Navigationspfad: Home
medizin-forum.de :: Thema anzeigen - Angstpatient nach Trauma/Mut zum Arztbesuch finden?
Deutsches Medizin Forum
Foren-Archiv von www.medizin-forum.de
Achtung: Keine Schreibmglichkeiten! Zu den aktiven Foren whlen Sie oben im Men "Foren aus!
 
 SuchenSuchen 

Angstpatient nach Trauma/Mut zum Arztbesuch finden?
Gehen Sie zu Seite 1, 2  Weiter
 
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    medizin-forum.de Foren-bersicht -> Patient-Arzt-Beziehung
Vorheriges Thema anzeigen :: Nchstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Bernadette-Th.Pr
Account gesperrt


Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beitrge: 75

BeitragVerfasst am: 31.12.07, 11:58    Titel: Angstpatient nach Trauma/Mut zum Arztbesuch finden? Antworten mit Zitat

Liebes Forum,

ich hatte so eine hnliche Frage schon mal in einem anderen Thread gestellt, dort wurde allerdings nicht weiter darauf eingegangen, eben weil es der Thread eines anderen war. Ich hoffe, es ist okay, diese Frage hier nochmals zu wiederholen, wenn nicht, bitte lschen.

Kurz zur Vorgeschichte: aufgrund jahrelangen massiven Mibrauchs in der Kindheit absolute Beziehungsunfhigkeit. Vermutlich starke Depressionen, Trauma, Selbstverletzung seit Ewigkeiten. Ich lebe alleine, kein Partner, keine Freunde, jedoch volle Arbeitsfhigkeit mit enormem Aufwand. 34 Jahre alt. Niemand wei Bescheid ber das Geschehene.

Ich war noch niemals beim Arzt, weder Hausarzt noch Zahnarzt noch sonst einer. Ich bin soweit auch gesund, doch gibt es einige Beschwerden, die mich einschrnken und bei denen objektiv gesehen lngst ein Arzt danach sehen mte. Mit der Ratio wei ich das, doch mich qulen massive ngste, zum einen vor dem, was eine qualifizierte Person erkennen wrde (auch in Richtung Traumafolgebelastung/Selbstgefhrdung bis hin zur Suizidalitt) und vor allem auch vor Berhrung/Untersuchung.

Wie soll ich mich einem solch notwendigen Arztbesuch annhern? Ist es sinnvoll, mit offenen Karten zu spielen, also zunchst mal Vorgesprche zu fhren (vor allem bei einem notwendigen Gynkologenbesuch)? Oder sich durchzuqulen und dabei vollkommen zu verkrampen und vermutlich retraumatisiert zu werden?

Ich wei, dass es hierfr keine pauschale Antwort gibt, doch vielleicht kann mir der eine oder andere User sagen, was er/sie fr sinnvoll hlt. Ich bekomme allmhlich Angst vor mir selbst.

Danke und allen ein gutes Jahr 2008, Bernadette
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
falco1996
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 20.02.2005
Beitrge: 174

BeitragVerfasst am: 31.12.07, 14:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bernadette,

ich habe zwar diesbezgl. keinerlei Erfahrung bzw. Hintergrundwissen, aber vom Gefhl her wrde ich die Variante "mit offenen Karten" bevorzugen.

Wenn der Arzt ber die Probleme der Pat. informiert ist, kann er das doch entsprechend bercksichtigen. Andernfalls knnte es wahrscheinlich zu groen Missverstndnissen fhren, die die Untersuchung dann unntig komplizieren. Evtl. auch erstmal nur ein Vorgesprch fhren ohne jegliche Untersuchung?

Vielleicht meldet sich ja noch jemand mit entsprechendem Fachwissen!

Einen schnen Jahreswechsel!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Susanne.Reuter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 21.05.2005
Beitrge: 3513

BeitragVerfasst am: 31.12.07, 14:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bernadette!

Auch ich kann dir -auch aus eigenen Erfahrungen- nur dazu raten, offen ber deine ngste zu sprechen. Es bringt m. E. gar nichts, wenn man sich da durchqulen will - das kann nicht klappen.

Hier habe ich dir auch mal einen lteren Beitrag herausgesucht - vielleicht ist das fr dich auch ganz hilfreich:

http://www.medizin-forum.de/archiv/viewtopic.php?t=31101&postdays=0&postorder=asc&start=0

Dort fand ich den Hinweis von T1INA, dass man sich z. B. ber eine Beratungsstelle einen erfahrenen Arzt suchen soll, sehr gut.

