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Vorsorge Diabetes
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Hans Reuter
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Anmeldungsdatum: 11.08.2006
Beitrge: 652
Wohnort: Rhld.-Pfalz

BeitragVerfasst am: 01.03.07, 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Birdie,

Der Insulinresistenz und dem Hyperinsulinismus kann man entgegen wirken mit krperlichen Aktivitten und Normalisierung des Krpergewichtes. Reichen diese Manahmen nicht aus, stehen medikamentse Therapien zur Verfgung.

Zur neuesten Ursachenforschung der genetischen Komponenten folgende Links:

Wesentliche Risiko-Gene fr Typ 2 Diabetes entschlsselt
http://www.diabetes.uni-duesseldorf.de/news/index.html?TextID=3317

Diabetes-Risiko durch Vernderung im TCF7L2-Gen besttigt
http://www.diabetes.uni-duesseldorf.de/index.html?TextID=3287

Erbliche Veranlagung fr Typ 2 Diabetes: Neue Genvariante entdeckt
http://www.diabetes.uni-duesseldorf.de/index.html?TextID=3171
_________________
Mit freundlichen Gren
Hans Reuter


Zuletzt bearbeitet von Hans Reuter am 02.03.07, 07:45, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Birdie
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Anmeldungsdatum: 03.12.2006
Beitrge: 95
Wohnort: Mnchen

BeitragVerfasst am: 01.03.07, 14:35    Titel: Antworten mit Zitat

@Hans Reuter

Das klingt ja nun alles sehr einfach. Ist es aber nicht.
Du verwechselst wie die meisten Ursache und Wirkung. Da Muskelarbeit Glukose verbrennt ist bekannt. Das heit aber nicht, da man damit die genetisch bedingte Insulinresistenz bekmpfen kann. Die BZ Werte verbessern sich, aber die Resistenz bleibt. Und mit der Resistenz auch das bergewicht. "Normalisierung des Krpergewichts" klingt gut, noch besser wre es, zu zeigen, wie das geht. Wenn man einfach davon ausgeht, da jeder, der bergewicht hat, zu viel it, dann macht man es sich zu leicht.
Ich finde es erstaunlich, da heute - wo man doch einiges mehr ber Diabetes wei - krampfhaft versucht wird, in der "Behandlung" dieser Krankheit auf die siebziger Jahre zurckzugehen. Wenn man das hinterfragt, dann kann einem Angst und Bange werden.

Was die Medikamente betrifft, so habe ich erst neulich einen Bericht ber die Nebenwirkungen der Glitazone gehrt. Da wurde mir leicht flau zu Mute. Es gbe viel zu tun in Punkto Diabetes. Wieder mal so zu tun als sei der Patient selbst an seiner Krankheit schuld, ist ein Armutszeugnis fr die rzte, die bei diesem Spiel mitmachen.
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Brigitte Goretzky
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 26.08.2006
Beitrge: 1947
Wohnort: Keighley, West Yorkshire

BeitragVerfasst am: 01.03.07, 19:52    Titel: Antworten mit Zitat

Birdie, was Sie vorschlagen - "eine Messung des Insulinspiegels" - ist keine Vorsorge, sondern Fruehdiagnostik.

Unter Vorsorge versteht man Massnahmen, die den Ausbruch einer Krankheit verhindern oder verzoegern. Das reine Wissen um die individuelle Veranlagung tut dies aber nicht. Spaetestens wenn ein Betroffener weiss, dass er die entsprechende Anlage hat, muss er aktiv werden. Damit sind wir aber wieder bei den von Ihnen kritisierten Massnahmen: abnehmen, bewegen, gesunde Ernaehrung.

Oder haetten Sie eine Idee, wie man der genetischen Disposition zu Leibe ruecken kann?
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Birdie
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Anmeldungsdatum: 03.12.2006
Beitrge: 95
Wohnort: Mnchen

BeitragVerfasst am: 01.03.07, 22:24    Titel: Antworten mit Zitat

Brigitte Goretzky hat folgendes geschrieben::
Birdie, was Sie vorschlagen - "eine Messung des Insulinspiegels" - ist keine Vorsorge, sondern Fruehdiagnostik.

