Navigationspfad: Home
medizin-forum.de :: Thema anzeigen - Sptabtreibung
Deutsches Medizin Forum
Foren-Archiv von www.medizin-forum.de
Achtung: Keine Schreibmglichkeiten! Zu den aktiven Foren whlen Sie oben im Men "Foren aus!
 
 SuchenSuchen 

Sptabtreibung
Gehen Sie zu Seite 1, 2  Weiter
 
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    medizin-forum.de Foren-bersicht -> Gesundheitspolitik
Vorheriges Thema anzeigen :: Nchstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
PR
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 15.03.08, 22:55    Titel: Sptabtreibung Antworten mit Zitat

Zu diesem beraus traurigen Thema hat Achim Wsthof in der ZEIT einen dankenswerter Weise ebenso unaufgeregten wie angemessen ratlosen Aufsatz geschrieben.

Zwei vollkommen kontrre Verlufe und Haltungen wurden darin kontrastiert mit der Entscheidung eines Richters, den eine Gesetzeslage gezwungen hatte, einem Klger Recht zuzusprechen mit einer Begrndung, die der eigentlichen Intention des Klgers vollkommen zuwiderlief.

Mit der hier zitierten Expertin fr prnatale Diagnostik gegen manche rzteoberen - bin ich der Ansicht, dass der Gesetzgeber von allen avisierten Aktivitten zu diesem Thema besser die Finger lassen sollte. Denn Politiker, die alles mglichst haargenau im Allgemeinen regeln wollen, aber zu jedem speziellen Fall blo lakonisch die Schultern heben, ja, ist uns bekannt, das gibts auch noch..., die helfen mit neuen Gesetzen niemandem. Nicht mal sich selber.

Im brigen gebe ich zu bedenken, ob es nicht doch Themen gibt, mit denen sich die allgemeine ffentlichkeit gottseidank nie im Leben konkret am eigenen Leib befassen muss, und die dieserhalb auch nie in der allgemeinen ffentlichkeit debattiert zu werden brauchen.

Weil, wer nicht selbst betroffen und daher im Allgemeinen, damit auch vollkommen berfordert wre,
nein: ist.

PR
_________________
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Gessi
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 21.12.2007
Beitrge: 120

BeitragVerfasst am: 16.03.08, 20:22    Titel: Ratlos Antworten mit Zitat

ist wohl der einzige Ausdruck der einem zu der Thematik einfllt.

Ich persnlich denke das die Ursache der Sptabtreibung in der fortgeschrittenen Prenataltechnik liegt (wie im Bericht erwhnt). Frher kamen Eltern die ein behindertes oder krankes Kind erwarteten nicht in eine solche bedrngliche Situation.

Ich habe hnliches selbst einmal durchmachen mssen und mir ist dadurch berhaupt erst klar geworden das die umfassenden Vorsorgeuntersuchungen in der SW eigentlich nur dem Zweck der ``Fehlerfindung`` dienen.

Man geht narlich immer brav zu jeder vorgeschriebenen Untersuchung aber an Krankheit denkt dabei kaum eine Frau. Eher Babywatching sind die Hauptgedanken.

Solange bis es zu Komplikationen kommt und man vor Befunden und Entscheidungen steht die man kaum mit klarem Verstand noch treffen kann und auf die man nicht gefasst war.

Die Angst lst einen nie wieder los, selbst wenn es gut ausgeht....

Aber wie sich Eltern fhlen bei denen es nicht gut ausgegangen ist, die Angst, die Verzweiflung, die Trauer kann ich Ansatzweise nachvollziehen und umso mehr gruselt es mich.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
PR
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 16.03.08, 23:35    Titel: Es ist eine Wertentscheidung, Antworten mit Zitat

die vorher getroffen werden muss, also v o r jeder Diagnostik.
Will ich's wirklich wissen ?

Denn die eigentlich entscheidenden Fragen lauten ja:
WIll ich das Kind ?
Will ich es so wie es ist ?
Will ich es, auch wenn es nachher nicht so ist, wie ich es gewollt hab ?
wofr einem die Prfsteine dann ja achtzehn bis dreiundzwanzig Jahre lang im Weg rumstehen.

Dies ist der einzige Punkt, in dem ich den selbsternannten "Lebensschtzern" Recht geben muss.