Susanne
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Bernadette-Th.Pr
Account gesperrt


Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beitrge: 75

BeitragVerfasst am: 01.01.08, 12:13    Titel: Antworten mit Zitat

vielen Dank fr die Wortmeldungen und Dir, Susanne, fr den Link zu einem alten Beitrag. In diesem fhle ich mich absolut verstanden und erkenne mich wieder. Auch bei mir ist das alles an die 20 Jahre her und es gibt seit langem keinen Tterkontakt mehr. Trotzdem ist es in jeder Sekunde so prsent wie damals und niemals wird es ein normales Leben geben.

Ich habe massive Angst vor Berhrungen, schon vor ganz unverfnglichen wie Blutdruck messen, dort komme ich sofort in die Nhe einer Panikreaktion und wrde vollkommen verkrampfen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich jemals eine intimere Untersuchungssituation zulassen knnte. Doch wahrscheinlich ist es wirklich besser, wenn der Arzt Bescheid wei. Ich hoffe nur, das wrde nicht als Anstellerei ausgelegt. Zudem habe ich auch Angst und Hemmungen wegen meiner Selbstverletzungen, die womglich die Gefahr der Selbstgefhrdung implizieren und dann zu unkontrollierbaren Reaktionen fhren knnten.

Da ich weder Partner noch Freunde habe sowie keinen nennenswerten Kontakt zur Familie kann ich nicht mal jemanden bitten, mich zu begleiten. Vertrackte Situation. Im Moment versuche ich mich noch zu berzeugen, dass es objektiv nicht notwendig ist.

Danke nochmals, Bernadette
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ratatouille88
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beitrge: 92

BeitragVerfasst am: 12.01.08, 23:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Erst einmal Herzlichen Glckwunsch, dass du auf den Weg kommst, allmhlich Mut zu einem Arztbesuch zu finden!
Ich knnte mir gut vorstellen, dass es hilfreich wre, wenn du dir sowohl eine Hausrztin als auch eine Gynkologin mit psychotherapeutischer Zusatzausbildung suchst. Du musst da natrlich keine Psychotherapie machen, sondern ich meine damit nur, dass solche rzte mehr Gespr fr solche Probleme haben knnen.
Ich wre brigens auch fr die offenen Karten. Du wrdest dich sonst vermutlich noch eher unverstanden fhlen, noch mehr Angst haben, verkrampfen -wie du schon sagest- und der Arzt / die rztin wrde nicht verstehen, was los ist und knnte dementsprechend nicht so gut auf dich eingehen.
Nur Mut!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Fragende
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 14.04.2005
Beitrge: 48

BeitragVerfasst am: 11.02.08, 04:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Bernadette,
mir geht es hnlich wie dir, nur ist es bei mir wohl nicht ganz so schlimm.
Trotzdem.... nicht schon einmal habe ich mich erst zum Arzt getraut, als die Erkltung zur Lungenentzndung wurde und die Blasenentzndung zur Nierenbeckenentzndung. (Eine weitere Form des SvV.)
Seit einiger Zeit gehe ich das Problem offensiver an und das hilft. Indirekt dabei geholfen hat mir eine Psychotherapie, die ich dir dringend empfehlen wrde. (Die Arztangst ist dabei ja nur ein kleiner Teil.)
Meiner Hausrztin habe ich offen gesagt, da sich Angst vor Arztbesuchen habe. Habe ihr auch gesagt, das ich in der vergangenheit schon fters nicht die Wahrheit sagte. Also die Symptome in meiner Beschreibung abschwchte. (Folge war natrlich, das ich nicht ausreichend behandelt wurde und dan aber sehr unzufrieden war.)
Die Reaktion der HA war wirklich gut. Wir redeten eine Weile darber, dass das Hauptproblem meine Angst ist, sie zu nerven, von ihr nicht verstanden zu werden, Angst das meine Beschwerden als Unwichtig abgetan werden, obwohl ich darunter Leide. Die Angst vor krperlichen Untersuchungen steht bei mir nur im Hintergrund, ist aber auch da.
Ich bekam das Angebot mich per Mail oder Tel melden zu knnen, wenn ich den Eindruck habe, ich bruchte eine Konsultation, traue mich aber nicht hin. Auch kann ich Termin nach der Sprechzeit bekommen, so dass kein Patient mehr vor mir dran ist und ich nicht warten muss, so die Angst sich im Vorfeld nicht hochschaukeln kann.
Auch die Kommunikation der HA ist besser geworden. Sie geht sehr vorsichtig vor, wenn sie mich bitten mich zum Abhren usw. frei zu machen oder mir sonst wie nahe kommen muss. Es hat wieder ein kleiner Dialog statt gefunden, wir sprechen nun auch am Rande ein wenig ber nicht medizinische Dinge, das tut der Beziehung gut.
Die HA war auch recht offen darber, wie sie mich bisher erlebt hat und was sie sich von mir/fr mich wnscht, damit wir eine bessere Patient-Arzt-beziehung haben knnen. Das tat mir gut, da so eine Offenheit ja eine Wertschtzung ist und es mir gezeigt hat, das sie sich tatschlich selbst schon Gedanken gemacht hatte und ich ihr eben nicht egal war.

