Navigationspfad: Home
medizin-forum.de :: Thema anzeigen - An wen wendet sich eine "Mrderin"?
Deutsches Medizin Forum
Foren-Archiv von www.medizin-forum.de
Achtung: Keine Schreibmglichkeiten! Zu den aktiven Foren whlen Sie oben im Men "Foren aus!
 
 SuchenSuchen 

An wen wendet sich eine "Mrderin"?

 
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    medizin-forum.de Foren-bersicht -> Interdisziplinre Intensivmedizin
Vorheriges Thema anzeigen :: Nchstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Katrin Schuster
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 16.03.2005
Beitrge: 301

BeitragVerfasst am: 17.06.05, 16:47    Titel: An wen wendet sich eine "Mrderin"? Antworten mit Zitat

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

an wen wendet man sich im vorliegenden Fall.

49-jhrige verwitwete Frau nach Badeunfall (reanimiert direkt danach und kurz nach Einlieferung nocheinmal, war etwa 15 Minuten im Wasser). Seit 6 Jahren im Wachkoma, inzwischen 5 Apoplex (Schlaganfall) und vier Reanimationen.
Frau wohnt bei Tochter (noch zwei Geschwister, beide jnger), Tochter pflegt sie, ist selbst schwerer krank, hat eine Tochter, berufsttig (weil alleinerziehend und sonst finanziell unmglich). Keine Patientenverfgung, keine Gesprche vor Unfall ber den Fall des Falles. Pflegende Tochter hat beschlossen, beim nchsten Mal nicht mehr reanimieren zu lassen und dies dem Notarzt mitgeteilt. Beim nchstem drohenden Herzstillstand Notarzt gerufen und erklrt: "Bitte keine Reanimation, nur schmerzlindernde Medikamente", Geschwister kamen zum Abschiednehmen, wollten Mutter aber nicht sterben lassen, wieder Notarzt gerufen, Frau ins Krankenhaus mitgenommen, dort Intensivstation, Reanimation, einige Tage Klinikaufenthalt, dann wieder zu pflegender Tochter. Jetzt tglich mehrmals Kontrollanrufe seitens der Geschwister und Drohung mit Polizei ..., falls Reanimation beim nchsten Mal wieder verweigert.

Bitte keine ethischen, moralischen oder hnlich geartete Zurechtweisungen, habe mir gut berlegt, keiner Reanimation mehr zuzustimmen und es reicht mir schon von meinen Geschwistern als "Mrderin" beschimpft zu werden.

Herzlichen Dank fr eure Antworten im Voraus,
Katrin
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Corry
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 06.02.2005
Beitrge: 2436
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 17.06.05, 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Katrin

Ich finde es eine absolute Frechheit, was deine Geschwister sich da erlauben.
Eigentlich sollte man ihnen die kranke Mutter zu Pflege berlassen.

Hast du denn schon mal bei eurem Hausarzt, respektive beim behandelnden Arzt nach gefragt?

Ich wnsche dir viel Kraft.

LG
Corry
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Anno_58
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 11.06.2005
Beitrge: 27
Wohnort: nrw

BeitragVerfasst am: 17.06.05, 19:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Ich habe Ihnen etwas per Pager geschickt.
Lassen Sie sich nicht verrckt machen und lassen Sie sich schon gar nicht als Mrderin bezeichnen.

Gru

Anno
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Joachim Wagener
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 864

BeitragVerfasst am: 17.06.05, 20:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Frau Schuster,

kleine Fragen, um wichtige Hintergrundinformation zu erhalten:
    (1) Wer ist vom Gericht zum Betreuer ihrer Mutter bestellt?
    (2) Welche Aufgaben sind dem Betreuer zugeordnet?
    (3) Besitzen sie griffbereit (!) Schriftstcke, die die Krankengeschichte und den Zustand ihrer Mutter aus rztlicher Sicht dokumentieren?

Mit hchstem Respekt vor ihrer Leistung: ich glaube, dass wir hier alle zusammen ein paar helfende Gesichtspunkte erarbeiten knnen.

