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[ KB ] Borreliose
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jaeckel
Administrator


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 4711
Wohnort: Bad Nauheim

BeitragVerfasst am: 15.05.08, 09:51    Titel: [ KB ] Borreliose Antworten mit Zitat

Kategorie: Innere u. Allgmeinmedizin
Typ: Text

Name des Artikels: Borreliose
Autor: jaeckel
Beschreibung: Sinnvolle Diagnostik und Irrefhrungen

>>den ganzen Artikel lesen
_________________
Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jckel
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Borrili
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 26.02.2005
Beitrge: 83

BeitragVerfasst am: 15.05.08, 13:49    Titel: Antworten mit Zitat

1. Hatte ich einen Zeckenbi?

Wenn die Antwort NEIN lautet, ist ein Borreliose zumindest unwahrscheindlich.

Warum ist dann eine Borreliose zumindest unwahrscheindlich? Nur ca. 40% der Borreliosepatienten erinnerten sich an einen Zeckenstich. Ca. 80% aller Infektionen werden durch die nur ca. 1mm groen Nymphen verursacht, welche im Gegensatz zu den gr0en adulten Zeckenweibchen hufig bersehen werden.

2. Hatte ich eine vom Neurologen festgestellte Nervenlhmung?
Wenn die Antwort JA lautet, sollte neben anderen mglichen Ursachen an eine Borreliose gedacht werden.

Eine Nervenlhmung ist eine sehr seltene Manifestation der Borreliose und kann deshalb nicht als wesentliche Diagnosekriterium gelten.

3. Hatte ich ein schmerzhaftes, entzndetes, geschwollenes Gelenk im Knie oder Sprunggelenksbereich?
Wenn die Antwort JA lautet, sollte neben anderen mglichen Ursachen (Rheuma?) an eine Borreliose gedacht werden.

Gelenksentzndungen (Lyme Arthritis) kommt bedingt durch die anderen Borrelienstmme in Europa satt in den USA nur bei ca. 10% aller Borreliosen vor.

4. Leide ich besonders nchtlich an bislang unerklrlichen starken Rckenschmerzen, wie sie fr Bandscheibenbeschwerden typisch sind?

Wenn die Antwort JA lautet, sollte neben anderen mglichen Ursachen an eine Borreliose gedacht werden. Insbesondere, wenn man an der Wirbelsule bzw. den Bandscheiben keine Ursache fr die Beschwerden findet.

Lyme-Radikulitis ist ebenfalls eine eher seltene Manifestation der Borreliose welche nur im Rahmen einer Neuroborreliose auftreten kann. Selbst die Neuroborreliose kommt nur bei weniger als 10% der Borreliosen vor.

Eine Borreliose deshalb als unwahrscheinlich anzusehen drfte doch sehr gewagt sein. Dass eine sorgfltige Differentialdiagnostik erfolgen sollte msste eigentlich selbstverstndlich sein, wird aber hufig nicht durchgefhrt.
Was ist aber wenn wie bei einer Borreliose hufig die Differentialdiagnose zu keinem Ergebnis fhrt ?
Wie schwierig die Diagnostik ist sieht man schon anhand der pathognomisch krankheitsbeweisenden Acrodermatitis chronica atrophicans (ACA) welche nach einer Untersuchung nur bei 18% richtig diagnostiziert wurde, bzw. 82% Fehldiagnosen!

http://www.schattauer.de/index.php?id=585&no_cache=1&artikel=3209

Die Schwierigkeit der Diagnostik und die Vielzahl der unspezifischen Symptome, die eine Borreliose begeleiten knnen, berfordert auch hufig rzte welche mit diesem Krankheitsbild kaum nher vertraut sind und sehr oft entsprechende Laborbefunde in Zusammenhang mit der Klinik kaum deuten knnen.

brigens sagte Willy Burgdorfer der Entdecker der Borrelien Es ist vllig unsinnig anzunehmen jemand sei von Borreliose geheilt nur weil er eine bestimmte Menge Antibiotika erhalten hatte

Borrili
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jaeckel
Administrator


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 4711
Wohnort: Bad Nauheim

BeitragVerfasst am: 15.05.08, 14:27    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Borrili,

Zitat:
Nur ca. 40% der Borreliosepatienten erinnerten sich an einen Zeckenstich. Ca. 80% aller Infektionen werden durch die nur ca. 1mm groen Nymphen verursacht

Bitte nennen Sie fr diese Aussage eine wissenschaftliche Quelle.
Wenn 80% aller Infektionen durch Nymphen verursacht wrden, warum erinnern sich die Patienten dann teilweise an einen Zeckenstich, den sie garnicht gehabt haben?
Zitat:

Eine Nervenlhmung ist eine sehr seltene Manifestation der Borreliose und kann deshalb nicht als wesentliche Diagnosekriterium gelten.