Bei einer Zahnrztin habe ich hnlich positive Erfahrungen gemacht. Ich konnte der zwar noch nicht vermitteln, das ich weniger Angst vor dem Schmerz habe, als vor dem Unverstanden werden und dem ganzen da liegen, Mund auf und so. Aber sie zeigte Verstndnis und sie und ihre Assistentin waren wirklich bemht es mir leicht zu machen. So kann ich nach Jahren nun wieder regelmig zum Zahnarzt.

Dort allerdings wo ich meine ngste versucht habe zu verstecken (Gyn) habe ich auch nicht so tolle Erfahrungen gemacht. Das besttigt mich nur, es dort auch offensiv anzugehen.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig Mut machen. Viel Erfolg, du!

LG Fragende
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Bernadette-Th.Pr
Account gesperrt


Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beitrge: 75

BeitragVerfasst am: 13.02.08, 11:18    Titel: Antworten mit Zitat

vielen Dank fr die aufmunternden Ratschlge.

Hallo Fragende, fr mich ist ein Arztbesuch leider noch immer vllig unmglich. Es ist eine Mischung aus verschiedenem: ich habe panische Angst davor, mich ausziehen oder anfassen lassen zu mssen. Ich kann ja noch nichtmal zum Friseur gehen. Dann auch enorme Scham wegen jahrzehntelanger Spuren von SVV, auch frisch. Ich habe und hatte in meinem ganzen Leben nie einen Hausarzt, bin auch meinem Krper gegenber absolut rcksichtslos, gehe schwer erkltet zur Arbeit usw. Letztens gab es im Anschlu an einen heftigen grippalen Infekt Symptome einer Herzmuskelentzndung, doch auch da bin ich nicht zum Doc gegangen und es war dann auch wieder komplett weg. Ich nehme Schmerzen und Einschrnkungen sicher auch nicht objektiv wahr, ganz im Gegenteil. Offenbar bin ich auch ein gesundheitlich recht stabiler Mensch.

Darf ich fragen, wie Du es geschafft hast, ein Vertrauensverhltnis zu Deiner Hausrztin aufzubauen? Ist dazu menschliche Sympathie ntig? Ich frchte, ich wrde gar niemandem die Chance dazu geben.

Eine Therapie ist nicht vorstellbar, ich bin so versteinert, dass ich niemandem auch nur ansatzweise face to face erzhlen knnte, was zehn Jahre lang passiert ist.

Ich wnsche Dir alles Gute, Bernadette
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ratatouille88
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beitrge: 92

BeitragVerfasst am: 13.02.08, 11:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Ich htte in deinem Fall als rztin sehr viel Verstndnis und wrde nicht verlangen, dass du dich fr die Untersuchungen ausziehst.
Es ginge mir erst mal darum, ein (bisschen) Vertrauen aufzubauen, sodass in einiger Zeit Untersuchungen mglich werden knnen.
Voraussetzung dafr, wre allerdings, dass ich als rztin Bescheid wsste. Mit anderen Worten msstest du deiner rztin schon mitteilen, dass du ein Problem (mit rzten, mit Berhrung, ...) hast.
Meine Hausrztin hat mit viel Verstndnis und Rcksichtsnahme reagiert (mein Problem war allerdings ein bisschen anders).
Vielleicht hilft es dir ja auch, wenn du eine Freundin oder einen anderen dir nher stehenden Menschen mitnimmst -zumindest bis zum Wartezimmer. Wenn dir die rztin absolut unsympathisch ist, zwingt dich auch keiner, wieder dorthin zu gehen! Es zwingt dich ebenso niemand, auch whrend du im Arztzimmer bist, dort zu bleiben. Du kannst jederzeit gehen. Aber ein Versuch wre es doch wert, oder?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ratatouille88
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beitrge: 92

BeitragVerfasst am: 13.02.08, 11:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hatte etwas vergessen Verlegen

Alles Gute!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Bernadette-Th.Pr
Account gesperrt


Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beitrge: 75

BeitragVerfasst am: 13.02.08, 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ratatouille88,

vielen Dank fr Deinen Zuspruch. Ich habe weder Partner noch Freundinnen noch einigermaen mir nahestehende Personen, mit denen ich im real life ber meine Angst sprechen knnte oder die mich begleiten wrden.