Unter Vorsorge versteht man Massnahmen, die den Ausbruch einer Krankheit verhindern oder verzoegern. Das reine Wissen um die individuelle Veranlagung tut dies aber nicht. Spaetestens wenn ein Betroffener weiss, dass er die entsprechende Anlage hat, muss er aktiv werden. Damit sind wir aber wieder bei den von Ihnen kritisierten Massnahmen: abnehmen, bewegen, gesunde Ernaehrung.

Oder haetten Sie eine Idee, wie man der genetischen Disposition zu Leibe ruecken kann?


Natrlich habe ich keine Idee, wie man der genetischen Dispostition zu Leine rcken knnte. Ich bin kein Genetiker, nur eine Betroffene. Falls das ein Witz sein sollte, so kann ich nicht darber lachen.
Ich habe weder die gesunde Ernhrung noch die vernnftige Bewegung kritisiert. Ich behaupte lediglich, da man damit einen Diabetes nicht verhindern oder wirklich verzgern kann.
Es ist lcherlich eine genetische Disposition mit Dit und Dauerlauf auer Kraft setzen zu wollen. In den ersten Jahren nach einer Diabetes-Diagnose kann man sicherlich seine Werte so im Zaum halten. Aber Diabetes ist eine progressive Krankheit. Wie sieht es nach 20 Jahren aus?
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hjt
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Anmeldungsdatum: 01.03.2007
Beitrge: 438

BeitragVerfasst am: 01.03.07, 23:39    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Birdie,

das Brett ist verdammt dick, an dem auch Du da bohrst ;-( Hab mir die Tage in einer politisch hochkartig besetzten Veranstaltung zur Gesundheitsreform mit absoluter Bestimmtheit sagen lassen drfen, dass Typ2 absolut erworben ist.

Ok, Politiker mssen auf vielen Fachgebieten einfach nachbeten und sich auch die einfachsten Plausibilitts-Prfungen sparen. So wurde z.B. ein renommierter Dsseldorfer Diab-Prof mit der Aussage zitiert, dass die Menge der Typ2 von 1960 - 1980 schon einmal geradezu explodiert sei. Das ist auch richtig. Denn 1960 gab es offiziell noch keinen Typ2, weil die Typenordnung erst 1974-76 eingefhrt wurde. Bei genauerem Hinschauen findest Du als Grundlagen der fachoffiziellen Typ2-Sicht erschreckend viele solcher Milchmdchenzhlweisheiten wie diese erste Typ2-Explosion, die sich vom tatschlichen Faktenwissen nicht im mindesten trben lassen.

So ist endokrinologisches Schulwissen, dass die gesunde Insulinantwort auf einen Glukoseeintrag in 2 Phasen abluft. In der ersten wird in den Inselzellen gespeichertes Insulin ausgeschttet und zwar in einer wohl pulsierenden Art, die die Zuckerausgabe aus der Leber stoppt und mengenmig den Hauptanteil fr eine durchschnittliche Mahlzeit ausmacht, so dass der BZ sich fr weniger als ne Stunde kaum um mehr als 20mg/dl erhht. Und was das Insulin dieser ersten Phase nicht wegzupacken schafft, wird von der zweiten aus der laufenden Inselzellproduktion abgearbeitet.

Und nun ist ebenso endokrinologisches Schulwissen, dass bei werdenden Typ2ern die erste Phase nach und nach abstirbt und immer mehr von ihrer Aufgabe auf die zweite Phase verlagert wird. Dafr wird nirgendwo von einer Gewichtsursache berichtet. Und es ist endokrinologisches Schulwissen, dass damit die Zuckerproduktion der Leber nicht mehr abgeschaltet wird, sondern zumindest anfnglich noch weiter luft und zustzlich zur Glukose aus dem Essen den BZ erhht. Und auch dafr wird nirgendwo von einer Gewichtsursache berichtet. Und es ist endokrinologisches Schulwissen, dass mit der Verlagerung des Ausgabeschwerpunktes auf die zweite Phase zunehmend mehr Insulin ausgeschttet wird, als bei funktionierendem Zusammenspiel beide Phasen zusammen fr die jeweils selbe Last aktivieren wrden. Und auch dafr wird nirgendwo von einer Gewichtsursache berichtet. Und es ist endokrinologisches Schulwissen, dass mehr Insulin zwangslufig mehr Glukose in der Form von Fett einlagert. Das heit, da luft dann ein regelrechter Mastprozess (den jeder Bauer kennt und jeder Ernhrungswissenschaftler fr Menschen verneint), den die noch immer offizielle Ernhrungslehre hervorragend untersttzt. -