Das wurde auch nicht gesagt. Aber eine Nervenlhmung kann eine Manifestation einer Borreliose sein. Gleiches gilt bei Arthritis und Lyme-Radikulitis.
_________________
Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jckel
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jaeckel
Administrator


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 4711
Wohnort: Bad Nauheim

BeitragVerfasst am: 15.05.08, 17:07    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Bobbele,

Bobbele hat folgendes geschrieben::
der von Dr. Jckel eingestellte Artikel ist ein Idealfall wie aus dem Bilderbuch der Leitlinien und daraus ergbe sich, dass die Diagnose an paar Punkten festgemacht werden knne.


es geht ja nicht um eine Leitlinie. Da gibt es sicher bessere.

Wichtiger:
Unspezifisch ist und bleibt unspezifisch. D.h. im Klartext, dass die genannten Befindlichkeitsstrungen in der Mehrzahl der Flle nicht auf eine Borreliose zurckzufhren sind. Wer trotzdem ohne differentialdiagnostische Fragestellung/berlegung immer nur den Borreliose-Tunnelblick proklamiert, verunsichert u.U. Patienten. Das gilt es zu vermeiden.
_________________
Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jckel
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Borrili
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 26.02.2005
Beitrge: 83

BeitragVerfasst am: 15.05.08, 19:07    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Bitte nennen Sie fr diese Aussage eine wissenschaftliche Quelle.
Wenn 80% aller Infektionen durch Nymphen verursacht wrden, warum erinnern sich die Patienten dann teilweise an einen Zeckenstich, den sie garnicht gehabt haben?


Wie soll man das verstehen, dass sich Patienten an einen Zeckenstich erinnern den sie garnicht gehabt haben? Verstehe ich beim besten Willen nicht.
Knnen sie eine wissenschaftliche Quelle oder zumindest ein paar Expertenaussagen nennen, dass bei fehlender Zeckenstichanamnese eine Borreliose unwahrscheinlich ist, also so gut wie alle Zeckenstiche bemerkt werden?

Hier nur ein paar serise Quellen, bei Bedarf gern noch mehr:

Zeckenborreliose, Lyme-krankheit bei Mensch und Tier
Von Hans Horst

Link

Eine negative Zeckenstichanamnese schliet eine Lyme-Borreliose aber nicht aus, da sich nur 20-50% der Patienten eines Zeckenstiches bewusst sind...


http://science.orf.at/science/news/81585

Da 60 bis 70 Prozent der Zeckenstiche unbemerkt bleiben, kann sich auch das durch die Borrelien hervorgerufene Erythem lange ausbreiten, bevor es bemerkt wird.


http://www.imd-berlin.de/index.php?id=318

Wichtig: ca. 50 % der Zeckenstiche bleiben unbemerkt!


Dissertation Gudrun Baumann
Seroepidemiologische Untersuchungen zur Lyme-Borreliose in Sddeutschland 1991-93

Berechnet auf die Gesamtzahl der Erkrankungen ergibt sich somit eine positive Stichanamnese bei 45% aller Erkrankungen.


Borrelioseexperte Priv. Doz. Dr. D. Hassler:
Viele an Borreliose erkrankte Personen erinnern sich nicht an einen Zeckenstich. Das liegt einmal an der Tatsache, da der Infektionsbeginn lange zurckliegen kann und andererseits daran, da gerade die Zeckenlarven und Zeckennymphen so klein sind, da der Stich unbemerkt bleiben kann. Bereits die 0,8-1mm groen Zeckenlarven knnen aber Borrelien bertragen, da sie selbst schon zu etwa 1% transovariell infiziert wurden (Lit Magnarelli). Die Larven sind aber nur etwa zu 1% infiziert, das nchste Stadium, die etwa 1,5 mm groe Nymphe, schon zu etwa 15-25%.