PR

PS/PN: wie gehts denn inzwischen der Mittleren ?
_________________
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Gessi
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 21.12.2007
Beitrge: 120

BeitragVerfasst am: 17.03.08, 19:33    Titel: Will ichs wirklich wissen? Antworten mit Zitat

Ja, ganz genau. Aber dessen muss man sich erst mal bewusst werden!

Und das mglichst in einem frhen Stadium. Aber das aber bleibt sowieso.

Natrlich kann man immer gegen Abtreibung wettern. Nur wenn schon Abtreibung aufgrund gesundheitlicher Selektion dann mglichst frh. Amniozentese kann man ja bereits in den ersten 12 Wochen machen, Oder?

Ich denke zu diesem Zwecke sollte die Aufklrung viel frher beginnen. Den Eltern sollte mglichst Frh der Sinn und Zweck der Untersuchungen geschildert werden und sie sollten schon in einem ganz frhen Stadium Entscheiden knnen/mssen ob sie ein behindertes/krankes Kind akzeptieren knnten.

Das macht den Umstand nicht weniger Traurig aber bei weitem nicht so tragisch wie eine Sptabtreibung und deren mgliche Folgen.

-- Dies ist der einzige Punkt, in dem ich den selbsternannten "Lebensschtzern" Recht geben muss. --

Nun ich knnte schon in mehreren Punkten mit denen bereinkommen, aber jede Frau muss letztlich fr sich selbst entscheiden. Beratung, Aufklrung, Hilfe knnte aber wirklich besser sein und sicher eine Menge Abtreibungen verhindern die spter Bereut werden.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
gesundbrunnen
Account gesperrt


Anmeldungsdatum: 01.11.2007
Beitrge: 297
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 18.03.08, 13:04    Titel: Antworten mit Zitat

In dem Artikel findet sich die hchst bemerkenswerte Aussage der betreffenden Prnatalmedizinerin

Man kann Eltern nicht zu einem kranken Kind zwingen.

Aus diesem Grund kam es dann dazu, dass der Frauenarzt "Kaliumchlorid mit einer langen Nadel direkt in Valentins Herz" spritzt und der herbeigerufene Pastor mit der Verzweiflung der Mutter "vllig berfordert" ist.

Welche Relevanz htte die Geburt des bereits lebensfhigen Kindes hier gehabt? Nach zutreffender Ansicht keine, da die Geburt ein vllig willkrlich gewhlter Zeitpunkt ist, um daran eine moralische oder rechtliche Beurteilung knpfen zu wollen.

Warum geben wir also nicht auch kranke Kinder oder vielleicht bald kranke Menschen jedweden Alters zur Ttung frei? Schlielich kann man ja Eltern nicht zu einem kranken Kind zwingen. Und wenn sich solche Ansichten etablieren, dann wird man auch die Gesellschaft nicht mehr lange zu kranken Mitgliedern zwingen knnen.

Die oben zitierte, recht unscheinbare Aussage ist insofern also von gewaltiger Sprengkraft und darf nicht unwidersprochen bleiben.

http://www.zeit.de/2008/12/M-Spaetabtreibung?page=1
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gessi
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 21.12.2007
Beitrge: 120

BeitragVerfasst am: 18.03.08, 18:57    Titel: Und wenn sich solche Ansichten etablieren, dann wird man ... Antworten mit Zitat

... auch die Gesellschaft nicht mehr lange zu kranken Mitgliedern zwingen knnen.

Es geht doch gar nicht darum das sich diese Ansicht etablieren sollte, sondern darum den betroffenen Eltern das gleiche Recht einzurumen das Millionen andere Frauen jedes Jahr auch wahrnehmen.

Wahllose Abtreibung bis zu 12 SW. Da sollten auch Eltern die nur ein gesundes Kind wollen eben innerhalb dieser Frist ber Abbruch oder Fortbestehen der SW entscheiden knnen und mssen.

Schon jetzt ist es jedem erlaubt ber Dasein und Tod eines Dritten frei zu verfgen. Ich habe den Eindruck das ungeborene Leben ist in dieser Gesellschaft eh nicht viel Wert. Da kann man diesen Eltern den Schritt letztlich nicht verwehren.