Herzliche Gre; mit guten Wnschen fr sie (und fr ihre Mutter).
_________________
Joachim Wagener
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Anno_58
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 11.06.2005
Beitrge: 27
Wohnort: nrw

BeitragVerfasst am: 18.06.05, 00:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hollo,

offensichtlich existiert neben dem Ethischen- und dem Medizinischen- auch noch ein Rechtsproblem. Dazu folgende Hinweise, zustzlich zu den PM Tipps:

Offensichtlich sind Sie vom Gericht zu Betreuerin Ihrer Mutter mit dem Aufgabenkreis
    Aufenhaltsbestimmung,
    Gesundheitssorge,
    usw.

bestellt. In diesem Fall knnen Sie ggf. eine Patientenverfgung anstelle der Patientin erstellen. Wenn Sie jemand durch Drohung o. . dazu ntigen will, etwas zu tun, zu dulden oder zu unterlassen, so macht diese Person sich mglicherweise bereits selbst strafbar.
Oder wie der Gesetzgeber sagt:
240 StGB "(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen bel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung ntigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

Und bereits:
"(3) Der Versuch ist strafbar."

Lassen Sie sich also durch Drohungen mit der Polizei nicht ins Bockshorn jagen. Der oder diejenige, die dies tun haben sich im Gegensatz zu Ihnen mglicherweise bereits strafbar gemacht.

Gru Anno
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Dr. Ch. Erbschwendtner
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 30.01.2005
Beitrge: 970

BeitragVerfasst am: 19.06.05, 08:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo !

Es empfiehlt sich mit den betreuendem Arzt (Hausarzt, Klinikarzt), dem zustndigem Sachwalter (vom Gericht betraute Person) und evt. auch rechtlichem Beistand den Verlauf der Erkrankung zusammen zu fassen und die Prognose (erwartet Besserungen oder Verschlechterungen) fest zu halten.

Dann erstellen Sie gemeinsam eine Patientenverfgung mit dem Arzt/rzten, was noch gemacht werden soll/darf fr die einzelnen mglichen Komplikationen/Krankheiten.

Die fertige Patientenverfgung bitte auch bei Gericht, welche den Sachwalter bestellt hat deponieren.

Hochachtungsvoll

Erbschwendtner
_________________
Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und prklinische Notfallmedizin
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Joachim Wagener
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 864

BeitragVerfasst am: 19.06.05, 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

Dr. Ch. Erbschwendtner hat folgendes geschrieben::
(...)zustndigem Sachwalter (vom Gericht betraute Person) (...)

Hallo Christian,

in diese Richtung zielte ja meine Anregung mit dem BETREUER (den sterreichischen Begriff SACHWALTER kennt das deutsche Familienrecht nicht).

Wir htten dann die wesentlichen rechtlichen Probleme gelst; aber die Schwierigkeiten innerhalb der Familie wren wohl unverndert. Mglicherweise muss man hinnehmen, dass es in solchen Situationen auch unlsbare Konflikte gibt....

Einen schnen Sonntag!
_________________
Joachim Wagener
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Dr. Ch. Erbschwendtner
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 30.01.2005
Beitrge: 970

BeitragVerfasst am: 19.06.05, 15:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Joachim !

Da gebe ich Dir schon recht.

Oft ist eine von einem kompetenten Auenstehenden moderiertes Gesprch aller Angehrigen untereinander, evt. mit Hinzuziehen des Arztes sinnvoll.

Das fhrt oft zu einem berdenken der eigenen Situation (Warum darf die Mutter nicht sterben, um bei diesem Fall zu bleiben. Oder kann man die anderen Angehrigen in die Pflege einbinden?)

Ich habe persnlich einige dieser Gesprche als Arzt begleitet, Moderation war durch einen Psychologen/Psychotherapeuten bzw. durch einen Seelsorger.

Liebe Grsse

Christian
_________________
Dr.Ch. Erbschwendtner
Internist, LNA
Rett-Med
DMF-Moderator im Forum Rettungsdienst und prklinische Notfallmedizin
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Katrin Schuster
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 16.03.2005
Beitrge: 301

BeitragVerfasst am: 20.06.05, 14:52    Titel: Antworten mit Zitat

Herzlichen Dank fr die Antworten.