Und weil die Betroffenen vor dem berschreiten der alten und viel zu hohen Diagnoseschwellen ja logisch gesund sind und bis zum berschreiten halt meistens dicker - greift eben wieder voll das Milchmdchen Winken

Bisdann, Jrgen
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Hans Reuter
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Anmeldungsdatum: 11.08.2006
Beitrge: 652
Wohnort: Rhld.-Pfalz

BeitragVerfasst am: 02.03.07, 07:40    Titel: Antworten mit Zitat

@Birdie

Zitat:
Das ist meine Meinung zur "Vorsorge Diabetes", nmlich die Ursachen bekmpfen und nicht tausende von Menschen als verfressene und faule Idioten hinzustellen.


Na, na, wer tut denn das? Solche unqualifizierte Aussagen sind mit Sicherheit einer zielfhrenden Prvention des Diabetes mellitus mit seiner besorgniserregenden Epidemiologie in den Zivilisationslndern nicht dienlich.

Deine Statements lassen sowohl auf einen langjhrigen Diabetes mit einer sicherlich nicht erworbenen Insulinresistenz, sondern insgesamt eher um seltene jedoch familir durchaus gehuft vorkommende Genetische Defekte der Insulinwirkung als auch auf Behandlungsfrust schlieen.

Die derzeitigen Programme und gemeinsame Aktionen von Patienten-/Industrie und Fachgesellschaften bzgl. Diabetesprvention zielen auf die zunehmende Zahl an immer jngeren Menschen, die bereits deutliche Symptome eines Metabolischen Syndroms (z.B.bergewicht) zeigen mit immer hufigeren pathologischen Glukosetoleranzstrungen. Sie knnen noch in vielen Fllen mit Lebenstilnderung eine gute Vorsorge treffen, den Diabetes weit hinauszuschieben oder zu verhindern. Diskussionen, ob Ei oder Henne zuerst da war, bringen Patienten und rzte eh nicht weiter, wenn es als erwiesen gilt, dass eine Lifestylnderung mehrheitlich zielfhrend ist.

Hat sich bereits ein Diabetes Typ 2 manifestiert, ist ausgewogene Ernhrung und vermehrte krperliche Aktivitt die Therapie der Wahl.
Selbst neuere Medikamente zur Verbesserung der Insulinempfindlichkeit, die die insulinresistente Diabetesform an der Wurzel anpacken, entbinden nicht von dieser grundstzlichen Therapie. Auch eine potentielle Gentherapie der Zukunft wird diese gesicherte Erkenntnis nicht ber Bord werfen knnen.

@Brigitte Goretzki
Vollkommene Zustimmung!
_________________
Mit freundlichen Gren
Hans Reuter
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Birdie
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Anmeldungsdatum: 03.12.2006
Beitrge: 95
Wohnort: Mnchen

BeitragVerfasst am: 02.03.07, 17:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hans Reuter hat folgendes geschrieben::
@Birdie

Zitat:
Das ist meine Meinung zur "Vorsorge Diabetes", nmlich die Ursachen bekmpfen und nicht tausende von Menschen als verfressene und faule Idioten hinzustellen.


Na, na, wer tut denn das? Solche unqualifizierte Aussagen sind mit Sicherheit einer zielfhrenden Prvention des Diabetes mellitus mit seiner besorgniserregenden Epidemiologie in den Zivilisationslndern nicht dienlich.
!


Diese Aussage ist in der Tat unqualifiziert. Leider hrt man sie allenthalben, in den Medien, bei gewisen rzten und nicht zuletzt bei Diabetikern selbst. Zugegebenermaen nicht so kra formuliert - aber sinngem schon.
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Birdie
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Anmeldungsdatum: 03.12.2006
Beitrge: 95
Wohnort: Mnchen

BeitragVerfasst am: 02.03.07, 18:04    Titel: Antworten mit Zitat

@hjt

Das, was du schreibst ist doch nun wirklich nicht schwer zu verstehen. Zumindest von einem Menschen, der Medizin studiert hat, sollte man erwarten knnen, da er die Zusammenhnge begreift.

