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In der GKV als Privatpatient - rztliche Meinung?

 
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andyandy
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Anmeldungsdatum: 04.11.2007
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 04.11.07, 18:30    Titel: In der GKV als Privatpatient - rztliche Meinung? Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

als Patient will ich sicher sein, dass der Arzt in seinen Entscheidungen, ob er etwas verordnet oder nicht verordnet, sich nicht die Frage stellt, ob er dann mit der Krankenkasse des Patienten Probleme hat, ob er das Quartalsbudget berzieht usw.

Eine private Zusatzversicherung hilft nicht immer weiter, denn die Versicherungstrger schlieen die Erstattung von Behandlungskosten fr bereits bestehende Krankheiten vertraglich aus. Nun gibt es bei einer groen Krankenkasse ein neues Wahltarif, mit dem sich GKV-Versicherte als Privatpatienten behandeln lassen knnen. Ich mchte hier Meinungen von praktizierenden rzten dazu hren, ob es aus rztlicher Sicht vernnftig wre, in ein solches Tarif zu wechseln. Auszge aus den Teilnahmebedingungen, die die rzte bzw. ihre Rechnungen unmittelbar betreffen:

------------

Mitglieder und ihre familienversicherten Angehrigen knnen anstelle der Behandlung ber die Versichertenkarte die ambulante rztliche Behandlung bei Vertragsrzten als Privatpatient in Anspruch nehmen.

Die Teilnehmer ... haben dabei die freie Auswahl unter allen Vertragsarzten. Fr Privatrechnungen, die von rzten fr diese Behandlungen ausgestellt werden, erhlt das Mitglied im Rahmen des Tarifs eine hhere Erstattung von der KK, als es die gesetzlichen Kostenerstattungsregelungen vorsehen. Voraussetzung ist, dass die rztliche Behandlung - magebend ist der Behandlungstag - whrend des Zeitraums der Teilnahme am Tarif stattgefunden hat.
...
Kosten fr rztliche Behandlung im Rahmen stationrer Krankenhausbehandlung oder fr ambulante rztliche Behandlung im Ausland oder fr die Inanspruchnahme eines nicht zur vertragsrztlichen Versorgung zugelassenen Arztes sind im Rahmen dieses Tarifs nicht erstattungsfhig.

Eine Erstattung von entstandenen Kosten durch die KK erfolgt, wenn es sich bei der vom Arzt durchgefhrten Behandlung um eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung handelt. Kosten fr Leistungen, die nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gehren, kann die KK im Rahmen des Tarifs nicht erstatten.

Die im Rahmen des Tarifs erstattungsfhigen Leistungen werden in Hhe von 90 v.H. der erstattungsfhigen Kosten bernommen.

Erstattungsfhige Kosten sind die fr die ambulante rztliche Behandlung nach der Gebhrenordnung fr rzte (GO) vom Arzt in Rechnung gestellten Vergtungen bis zum maximal 3,5fachen des einfachen Gebhrensatzes der GO. Eine berschreitung des 2,3fachen des Gebhrensatzes (Regelhchstsatz) ist nach der GO nur mglich, wenn dies durch die Schwierigkeit und den Zeitaufwand der einzelnen Leistung sowie die Umstnde bei der Ausfhrung gerechtfertigt ist. Sind in der Arztrechnung Leistungen enthalten, fr die dem Teilnehmer mehr als der 3,5fache Gebhrensatz berechnet wurde, betrgt die Leistungshhe 90 v.H. des Rechnungsbetrages, der sich ergeben wurde, wenn der Arzt fr die betreffenden Leistungen maximal das 3,5fache des Gebhrensatzes berechnet hatte.
Enthlt die Arztrechnung Leistungen, fr die im Rahmen des Tarifs keine Erstattung durch die KK mglich ist, werden die dem Teilnehmer dafr entstandenen Kosten bei der Ermittlung des Erstattungsbetrages nicht bercksichtigt.

Die fr Teilnehmer verbleibenden Restkosten in Hhe von 10 v.H. der erstattungsfhigen Kosten je Rechnung sind im Tarif je Teilnehmer auf 400 Euro pro Jahr der Teilnahme begrenzt. Dies gilt auch, wenn im Ausnahmefall die Teilnahme im Tarif vor Ablauf des jeweiligen Teilnahmejahres endet; es erfolgt keine jahresanteilige Berechnung der Hchstgrenze fr die Eigenbeteiligungen. Erreicht ein Teilnehmer mit den vorgenannten Restkosten die Hchstgrenze von 400 Euro innerhalb eines Jahres der Teilnahme, werden bis zum Ende des jeweiligen Teilnahmejahres bei weiteren Rechnungen fr diesen Teilnehmer die erstattungsfhigen Kosten in voller Hhe erstattet.

