Organ das transplantiert wird, erhlt die Gesellschaft ein Geschenk durch den Spender, da sich die Therapiekosten fr den Empfnger direkt und indirekt aller Voraussicht nach verringern. Ein Dialysepatient kann nach der Transplantation aller Voraassicht nach wieder arbeiten! Dialyse ist Palliativmedizin und verschlingt Milliarden! Dialyse darf nur dann die Therapie der Wahl sein, wenn eine Organtransplantation nicht mglich ist!

Insofern verhlt sich die Gesellschaft extrem unsolidarisch, wenn sie sich mit jeder Spende zig hunderttausende Euro vom Spender "schenken" lt, und selbigem bei Weitem nicht dessen Risiko "bis an die Zhne" versichert.

Man sollte in der so extrem hitzig gefhrten Debatt um sog. Organhandel einmal ganz sachlich fragen:

"Wieviele Dialysepatienten sind in Deutschland in einem Jahr der Dialyse ferngeblieben, ohne in Folge ihres Fernbleibens zu versterben?"

Diese Patienten drften transplantiert sein. Wrde die Transplantation nicht auf bestehender Gesetzeslage dokumentiert sein, so knnte man "Organhandel" vermuten, zumal keine spontanen Remissionen oder alternative Therapieformen fr solche Patienten mglich sind.

Umgekehrt mte man genauso sachlich fragen, ob es nicht einigermaen pharisisch ist, wenn der gesamte Gesundheitsapparat und die Gesellschaft seine Kostenersparnis vom Organspender "geschenkt" bekommt, wo dieser doch vermutlich nur demjenigen Menschen, der auf sein Organ angewiesen ist ein Geschenk machen wollte.

Wrde man also bei einer Befragung des Spendewilligen die Antwort erhalten, da er nur den Empfnger, nicht aber die Gesellschaft und die an seiner "Spende" verdienenen Seiten "beschenken" mchte, -so wie die dies bei einer Lebendspende unbedingte Voraussetzung ist,- so kann man vermutlich annehmen, da der Lebendspender die Gesellschaft und die verdienenden Seiten nur deshalb "mitbeschenkt", um sein hheres Ziel, nmlich dem Emfnger das Leben zu retten zu verfolgen.

Deshalb - ich bin kein Jurist - weil sich die Gesellschaft regelmig zum durch den Spender nicht erlaubten Nutznieer dieses "Geschenkes" macht, macht sie sich, so
denke ich, zumindest moralisch des "Organhandels" schuldig. Nicht aber tun dies Spender und Empfnger, da dies weder die Absicht des Spenders noch des Empfngers war! Das wird aber berhaupt nicht in der ffentlichen Debatte bercksichtigt!

Da also die Gesellschaft, und damit jeder einzelne im Land, kein "Zaungast" der Transplantationsmedizin ist, ist sie zunchst einmal sorgflitigst aufzuklren, und hat sich, wenn sie Organtransplation will, den Spendern gegenber sehr dankbar und solidarisch zu zeigen, und einen aktiven Beitrag zu leisten, der die Risiken fr Spender solidarisch absichert.

Mit freundlichen Gren,

Ulrich Coppel

ulrichcoppel@web.de
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Anmeldungsdatum: 02.07.2005
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 02.07.05, 13:56    Titel: Hier noch ein Link Antworten mit Zitat

Hallo,

hab gerade noch vergessen zu sagen, da unser Fall auch zum Bestandteil eines Fimes wurde.

Mehr Informationen gibts hier.

http://www.kantara.de/bluenote/flow.php?id=311

Da sich alle Beteiligten der schon sehr kontroversen gesellschaftlich/ ethischen Debatte bewut waren und sind, wurde sich in diesem Beitrag allerdings auf eine sachliche Darstellung der medizinisch/ wissenschaftlichen Mglichkeit der Organtransplantation und einer besonderen technischen Verbesserung fr die Lebendorganspende beschrnkt. Meiner Meinung ein wichtiger Beitrag zur Aufklrung durch die Medien ohne ideologische Brille!
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