Ich wurde zum Betreuer meiner Mutter bestellt, war allerdings aus unserer Familie die einzige, die das machen wollte. Ich wei, dass meine Mutter nicht in ein Heim oder ins Krankenhaus wollen wrde, deshalb habe ich sie bei mir zu Hause. Das mit der Arbeit klappt schon, da ich vorwiegend Schichtdienst habe und mir so alles gut einteilen kann. Auerdem kommt eine Krankenschwester stundenweise zu uns, wenn ich nicht da bin.

Habe auf Ihr Anraten hin mit dem behandelnden Arzt gesprochen, der mir seine Untersttzung zugesagt hat. Sollte meiner Mutter wieder etwas passieren, soll ich ihn anrufen und nicht den Notarzt. Auerdem hat er mit mir die rechtlichen Fragen errtert. Es ist so, dass ich als pflegende Person alleine diese Entscheidung (keine Reanimation mehr) treffen darf. Das werde ich auch tun. Ich werde mich auch mit meinen Geschwistern unterhalten und ihnen die Sache erklren. Denn ich muss zugeben, nicht annhernd ein so guter Mensch zu sein, wie ich es gerne sein wrde. Einer der Grnde, warum ich meine Mutter nicht mehr reanimieren lassen mchte, ist nmlich, dass ich meiner Tochter (9 Jahre) ersparen mchte, jedesmal Angst um ihre Oma zu haben, und mir, ihr imme wieder erklren zu mssen, dass die Oma jetzt in den Himmel kommt und es da viel besser hat und man deshalb nicht traurig sein muss (weil das egoistisch ist) sondern sich fr die Oma freuen sollte, zumal sie ja dann wieder bei Opa ist. Auerdem wird es mir langsam zuviel mit ansehen zu mssen, wie schlecht es ihr geht und ehrlich gesagt auch zuviel Arbeit. Laut meinem Arzt msste schon ein Wunder passieren, dass sich an ihrem Zustand noch etwas ndert, zumindest medizinisch gesehen. Er hat mir angeboten, dies auch meinen Geschwistern zu sagen und mir ein Gutachten zu schreiben, mit dem ich dann (eben wie von Ihnen schon empfohlen) zum zustndigen Gericht gehen und eine Patientenverfgung erlassen kann, unabhngig von dem was meine Geschwister wollen.
Ich mchte halt nicht, dass meine Geschwister dann nix mehr mit meiner Tochter zu tun haben wollen (wegen mir), da diese ja dann keine nheren Verwandten (mich ausgenommen) htte.
Schwierig das alles, aber ich will Sie damit nicht nerven und mich im Gegenteil bedanken, fr die Lsung meines Problems, die Sie mir aufgezeigt haben. Ich bin jetzt richtig erleichtert, egal wie es ausgeht.

Herzlichen Dank, Katrin

P.S. Ich mchte nur noch kurz sagen, dass ich meine Geschwister trotzdem sehr gern habe. Sie sind halt anderer Meinung als ich, haben dafr aber bestimmt auch trifftige Grnde.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
leja
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 11.02.2005
Beitrge: 107
Wohnort: mannheim

BeitragVerfasst am: 18.07.05, 21:13    Titel: Antworten mit Zitat

hallo katrin
meine meinung dazu ist kurz und bndig ,
ich denke jeder mensch hat es verdient in wrde sterben zu drfen,sie sollten den verwanden vor augen halten ,,,,dass man nicht an sich selbst denken darf und soll,,,,,
damit tut man der mutter doch keinen gefallen.es ist immer schwer einen menschen den man liebt zu verlieren, aber es ist noch schwerer die mutter leiden zu sehen.
ich kann sie gut verstehen,denn ich stand vor dem gleichen problem,und hatte die gleichen gewissensbissen wie sie,ich habe bei meiner mutter alle lebenserhaltenden masnahmen abgelehnt und meine mutter gegen den willen meiner verwandschaft sterben lassen.
das ist jetzt fast 2 jahre her,und im nachhinein haben die alle eingesehen dass es richtig war.
ich wnsche ihnen viel kraft
leja
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beitrge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    medizin-forum.de Foren-bersicht -> Interdisziplinre Intensivmedizin Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehen Sie zu:  
Sie knnen keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Sie knnen auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Sie knnen an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
© Deutsches Medizin Forum 1995-2019. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de.