Obwohl nun doch eindeutig durch die Forschung bewiesen ist, da Diabetes genetisch bedingt ist, gibt es pltzlich eine unglaubliche Kampagne zu beweisen, da Diabetiker an ihrer Krankheit selbst schuld sind. Das wird in den Medien breitgetreten und die Leute glauben es natrlich, zumal ja oft "serise" Mediziner in dasselbe Horn blasen. Erstaunlicherweise sind ja auch Diabetiker selbst dieser Meinung.

Eigentlich neige ich nicht zu Verschwrungstheorien, aber wenn ich bedenke, wie asozial sich unsere Gesellschaft entwickelt hat und immer noch entwickelt und mit welchem Aufwand und wider besseres Wissen die Behauptung, da Diabetiker selbst schuld sind an ihrer Krankheit, unter die Leute gebracht werden soll, dann beschleicht mich doch ein bler Verdacht. Wer etwas selbst verschuldet hat, der soll auch selbst zahlen. Darauf zielt wohl das ganze Affentheater ab.
Wer sich die Therapie nicht leisten kann, dem droht ein frhes Ableben. Aber wie wir wissen, haben wir doch sowieso zu viele Alte.
Wir scheinen auf eine "schne neue Welt" zuzugehen.
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hjt
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Anmeldungsdatum: 01.03.2007
Beitrge: 438

BeitragVerfasst am: 03.03.07, 07:50    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Birdie,

verschwrungsmig wrde ich das nicht sehen, sondern normal. Schau, als Ende der 60iger Jahre ein Gert entwickelt wurde, mit dem man in der Notaufnahme feststellen konnte, ob es sich bei der Einlieferung um Bewusstlosigkeit infolge Hypo oder Hyper handelte oder nur um ne Alkleiche, kam doch tatschlich ein Nichtmediziner auf die Idee, dass man mit dem Teil auch ohne Bewusstlosigkeit direkt den BZ messen und entsprechend steuern knnte. Bis dahin war der Urinzucker angesagt, der ne Hyper anzeigen konnte, whrend gerade mit ner Hypo die Lichter aus gingen. Der Gutste hatte mit 12 Jahren 1946 DM gekriegt und eigentlich Glck, dass er Ende 60 noch am Leben war. Denn Typ1 bewegte sich damals wie ne Billardkugel munter zwischen Hypo- und Keto-Bande hin und her, gerne 1-2mal pro Woche in der Notaufnahme, und absolutes Therapieziel war, einen Patienten so einzustellen, dass er mglichst lange am Stck unbehelligt zwischen diesen beiden Extremen durch flutschte. Und weil man aus ner schweren Hypo blo aufzuwachen brauchte, whrend ne Keto die aufwndigere Behandlung schwerer Vergiftung nach sich zog, also akut schwerer wog, galt die untere Bande als die gesndere, die man mit ner guten Einstellung halt fter mal rammte. Ansonsten galt der BZ dazwischen als weitgehend unerheblich.

Und dann kam doch dieser Nichtmediziner damals auf die verrckte Idee auszuprobieren, was passiert, wenn man mit Hilfe der neuen Technik ohne Hypos seinen BZ in seinen gewaltigen Schwankungen auf den schmalen Bereich begrenzte, den er bei den meisten Nichtdiabetikern messen konnte. Er hatte bis dahin schon alle fiesen Folgekrankheiten auf sich vereinigt, die man sich so vorstellen kann, auch ernsthafte Nierenschden und deformierte Fe und ... Und dann verschwanden mit seinem normal flach & niedrig gesteuerten BZ in der Folgezeit die aufflligen Blutwerte und der ganze schbige Rest bis auf so substanzielle Schden wie die missgebildeten Fe usw. Ok, er hat seinen Fall dokumentiert und der Fachrzteschaft eingereicht in der Erwartung, dass die nun auch ausprobieren und dann zum Ziel deklarieren wrde, dass Menschen mit DM ihren BZ im normalen Rahmen steuern sollten. Damit wre die ganze DCCT (Diabetes Compliance and Complications Trial, USA 1985-93 fr Typ1) berflssig gewesen, denn wer htte damit noch darum streiten wollen, was besser ist, CT oder ICT. Stattdessen hat die Fachwelt den Amateur ausgelacht und dumm stehen gelassen. Er hat dann Medizin studiert, und man konnte ihm den Zugang zur Fachwelt der Endokrinologie nicht verwehren, aber offiziell anerkannt ist seine Leistung bis heute nicht, obwohl er mit seiner Arbeit den Trend zum flacheren & niedrigeren BZ mit Sicherheit erheblich beschleunigt hat.