Das Mitglied muss fr sich und die nach 10 SGB V familienversicherten Angehrigen, fr die der Tarif gewhlt wurde, die spezifizierten Originalrechnungen fr die ambulante rztliche Behandlung zur Erstattung einreichen. Fr die ambulante rztliche Behandlung im Rahmen des Tarifs ist die Versichertenkarte nicht zu verwenden; eine direkte Abrechnung des Arztes mit der KK ist nicht mglich.

------------

- Danke im voraus -


Zuletzt bearbeitet von andyandy am 04.11.07, 19:59, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 04.11.07, 18:59    Titel: Die Erstattung GO x 3,5 Antworten mit Zitat

halt ich fr ein frommes Mrchen.

Sicher hab ich gelesen, dass der PKV-Verband gegen diese Vertrge zu klagen gedenkt.
Begrndung: Ende der Solidaritt, weil Quersubvention stattfindet mit Mitgliederbeitrgen, die dafr gesetzlich nicht vorgesehen sind.

PR

Nachtrglich:
Soviel ist klar: im Privattarif lassen Sie Ihrer Kasse gegenber die Hosen vllig runter. So wie die wirklich Privatversicherten ihren Versicherungen gegenber schon immer. Was es dabei zu gucken gibt, darauf sind die Kassen natrlich auch schon immer scharf, der Einblick ist ihnen aber bisher von Gesetzes wegen verwehrt.
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Dr. A. Flaccus
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Anmeldungsdatum: 06.03.2005
Beitrge: 3181
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BeitragVerfasst am: 04.11.07, 19:17    Titel: Antworten mit Zitat

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Mit freundlichem Gruss
Ihr DMF-Moderatorenteam
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Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 04.11.07, 19:28    Titel: Also, lieber andyandy, Antworten mit Zitat

"Firmen"- und Produkt-Namen flugs und eigenhndig unkenntlich machen. Sonst ist der Thread weg.
PR
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andyandy
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Anmeldungsdatum: 04.11.2007
Beitrge: 2

BeitragVerfasst am: 04.11.07, 20:19    Titel: Re: Die Erstattung GO x 3,5 Antworten mit Zitat

PR hat folgendes geschrieben::
Soviel ist klar: im Privattarif lassen Sie Ihrer Kasse gegenber die Hosen vllig runter. So wie die wirklich Privatversicherten ihren Versicherungen gegenber schon immer. Was es dabei zu gucken gibt, darauf sind die Kassen natrlich auch schon immer scharf, der Einblick ist ihnen aber bisher von Gesetzes wegen verwehrt.


Die Metapher habe ich nicht ganz verstanden. Die gesetzlichen Kassen hatten ja auch vorher vollen Einblick in die einzelnen Rechnungsposten. Klar, sie mussten alles bezahlen - aber vorher zwingen sie die rzte, dass mglichst wenig auf der Rechnung steht, und das geht schlielich auf die Gesungheitskosten der Patienten.

Was ich eigentlich wissen mchte, ist ob man einem Arzt die Behandlung leichter macht, wenn man vom Standardtarif in dieses neue Wahltarif wechseln wrde. Meine Erfahrung und mein Laienverstndnis ist so: rzte wrden nicht selten etwas verordnen, was sie persnlich fr ntig halten, nur tun sie es nicht, weil sie keine Probleme mit der KK bekommen wollen. z.B. wre die Indikation fr die Krankenkasse nicht genug. Dann sagt man dem Patienten: "Ich weiss nicht, was es ist, warten wir ab" - bis es schlimmer wird. Oder es wird nicht schlimmer, dann hat man fr die KK gespart. Und der Patient begreift so nicht, ob der Arzt wirklich nicht weiss, was es ist, oder ob er sich blo gegenber der KK absichert.