Sollte es eines Tages nicht zu vermeiden sein, in einer Notfallsituation (Unfall etc.) einem Arzt in die Finger zu fallen, wrde ich mich vermutlich vollkommen verkrampfen, alles abwehren und dadurch wohl noch die Meinung besttigen, dass ich mich "nur anstelle" .

Wie gesagt war ich in meinem ganzen Leben noch nie beim Arzt, doch man hrt immer wieder, dass der Zeit- und Kostendruck extrem zugenommen hat. Dort bliebe wohl wenig Zeit fr schwierige Patienten, die sich den alltglichsten Untersuchungen widersetzen wrden (ich wrde noch nicht mal Blutdruckmessen zulassen knnen).

Vor einem Gyn-Besuch htte ich den allergrten Horror und das ist nicht zu vergleichen mit dem allgemeinen Unbehagen, was wohl jede Frau mehr oder weniger empfindet.

Dir wnsche ich fr Deinen Beruf als rztin alles Gute, danke Bernadette
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Susanne.Reuter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 21.05.2005
Beitrge: 3513

BeitragVerfasst am: 13.02.08, 22:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich persnlich glaube nicht, dass du auf vlliges Unverstndnis treffen wrdest und man dir vorwerfen wrde, dass du dich nur "anstellst".

Natrlich kann man nicht versprechen, dass du nicht an einen gestresstet Arzt oder einen - wie ich sie frech nenne - menschlich inkompetenten Arzt 'geraten' knntest. Leider. Aber grundstzlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass es immer gut aufgenommen wird, wenn man seine Angst anspricht und mit offenen Karten spielt. Damit meine ich gar nicht, dass man alle intimen Einzelheiten preisgeben muss. Dazu gehrt sicher sehr viel Vertrauen und das kann man nicht mal eben so.

Es ist sicher so, dass rzte unter einem gewissen Druck stehen. Dennoch wrde ich nicht behaupten, dass keine Zeit fr 'schwierige' Patienten bleibt. Man muss "nur" den richtigen Arzt finden. Klar, "nur" ist leicht gesagt. Und ich kann mir vorstellen, dass auch eine groe Angst vor Rckschlgen oder "Reinfllen" besteht. EIn Stck weit kann man eine Vorauswahl treffen und einen geeigneten Arzt (jemand der Erfahrung mit Trauma-Patienten hat) findet. Das garantiert jedoch nicht, dass dann auch die Chemie stimmt. Und das ist nun mal enorm wichtig. Sonst kann es nicht klappen - finde ich.

Fr seine Angst kann niemand etwas. Als schwierig wrde ich eher einen nrgeligen, unzufriedenen Patienten bezeichnen. Jemand der Angst hat bedarf vielleicht etwas mehr Einfhlungsvermgen. Ich glaube, dass ein Arzt sich auf jeden Patienen neu einstellen muss. Jeder Mensch ist unterschiedlich und es braucht etwas Fingerspitzengefhl mit den verschiedenen Typen umzugehen. Der eine kann es besser, der andere etwas schlechter.

Susanne
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Bernadette-Th.Pr
Account gesperrt


Anmeldungsdatum: 07.10.2007
Beitrge: 75

BeitragVerfasst am: 15.02.08, 21:10    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Susanne. Meine Angst davor ist leider sehr gro, ich kann nicht mal die mindeste Berhrung ertragen, mir fllt es schon sehr schwer, jemandem auch nur die Hand zu geben.

Sollte es eines Tages dazu kommen, dass ich einem Arztbesuch nicht mehr ausweichen kann, wrde ich versuchen, offen zu sagen, dass ich traumatisierende Gewalterfahrung habe und mich deshalb nicht ohne weiteres untersuchen lassen kann.

Es wre fatal, wenn meine Arztphobie durch ungeschicktes (nicht bse gemeintes) Verhalten noch verstrkt wrde, sollte ich einmal den Mut dazu haben, wenigstens einen Hausarzt zu suchen. Das wre das sofortige Ende.

Was meinst Du mit "Chemie mu stimmen", zwischen Arzt und Patient? Ist das auf Vertrauen bezogen oder rein zwischenmenschlich?