Und auch wenn jeden Tag im weltweit grten Feldversuch dieser Art in allen Arzt- und Facharztpraxen dieser Erde dokumentiert wird, wie lngere und unbeschadetere DM-Karrieren mit nher gesnderen BZ-Verlufen korrelieren und zunehmend hhere mit mehr Krankheiten und frherem Tod, gilt bis heute der gesund flache & niedrige BZ nicht als offizielles Therapie-Ziel und der alte Dok R.Bernstein halt als zwar beneidenswert erfolgreicher, aber doch irgendwie alter Quacksalber.

Bisdann, Jrgen
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Birdie
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Anmeldungsdatum: 03.12.2006
Beitrge: 95
Wohnort: Mnchen

BeitragVerfasst am: 03.03.07, 10:03    Titel: Antworten mit Zitat

@hjt

Verschwrung ist vielleicht ein zu starkes Wort. Aber ich sehe nur diesen einen Sinn in den permanenten Fehlinformationen ber Diabetes. Es ist ja leider so, da sogar Diabetiker selbst das Geschwtz glauben und sich vor lauter schlechtem Gewissen nicht trauen einem Arzt mal zu sagen, was Sache ist. Schlechtem Gewissen deshalb, weil sie die Dreistigkeit haben sich satt zu essen und ihr Leben nicht auf dem Sportplatz zu verbringen, auch wenn sie z.B. einen 8 Stundentag im Beruf haben, eine Familie und einen Garten versorgen mssen. Das solle eigentlich Bewegung genug sein.

Ich frchte, irgendwann werde ich mit meinen Vermutungen recht behalten - leider.
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hjt
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Anmeldungsdatum: 01.03.2007
Beitrge: 438

BeitragVerfasst am: 03.03.07, 16:56    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Birdie,

ich hatte ja schon angefangen, die Wahnsinnszahlen aufzudrseln, die bei Typ2 mit einigem an eigener Dynamik drcken knnen, vor allem, wenn man so weiter schaut:

1960 htte es berhaupt sehr viel weniger Menschen mit Diabetes mellitus gegeben als 1980? - Auch so eine Meldung wrde schon dann zutreffen, wenn tatschlich 1980 nicht ein einziger Mensch mit Diabetes mehr htte diagnostiziert werden knnen als 1960. Denn 1960 hatte man sich noch nicht auf die Diagnosekriterien geeinigt, nach denen ein Diabetes 1980 sehr viel eher diagnostiziert wurde. Wie ja schon geschrieben gab es ganz viele neue Typ2, einfach weil es seit 1974 den Typ2 neu gab.

Einen groen Schub neue Typ2 gab es auch von 1980-90. Denn in der Zeit rsteten die Arztpraxen mit eigenen Blutzucker-Testgerten auf. Bis dahin waren sie auf die blichen Laboruntersuchungen angewiesen gewesen, die mehrere Tage dauerten. Nun konnten sie spontan und zeitnah einen ersten Test selbst machen und machten von dieser Mglichkeit zunehmend Gebrauch.

Einen weiteren groen Zuwachs bekam der Typ2-Club, als etwa ab 1990 bei uns in D bei den Nchternblutuntersuchungen routinemig der Blutzucker mit bestimmt wurde. Da begannen auch die Zahlen der Infarkt- und Schlaganfallopfer infolge Diabetes sprunghaft zu steigen, denn die Blutzuckerbestimmung wurde zunehmend mit in die Untersuchungsroutine bei Sterbefllen aufgenommen.

Und den vorletzten groen Schwung in den Anstieg der Typ2-Zahlen brachte schlielich die unsgliche 3D-Propaganda mit den dicken dummen Diabetikern. Denn die Gewichtszunahme ist meistens wesentlicher Teil (Eigeninsulinmast infolge Hyperinsulinmie) des Prozesses, der nach Jahren in die Typ2-Diagnose mndet. Daher ist die Diabetes-Trefferwahrscheinlichkeit bei jedem Test eines beleibteren Zeitgenossen besonders hoch.