Man knnte es bestenfalls verhindern noch bevor jemand schwanger wird.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
PR
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 18.03.08, 20:57    Titel: In allen Kulturen und Epochen Antworten mit Zitat

hat es spezifische Arten gegeben, mit Alten, Gebrechlichen und allein nicht Lebensfhigen Neugeborenen umzugehen. Human erscheinen sie uns heute bei Weitem nicht immer. Ihr Ziel war stets die berlebensfhigkeit der Dorfgemeinschaft in absolut lebensfeindlicher Umgebung. In meinem Buschdorf gabs noch 1980 einen Sumpf, an dem fehlgebildete Neugeborene ausgesetzt wurden. Dasselbe passierte mit Neugeborenen, die einen Hexenzahn (auch in Deutschland ein Begriff) mit auf die Welt brachten. Hab so einen Zahn mal selber gezogen, als mir der wohlwollende (nicht besonders gebildete ! ) Grovater das Kind brachte. Dasselbe passierte in nrdlicheren Gegenden des Landes mit zweitgeborenen Zwillingen. Aber stets bekam das Kind seinen Fetisch vors Haus gestellt, dem dann auch eine Zeitlang fleiig Opfer gebracht wurden. Eine Gepflogenheit existiert dort bis heute: ein Neugeborenes bekommt seinen Namen erst nach zwei Lebenswochen. Kommt es vorher ums Leben, ist eine Sache verloren gegangen, stirbt es spter, ein Mensch, und dann wird gebhrend getrauert.

In der entwickelten Welt tun sich die meisten Gesetzgeber schon schwer genug im rechtlichen Umgang mit lebensmden erwachsenen Schwerstkranken. Sie mssen sich aber damit befassen, denn das Problem wird hier ja schon rein der Zahl nach stetig grer. Die zu selbstbestimmten Lebzeiten verfasste Eigenverfgung ist dazu ein kompetenter Umgang.

Bei nicht eigenverantwortlichen Neugeborenen geht sowas nicht. Es hat wenig Sinn, hier eine logische Kontinuitt herzustellen, denn man gelangt so nicht zu besseren Entscheidungskriterien. Entscheidend kann nur das juristisch nicht fassbare Gewissen der betroffenen allernchsten Umgebung sein. Mit dem darf sich der Pfarrer befassen, der Staat sollte das jedoch nicht in einer Weise versuchen, die irgendjemanden unter irgendeinen Druck setzt. Denn zum Einen ist er ja a priori a u c h befangen, zum Andern gehen ihn Gewissen nichts an. Was der Staat kann, ist, ergebnisoffene Beratungen und Hilfestellungen geben und dafr sorgen, dass derartige fr alle belastende Ereignisse extreme Seltenheiten bleiben.

Aber man kann nicht einen Arzt fr einen Lebensunterhalt haftbar machen, als htt er das kranke Kind selber gezeugt, w e i l er es nicht rechtzeitig / fachgerecht umgebracht hat, was er dem Klger angeblich geschuldet hatte. Der Gerichtsentscheid das Kind als Schaden hat ja wohl weiter Bestand. Ich meine, man kann als Richter nicht hergehen und sagen, ojeoje, das ist aber mal eine arme Familie, wo nehmen wir denn blo den Unterhalt fr das kranke Kind her ? Ach, prima, der Doktor hat ja eine Haftpflichtversicherung. Das ist Wahnsinn. Der Richter wird das so nicht in die Begrndung geschrieben haben, aber so hat es de facto ausgesehen.

Mein Hauptanliegen wre allerdings, dieses Thema nicht den blichen Methoden der Medien auszuliefern. Denn ein ffentliches Interesse daran gibt es nur in verschwindendem Ausma, und kaum ein anderes Thema berfordert die Allgemeinheit mehr.

PR
_________________
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Dr. A. Flaccus
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 06.03.2005
Beitrge: 3181
Wohnort: Hildesheim

BeitragVerfasst am: 19.03.08, 09:30    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen,

PR hat folgendes geschrieben::
...und kaum ein anderes Thema berfordert die Allgemeinheit mehr.


Stimmt. Sehr schn nachzulesen hier:

http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewtopic.php?t=65130

Gru
A. Flaccus
_________________
Dr. A. Flaccus
Facharzt fr Ansthesie
- Notfallmedizin -
DMF-Moderator
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
PR
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 19.03.08, 12:26    Titel: Wollwoll. Antworten mit Zitat

Insofern erweist es sich als fr mich vorteilhaft, in einigermaen berschaubaren Umgebung zu arbeiten. Schneller als man glaubt spricht sich nmlich rum, der macht dies und jenes so und so, jener so und anders. Kann also wirklich beobachten, das unter meinen Schwangeren kaum welche sind, die auf Prnataldiagnostik besonders scharf sind. Und wenn mich mal eine fragt, sag ich ihr, was in den Richtlinien steht, und auerdem das Obengenannte. Kam so eben auch nicht in grere Versuchung, die Kurse zu machen, die zum IGeln des Ersttrimesterscreenings fr erforderlich gehalten werden.

