Navigationspfad: Home
medizin-forum.de :: Thema anzeigen - Exzessives Rntgen von Privatpatienten?
Deutsches Medizin Forum
Foren-Archiv von www.medizin-forum.de
Achtung: Keine Schreibmglichkeiten! Zu den aktiven Foren whlen Sie oben im Men "Foren aus!
 
 SuchenSuchen 

Exzessives Rntgen von Privatpatienten?

 
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    medizin-forum.de Foren-bersicht -> Patient-Arzt-Beziehung
Vorheriges Thema anzeigen :: Nchstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
bassoo
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 07.11.2007
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 20.12.07, 10:35    Titel: Exzessives Rntgen von Privatpatienten? Antworten mit Zitat

Bin mir nicht ganz sicher, ob das nicht eher in das Forum Radiologie gehrt. Letztlich ist es aber ein Vertrauensproblem zwischen Patient und Arzt, also:

Leider muss ich (Privatpatient und medizinischer Laie) folgende Vermutung uern: Behandelnde niedergelassene rzte haben wohl starke Budget-Restriktionen bei der Abrechnung von Rntgen-Aufnahmen bei Kassenpatienten. Um das zu kompensieren und fr eine Amortisierung ihrer Investitionen in (sicherlich) teueres Rntgen-Equipment zu sorgen, werden Aufnahmen bei Privatpatienten auch dann angeordnet, wenn sie keinen oder nur geringen diagnostischen Nutzen haben. In Kauf genommen wird dabei die Strahlenbelastung dieser Patienten.

Ein Erlebnis, mit dem ich diese Vermutung belegen will: Gestern war ich wegen Schmerzen in beiden Schultern bei einem niedergelassenen Orthopden. Nachdem er mich zunchst manuell untersucht hatte, uerte er eine bestimmte diagnostische Vermutung (Schleimbeutel- bzw. Sehnenentzndung im Schulterbereich). Dann ordnete er sechs (!) Rntgenaufnahmen (jede Schulter 3mal) an und nahm anschlieend selbst eine Ultraschall-Untersuchung meiner Schultern vor, die seine diagnostische Vermutung besttigte. Interessanterweise nahm er das Ergebnis des Rntgens von sich aus gar nicht mehr zur Kenntnis. Erst auf mein ausdrckliches Nachfragen hin warf er einen Blick auf die Rntgenbilder und meinte, sie wrden keinen Befund zeigen.

Das ist mir leider nicht zum ersten Mal passiert: Dass Rntgenaufnahmen angeordnet werden und deren Ergebnis dann hinterher entweder gar nicht oder nur beilufig zur Kenntnis genommen wird. Das bringt mich eben zu obiger Vermutung und erschttert auch mein Vertrauen in den Arzt mal ganz polemisch formuliert: letztlich nimmt er meine Strahlenbelastung in Kauf, um sein Equipment zu amortisieren. Die Versicherung zahlt ja.

Nun mag man einwenden, ich knne ja den Arzt vor den Aufnahmen fragen (habe ich auch schon fters gemacht), warum diese unbedingt sein mssten. Das geht aber an der Realitt vorbei und ignoriert die Informations- und Wissensdifferenz zwischen Arzt und Patient. Ersterer kann letzterem immer berzeugend begrnden, dass diese oder jene diagnostische Manahme notwendig sei.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Dr. A. Flaccus
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 06.03.2005
Beitrge: 3181
Wohnort: Hildesheim

BeitragVerfasst am: 20.12.07, 10:55    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Tag!

Die Regeln fr eine Rntgenuntersuchung sind ganz klar festgelegt:

1. Fr die Untersuchung mu eine ganz klare und eindeutige Fragestellung formuliert sein (sog. "rechtfertigende Indikation").
2. Die dann durchgefhrte Untersuchung mu geeignet sein, diese Fragestellung zu beantworten. Mehr noch: Wenn es ein geeignetes Verfahren gibt, diese Fragestellung ohne Rntgenaufnahmen zu beantworten, so mu dieses Verfahren bevorzugt werden! (z.B. MRT oder Sonographie)

Grundlage dieser Regeln ist die Strahlenschutzverordnung. Ein Versto ist strafbar und kann auerdem als Krperverletzung geahndet werden.

Ob dies nun in Ihrem Fall zutrifft, vermag ich nicht zu sagen. Im Zweifel besteht aber die Mglichkeit, sich kostenfrei an die zustndige rztekammer zu wenden und den Sachverhalt von der Schlichtungsstelle klren zu lassen.

Fr den behandelnden Arzt besteht eine Dokumentationspflicht, insbesondere in bezug auf die Rntgenaufnahmen.

Mit freundlichen Gren

Dr. A. Flaccus
_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt fr Ansthesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Adson
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 21.05.2006
Beitrge: 120
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 19.01.08, 20:50    Titel: Aufnahmen Antworten mit Zitat

in mehreren Positionen sind oft erforderlich, damit die Diagnose richtig erfolgen kann. Allerdings frage ich mich oft, warum nicht mittlerweile andere bildgebende Verfahren angewandt werden, die schonender sind.

Ich habe mir auerdem einen Rntgenpass ausfertigen lassen und dort werden alle Rntgenuntersuchungen eingetragen. Des Weiteren lasse ich mir alle Filme oder - wenn die Praxis die Technik hat - die CD-ROMs mit den Aufnahmen geben.

Die Filme / CDs sehen sich viele rzte kaum an. Das ist mir auch aufgefallen. Aber: Die haben den Befund vom Radiologen, wo das, was zu sehen ist oder auch nicht, geschrieben steht. Daher wirkt es oft auf uns nur so, als ob die sich die Aufnahmen nicht ansehen wrden.

Adson
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Beitrge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    medizin-forum.de Foren-bersicht -> Patient-Arzt-Beziehung Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehen Sie zu:  
Sie knnen keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Sie knnen auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Sie knnen an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
© Deutsches Medizin Forum 1995-2019. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de.