Meine Annahme ist, dass man dem Arzt diese Sorgen wegnehmen wrde (sei es auf eigene Kosten), wenn man ins neue Wahltarif wechselt, und so wird der Arzt offener. Bislang muss ich den rzten sagen: "Wenn Sie eine Behandlungsmglichkeit oder ein Medikament fr ntig halten, welches die KK nicht bezahlt oder erst bezahlen wrde, wenn es schlimmer wird, bitte klren Sie mich sofort auf, ich bin bereit, auch selbst zu zahlen, ich will nicht abwarten, bis es schlimmer wird".
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Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 04.11.07, 23:55    Titel: Unverdchtig Antworten mit Zitat

bezglich des Vorwurfs, damit berufsunwrdiges Marketing in eigener oder fremder Sache zu betreiben, da ich auer im Notfall und -dienst nur weibliche Gesellschaftsmitglieder beraten und behandeln darf,

sag ich Ihnen hier mal ganz ungeschtzt Folgendes:
Sie brauchen keinem vernnftigen unter Ihren rzten irgendwas dadurch leichter zu machen versuchen, da Sie irgendwas an Ihrem Kassenvertrag ndern.

Natrlich freut sich jeder Arzt, wenn er mit seiner Arbeit in jedem Fall einen Umsatz erzielt, der ihm auch noch einen Arztlohn brig lt, denn das ist bei der Arbeit mit dem Durchschnitt der Kassenpatienten klar nicht mehr so.
Das wre bei Ihnen aber nur dann so, wenn Sie Selbstzahler oder Kunde irgendeiner privaten Krankenversicherung wren.
Da das auch so wre, wenn Sie innerhalb Ihrer Kasse Mitglied des sogenannten Privattarifs wren, bezweifle ich mit Vehemenz.

Klartext:
- ich halte fr vollkommen ausgeschlossen, da Ihnen Ihre Kasse wie dem ersten Anschein entnommen von jeder Arztrechnung Stze bis GO x 3,5 zu 90 % erstattet,
- und empfehle dringend, in den schriftlichen Vertragsunterlagen ganz besonders das Kleingedruckte zu lesen, am besten mit der Lupe.
- Halte diesen "Privattarif" fr einen uerst kurzlebigen Marketing-Gag, den sich Ihre Kasse leisten zu knnen whnt ausschlielich bei gesunden Gutverdienern und in der festen Absicht, diese von der Abwanderung in die PKV abzuhalten. So einer mssen Sie sein. Hab ich Recht ?
- Wrd mir in diesem Zusammenhang den Vertragstext besonders genau angucken bezglich der Vertragsdauer und der Folgen bei vorzeitiger Vertragsbeendigung von Ihrer Seite..

Ja natrlich versucht Ihre Kasse alle mglichen Tricks, um etwas mehr ber Sie zu erfahren. Der Privattarif ist einer davon.

So. Und jetzt mu ich Sie doch von noch ein paar anderen gewaltigen Irrtmern befreien.
Nein, Ihre Kasse wei so gut wie nix von Ihnen, wenn Sie in der Vergangenheit wenig Rezepte gebraucht haben, wenig krankgeschrieben waren und nicht stationr behandelt worden sind oder in Kur waren.
Nein, Ihr Kassenarzt rechnet mit Ihrer Kasse garnix ab.
Nein, Ihr Kassenarzt kriegt von Ihrer Kasse berhaupt kein Geld.
Sondern: Ihre Kasse macht mit Ihrem Jahresbeitrag nix weiter als etwa 15 % davon unbesehen weiterzuleiten an die Kassenrztliche Vereinigung, etwa 16 % an die Apothekenverrechnungsstellen, einen ordentlichen Teil an die Kliniken, einen kleinen Teil in Lohnfortzahlung und Haushaltshilfen, einen winzigen Teil an Sanittshuser, Physio- und andere -therapeuten sowie Hebammen, und einen betrchtlichen Teil an sich selber fr die 14 Monatsgehlter aller Angestellten einschlielich Manager, und den Rest frs Marketing.

Wenn es Sie genauer interessiert, wie "das Geld zum Arzt" kommt, suchen Sie mal im deutschen Net genau danach. Sie landen dann unweigerlich auf einer Berliner HP, die das viel genauer erklrt als es Sie wahrscheinlich interessiert.

Wenn Sie danach etwas weniger als bisher geneigt sind, Ihrer Kasse sowie Ihren Bundestagsabgeordneten die Sprche blindlings aus der Hand zu fressen,

congratulations !

PR
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