Das Nicolaides-Konzept ist ja rein von der Argumentationsweise her durchaus faszinierend. Dennoch ist seine Beweiskraft ja begrenzt, denn es wird ja nichts anderes gemacht als eine qualifizierte Prognose ber die aktuelle Schwangerschaft, die in einer Verhltniszahl ausgedrckt, und die der Schwangeren zusammen mit der empirisch gefundenen altersabhngigen Verhltniszahl, naja, um die Ohren gehauen - da vergleich mal. Die nehmen dann den Vergleich zweier Wahrscheinlichkeiten fr Sicherheit, was zwar den Menschen, die fr die Empfindung von Wahrscheinlichkeiten gar kein geeignetes Sinnesorgan besitzen, plausibel vorkommt, aber doch nicht im Entferntesten das Gleiche ist.

Trotzdem seh ich natrlich manchmal groe NTs, aber die schick ich dann lieber wohin, wo sehr umfangreiche Erfahrung besteht und Nicolaides in der Originalversion gemacht wird, mit dem ganzen Beratungsaufwand drumrum. Oder gleich zur AC oder CVS. Ist mir irgendwie wohler dabei.

Aber aus genau diesem Grund werd ich mir eben auch nie im Leben Doppler oder 3D leisten knnen...

PR
_________________
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Gessi
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 21.12.2007
Beitrge: 120

BeitragVerfasst am: 19.03.08, 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

In den von Dr. A. Flaccus verlinkten Thread habe ich mich schon einmal verirrt, fhle mich aber im Moment psychisch (oder besser hormonell) gar nicht in der Lage den bis zu Ende durch zu lesen.

Realistisch betrachtet haben da schon alle Seiten irgendwie Recht. Zumindest sind die Argumente nicht Sinnfrei.

Ich bezweifle das man bei dem Thema berhaupt auf einen einzigen gemeinsamen Nenner kommen kann. Zu individuell sind die Bedrfnisse jedes einzelnen.

Als Mutter, ist mein Herz ganz klar gegen jede Art von Abtreibung. Und wie das im Leben nunmal ist, mein Verstand sagt was ganz anderes. Es gibt Umstnde im Leben die ganz klar gegen ein Kind, behindert oder auch gesund, sein knnen.

Einem Arzt jedoch den Unterhalt eines ``verpfuscht`` abgetriebenen Kindes auf zu drcken ist der Gipfel! Lediglich die an der Zeugung Beteiligten sollten mit dem Unterhalt eines Kindes verhaftet werden.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gessi
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 21.12.2007
Beitrge: 120

BeitragVerfasst am: 19.03.08, 18:50    Titel: Abwarten unmenschlich... Antworten mit Zitat

Mir ist gerade wieder eine Diskusion in den Sinn gekommen, die ich vor einiger Zeit in einem Religionsforum hatte.

Dort ging es eben um Abtreibung und den Wert menschlichen Lebens.

Im Laufe der Diskusion schrieb ich dann das ich in der 2ten SW nach aufflligen Testergebnissen eine weitere invasive Prnataldignostik abgelehnt habe. Weil es mir lieber war nicht zu wissen was mit meinem Kind nicht stimmt. Ich im Zweifel lieber abwarte bis das Kind von selbst der Tod ereilt oder es lebendig zur Welt kommt.

Daraufhin wurde ich belst beschimpft, ich wre unmenschlich, eine barbarische Mutter. Wie ich den meinem Kind, meinem eigen Fleisch und Blut nur so ein Leid antun knne.

Nachdem ich den Schock verdaut hatte, musste ich schmunzeln. Die Ansichten der Gegenseite, die Gefhlslage gegenber den Kindern, ist meist die gleiche. Nur die Grundmotivation unterscheidet sich. Die ist von Gesellschaft zu Gesellschaft und selbst innerhalb dieser immer anders. Was den einen Abstt ist fr den anderen menschlich.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
PR
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 20.03.08, 13:28    Titel: Viele der Mitschreiber Antworten mit Zitat

im verlinkten thread uern ihre ganz festgefgte Haltung zu diesem Thema.