Und wahrscheinlich hat sich zuletzt auch schon die Einfhrung der Diabetes-DMPs auf die Entwicklung in der Typ2-Statistik ausgewirkt. Denn in diesem Zusammenhang haben die gesetzlichen Krankenkassen ein besonderes Interesse daran, dass der Diabetikeranteil unter ihren Versicherten mglichst gro ist, weil sie dafr im Rahmen des neu installierten Risikostrukturausgleiches gegenber dem Wettbewerb erhebliche finanzielle Ansprche geltend machen knnen.

So einfach kann sich von z.B. 1960 bis heute eine wahnsinnige Diabetes- und vor allem Typ2-Epidemie darstellen, ohne dass man dafr heute auch nur einen Menschen mehr mit den entsprechend erfllten Diagnosebedingungen bentigt als 1960.
Und zu der wahnsinnigen relativen Zunahme der Betroffenenzahlen auf der Grundlage genderter Diagnosefilter gesellt sich selbstverstndlich noch die absolute derer, die wirklich zustzlich erkranken. Auf diese Weise entsteht ein solcher Erklrungsdruck fr alle betroffenen Systeme, allen voran die der Medizin und Gesundheitsversorgung, dass jede noch so vage Ursachen-Schnellschussmglichkeit als rettender Strohhalm erscheint - und mal ehrlich, mit den Pfunden in guter Tradition. Denn Vllerei (und was zeigte sich sonst mit mehr Pfunden?) war doch schon unseren ehedem sehr dominanten schwarzen Kitteln absolut suspekt ;-(

Bisdann, Jrgen
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Hans Reuter
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Anmeldungsdatum: 11.08.2006
Beitrge: 652
Wohnort: Rhld.-Pfalz

BeitragVerfasst am: 04.03.07, 11:26    Titel: Antworten mit Zitat

Zum Thema:

@effibriest

Zitat:
Besonders dann, wenn eine genetische Disposition vorhanden ist, kann man durch gesunde Lebensweise (Sport, Ernhrung, nicht Rauchen) das Ausbrechen einer Zivilisationskrankheit verhindern oder zumindest verzgern

Genau so ist es !

Mit der Ermglichung eines Gentests zur Feststellung des individuellen Diabetesrisrisikos (T2) erwarten die Wissenschaftler, dass Menschen mit nachgewiesenem erblichen Risiko, ihren Lebensstil anpassen.
Nur so kann man - mit verbesserten Ernhrungsgewohnheiten und ausreichend Bewegung - einem Diabetes mageblich vorbeugen .

mehr in News diabetes-world v.27.Februar 2007
_________________
Mit freundlichen Gren
Hans Reuter
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hjt
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Anmeldungsdatum: 01.03.2007
Beitrge: 438

BeitragVerfasst am: 04.03.07, 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Hans,

wenn Du ein bisschen weiter oben schaust, hast Du einen schnen Kommentar der Moderation zur Frhdiagnostik Winken

Wenn Du in der Betroffenen-Szene nach den Resultaten offizieller Behandlungen von Prdiabetikern oder neuen T2 umschaust, wirst Du die mit einer erschreckend schlechten Quote (Erfolge pro X Nummern Teilnehmer) und erschreckend geringer Qualitt (Jahre an Diagnose-Aufschub pro erfolgreiche Teilnahme) finden. Und wie sollte eine frhere Risiko-Erkennung vor dem Hintergrund eine bessere Prognose haben?

Wenn Du in der Betroffenen-Szene nach dauerhaftem Erfolg schaust, also nach Prdiabetikern oder T2, die im Ergebnis rechtzeitig diagnostiziert ohne Medis ihren BZ schon Jahre zuverlssig gesund (dass ein zuflliger Bluttest sie meistens nicht einmal als diabetesverdchtig ausweisen wrde) steuern, findest Du berall das Lauber-Rezept besttigt: Messen-Essen-Laufen! Also nach dem Messer essen und bewegen!

Denn der Blutzucker steigt erst auffllig an, wenn die erste Antwort-Phase der Inselzellen ausbleibt (ganz offensichtlich vllig unabhngig vom Gewicht!) und die zweite mit der zeitlichen Verzgerung die ganze Arbeit leisten muss.
Wer das einfach nur gesagt bekommt, kann sich darunter wenig vorstellen. Wer den z.T. irren Anstieg ne halbe bis ne Stunde nach dem Essen dagegen auf dem Messgert sieht und ebenso sieht, wie toll er den mit Auswhlen und Portionieren und direkt nachfolgendem Bewegen begrenzen kann, gewinnt damit ein Maximum an Motivation!