Danke, Bernadette
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ratatouille88
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 04.12.2007
Beitrge: 92

BeitragVerfasst am: 16.02.08, 00:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!
Zu "Chemie muss stimmen" habe ich ein kleines Beispiel krzlich erlebt: Wegen einer Magenspiegelung, bei der ich sediert werden musste, sollte ich mich auch dem entsprechenden Ansthesisten vorstellen. Und die "Chemie" stimmte da berhaupt nicht. Schon als ich ihm zur Begrung die Hand gab, merkte ich, dass er mir einfach unsympathisch war und ein Vertrauen nicht aufkommen wrde. (Nun war das ja auch nicht schlimm, da ich ihn nach den 10 Minuten Sedierung nie wieder sehen werde.) Als ich dagegen den Gastroenterologen zum ersten Mal sah, war er mir einfach sympathisch. Ebenso war es bei meiner Hauusrztin. Mit ihr komme ich auch ausgesprochen gut zurecht und fhle mich aufgehoben.
Man merkt finde ich sehr schnell, ob man mit jemandem klar kommen wird, ihn sympathisch findet, eine Grundlage fr Vertrauen da ist, oder eben nicht.
Ich glaube, dass das hier gemeint ist.
Liebe Gre!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Susanne.Reuter
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 21.05.2005
Beitrge: 3513

BeitragVerfasst am: 16.02.08, 11:06    Titel: Antworten mit Zitat

Ratatouille88 beschreibt es ganz gut. Ich bin fest davon berzeugt, dass der Erfolg einer Behandlung auch stark davon abhngig ist, dass man ein gutes Verhltnis zum Arzt hat. Wenn man dem Arzt nicht vertrauen kann und einfach keinen Draht zu ihm findet, dann vertraut man ja auch der Behandlung nicht. Wenn ich einmalig mit einem Arzt zu tun habe, dann spielt das sicher nicht eine so groe Rolle wie das Verhltnis zum Hausarzt.

Ich denke auch, dass man manchmal in den ersten Minuten bzw. im ersten Gesprch schon Sympathien aufbauen kann bzw. merkt ob das nicht klappen kann. Wie soll ich mich jemandem anvertrauen und in gewisser Weise auch ausliefern, wenn ich ihn total unsympathisch finde?

Natrlich entwickelt sich ein gutes (Vertrauens)verhlntis zum Arzt nicht im ersten Gesprch. Ich denke aber, dass man da schon ein bisschen abschtzen kann.

Wenn ich einen Arzt zum ersten Mal sehe und ich "gestehe", dass ich aufgeregt und ngstlich bin und der Arzt dann nicht richtig reagiert und z. B. sich lustig macht. Dann weiss ich, dass es niemals klappen wird. Wenn der Arzt aber mit Verstndnis reagiert und nachfragt und erklrt, dann ist das ein guter Anfang und man kann da aufbauen.

Susanne
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
grka
Interessierter


Anmeldungsdatum: 10.07.2006
Beitrge: 8

BeitragVerfasst am: 20.04.08, 10:44    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann deine Situation sehr gut nachvollziehen, denn auch ich neige zu Selberversletzung wenn ich um eine Untersuchung nicht herrumkomme. Die Frage des offenen Ansprechens halte ich aus eigener Erfahrung fr sehr schwierig. Die Mehrheit der Mediziner haben sich darber lustig gemacht bei mir und mich angeschrien ich soll mich nicht so anstellen. Am schlimmsten war der Ansthesist bei meiner Bauchspiegelung. Ich stand da in Panik und heulend im Wartezimmer und der schreit mich an ich wrde nur einen auf Mitleid machen. bei der OP gabs im Vorfeld viiiele solche Sprche von dem Typ bevor ich endlich in Narkose lag. Danach hatte ich einen Nervenzusammenbruch und hab mich gar nicht mehr vor die Haustr getraut weil ich Angst hatte einen Unfall zu haben und wieder in ein Kh zu mssen. hnlich ging es einer Freundin von mir, die hnliche ngste hat und eine Blinddarmentzndung.

Ich bin inzwischen dazu bergegangen den rzten eine email oder Brief zu schicken worin ich mein Problem schildere. Dadurch bekomme ich die Reaktion nicht mit und kann niocht wieder ausgelacht werden. Diejenigen, die wirklich nett sind antworten auch darauf und somit kann ich beruhigter zum ersten Besuch gehen. Auf die Art habe ich einen superlieben Gyn gefunden, der es geschafft hat mir meine Angst vor ihm komplett zu nehmen
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beitrge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    medizin-forum.de Foren-bersicht -> Patient-Arzt-Beziehung Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehen Sie zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Gehen Sie zu:  
Sie knnen keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Sie knnen auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Sie knnen an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
© Deutsches Medizin Forum 1995-2019. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de.