Das ist a priori eine gute Sache. Nichts Anderes will ich von den Schwangeren.
Jedoch uern die meisten zu diesem Thema eine festgefgte Meinung ber die Haltung A n d e r e r , ohne gleichzeitig selbst in der Entscheidungssituation zu stecken.

Genau deshalb halte ich sie zwar fr befugt, ihre Meinung zu vertreten. Aber nicht fr befugt, ber Andere zu urteilen.

Dies wei sogar der Gesetzgeber, und zwar schon sehr lange: Schwangere und Entbundene - ganz unabhngig davon ob das Kind gesund erscheint oder nicht - stecken in einer krperlichen und seelischen Verfassung, die sich von der Nichtschwangerer und nicht eben Entbundener in sehr Vielem unterscheidet. Folgerichtig ist absichtliche Kindsttung (sogar eines reifen gesunden Neugeborenen) durch die Mutter nicht dasselbe wie ein Mord, und wird dementsprechend weniger streng geahndet.

PR
_________________
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
gesundbrunnen
Account gesperrt


Anmeldungsdatum: 01.11.2007
Beitrge: 297
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 20.03.08, 17:29    Titel: Re: Viele der Mitschreiber Antworten mit Zitat

PR hat folgendes geschrieben::
Folgerichtig ist absichtliche Kindsttung (sogar eines reifen gesunden Neugeborenen) durch die Mutter nicht dasselbe wie ein Mord, und wird dementsprechend weniger streng geahndet.


Der entsprechende Privilegierungstatbestand hinsichtlich nichtehelicher Kinder ( 217 StGB) wurde vom Gesetzgeber vor nunmehr genau 10 Jahren - zu Recht - ersatzlos gestrichen.

Hinsichtlich ehelicher Kinder hat es - zu Recht - nie einen gegeben.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gessi
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 21.12.2007
Beitrge: 120

BeitragVerfasst am: 20.03.08, 18:00    Titel: Das weiss aber auch nur jemand der selbst mal Schwanger war Antworten mit Zitat

oder regelmig mit diesen Nervenbndeln zu tun hat Winken

Jede Schwangerschaft, ob gewollt oder nicht - ob gesund und belastet, ist eine extreme psychische Ausnahmesituation.

Selbst einzelne Schwangerschaften ein und derselben Frau verlaufen auch auf der psychischen Ebene immer anders.

Gerade deshalb habe ich vollstes Verstndnis dafr das es Situationen gibt in denen man dann die SW beendet. Nicht der Konflikt ist dabei entscheidend, in dem steckt man nmlich jedes mal, sondern die eigene Reife und Bereitschaft zum Zeitpunkt der SW.

Nach der Geburt sieht es doch genauso aus. Ein Kind das man ber alles herbei gesehnt hat erscheint einem dann pltzlich fremd und unwillkommen. Bei manchen Frauen hlt dieser Zustand wohl noch Tage und Wochen nach der Geburt an. Was daraus resultiert sieht man doch immer wieder.

Jemand der von einer dieser Situationen nicht betroffen war kann und sollte sich auch kein Urteil ber andere erlauben. Man kann schockiert sein, aber wirklich verstehen kann man es als unbeteiligter sowieso nicht.

Das der Staat da andere Strafbedingungen geschaffen hat, sollte einem also zu denken geben. Nicht etwa darber das er dem ungeborenen/neugeborenem Leben weniger Wert beimist. Sondern das Frauen in diesem Zustand nicht sie selbst, keine rationalen Menschen mehr sind.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
PR
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 20.03.08, 20:42    Titel: Huch ! DAS "...in diesem Zustand...keine rationalen Men Antworten mit Zitat

mehr sind..."

das drfen Sie sagen,

ich darfs nicht, und nur ganz leise denken, manchmal.

Winken

PR
_________________
Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Beitrge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten    medizin-forum.de Foren-bersicht -> Gesundheitspolitik Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehen Sie zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Gehen Sie zu:  
Sie knnen keine Beitrge in dieses Forum schreiben.
Sie knnen auf Beitrge in diesem Forum nicht antworten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie knnen Ihre Beitrge in diesem Forum nicht lschen.
Sie knnen an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
© Deutsches Medizin Forum 1995-2019. Ein Dienst der Medizin Forum AG, Hochwaldstraße 18 , D-61231 Bad Nauheim ,HRB 2159, Amtsgericht Friedberg/Hessen, Tel. 03212 1129675, Fax. 03212 1129675, Mail jaeckel@medizin-forum.de.