Wer also frh in diesem Stadium lernt, mit der gezielten Portionierung und Zusammensetzung des Essens seiner zweiten Phase entgegen zu kommen und die Insulinwirkung eben ggf. mit zustzlicher Bewegung direkt nach dem Essen zu untersttzen, kann mit deren guter Wirkung bei vollkommen gesundem BZ-Verlauf ber Jahre mono auskommen. Und wenn die Wirkung dann doch nachlsst, immer mit dem jeweils absoluten Minimum an Medis. -

Und wie zuverlssig das im gelebten Alltag funktioniert, kannst Du in den meisten Diabetes-Foren und Newsgroups jeden Tag weltweit vielfach nachlesen Smilie

Bisdann, Jrgen, T2 seit 90
Apidra & Lantus
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Birdie
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Anmeldungsdatum: 03.12.2006
Beitrge: 95
Wohnort: Mnchen

BeitragVerfasst am: 04.03.07, 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hans Reuter hat folgendes geschrieben::
Zum Thema:

@effibriest

Zitat:
Besonders dann, wenn eine genetische Disposition vorhanden ist, kann man durch gesunde Lebensweise (Sport, Ernhrung, nicht Rauchen) das Ausbrechen einer Zivilisationskrankheit verhindern oder zumindest verzgern

Genau so ist es !

Mit der Ermglichung eines Gentests zur Feststellung des individuellen Diabetesrisrisikos (T2) erwarten die Wissenschaftler, dass Menschen mit nachgewiesenem erblichen Risiko, ihren Lebensstil anpassen.
Nur so kann man - mit verbesserten Ernhrungsgewohnheiten und ausreichend Bewegung - einem Diabetes mageblich vorbeugen .

mehr in News diabetes-world v.27.Februar 2007



Warum wissen "die Wissenschaftler" (wer auch immer das sein mag), da die Menschen mit genetischem Risiko ihren Lebensstil verbessern mten? Knnen sie aus den Genen ersehen, da diese Leute sich falsch ernhren und zu wenig bewegen?
Oder feiern da wieder mal Vorurteile frhliche Urstnd?
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, da ein Wissenschaftler solchen Unsinnn daherplappert. Diese Leute sind gewohnt, logisch zu denken.
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Brigitte Goretzky
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 26.08.2006
Beitrge: 1947
Wohnort: Keighley, West Yorkshire

BeitragVerfasst am: 04.03.07, 18:12    Titel: Antworten mit Zitat

Birdie hat folgendes geschrieben::
Warum wissen "die Wissenschaftler" (wer auch immer das sein mag), da die Menschen mit genetischem Risiko ihren Lebensstil verbessern mten? Knnen sie aus den Genen ersehen, da diese Leute sich falsch ernhren und zu wenig bewegen?
Oder feiern da wieder mal Vorurteile frhliche Urstnd?
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, da ein Wissenschaftler solchen Unsinnn daherplappert. Diese Leute sind gewohnt, logisch zu denken.


Birdie, lesen Sie sich doch die letzte Antwort von hjt noch einmal in Ruhe durch und denken einmal darueber nach.

Was dort steht ist kein Unsinn, sondern Fakt.
Studien haben mittlerweile belegt, dass grosse Teile der Bevoelkerung falsch essen, zuviel essen und sich dabei zuwenig bewegen. Die "Studienobjekte" waren zufaellig ausgewaehtle Menschen, der Anteil dicker, duenner, gesunder, Diabetiker und was sonst noch herumlaeuft war dabei genausi verteilt wie sie in der Bevoelkerung im Allgemeinen auch verteilt sind. Die Anteile, die sich in der Studienpopulation zeigen, sind dabei ziemlich 1:1 auf die Gesamtbevoelkerung uebertragbar.

Vielleicht sollten Sie sich einmal mit der Methodologie von Studien befassen, um zu verstehen, wieso die Wissenschaftler keinen Unfug reden. Ein Anfangspunkt waere http://en.wikipedia.org/wiki/Statistics und http://de.wikipedia.org/wiki/Statistik, leider ist der englische Beitrag wesentlich ausfuehrlicher.
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