Dies liegt mglicherweise daran, dass ihre bertragung nicht nur durch adulte Zecken, sondern auch durch Zeckennymphen und schon fast mikroskopisch kleine Zeckenlarven zu wenig bedacht wird. Insbesondere der Stich durch Zeckenlarven bleibt klinisch praktisch immer unbemerkt.

Borrelioseexperte Dr. Norbert Satz, Zrich:
Es ist typisch, dass man Zeckenstiche nicht sprt. Man merkt nur jeden fnften Zeckenstich - oder anders gesagt: auf jeden bemerkten Zeckenstich kommen vier unbemerkte. Gefhrliche Zecken sind klein, voll gesogen unter 1 mm gross. Zeckenstiche schmerzen nicht, weil Zecken vor dem Stechen die Haut lokal unempfindlich machen, und Zecken stechen mit Vorliebe an verborgenen Stellen wie Kniekehle, Schamgegend, Bauchnabel, Achselhhlen."

Viele Gre
Borrili
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jaeckel
Administrator


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 4711
Wohnort: Bad Nauheim

BeitragVerfasst am: 16.05.08, 06:09    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Borilli,

Borrili hat folgendes geschrieben::
Wie soll man das verstehen, dass sich Patienten an einen Zeckenstich erinnern den sie garnicht gehabt haben? Verstehe ich beim besten Willen nicht.


nun, dann erklre ich das nochmals gerne.

Aussagenlogik:

Ihre Behauptung 1: Ca. 80% aller Infektionen werden unbemerkt durch die nur ca. 1mm groen Nymphen verursacht.

Ihre Behauptung 2: 40% der Borreliosepatienten erinnerten sich an einen Zeckenstich.

Wenn Behauptung 1 gilt, dann bleiben also nur noch 20 % (100-80) brig. Das widerspricht Behauptung 2, da sich ja nicht nur 20 sondern 40% nach Ihren Aussagen erinnern.

Daher fragte ich nach einer Quelle Ihrer Behauptung 1. Die haben Sie nicht gebracht. Sie haben weitere einander widersprechende Zitate gebracht und bemerken die Widersprche garnicht:

Unbemerkt bleiben

- "60 bis 70 Prozent"
- "ca. 80%"
- "ca. 50 %"

Ja was denn nun? Fakt ist, dass der hchste Wert von Ihnen zuerst in die Diskussion gebracht wurde und Belege dafr bislang nicht gebracht wurden.

Borrili hat folgendes geschrieben::
Knnen sie eine wissenschaftliche Quelle oder zumindest ein paar Expertenaussagen nennen, dass bei fehlender Zeckenstichanamnese eine Borreliose unwahrscheinlich ist, also so gut wie alle Zeckenstiche bemerkt werden?


Meine Aussage impliziert den roten Teil nicht, den Sie unterstellen. Das rote behaupte ich also nicht. Nimmt man alle Menschen, die sich an keinen Zeckenstich erinnern, so mu man - und das vergessen Sie - alle gesunden oder an anderen Erkrankungen leidenden Menschen einbeziehen. Der Beleg fr meine Aussage zur Wahrscheinlichkeit ist die sog. Inzidenz, die in einem Lehrbuch der Inneren Medizin mit 50 bis 100 Fllen pro 100.000/Jahr angegeben wird. Selbst wenn 50 % unbemerkte Infektionen rechnete, wren das 25 bis 50 Flle pro 100.000, also relativ selten bzw. unwahrscheinlich.


Lieber Bobbele,

Bobbele hat folgendes geschrieben::
Die Seuche des 21. Jahrhunderts.

nein, keine Seuche! Das ist genau das, was ich mit unverantwortlicher Irrefhrung und Patientenverunsicherung meine.

a) ist die Hufigkeit/Inzidenz nicht seuchenartig
b) kann man sich prventiv schtzen
c) kann man eine Infektion wirksam behandeln

Bobbele hat folgendes geschrieben::
Ja, die Fachrzte sehen alle nur ihr Fachgebiet!


Bobbele hat folgendes geschrieben::
Und wren es stichhaltige Beweise, wrden alle diese Anzeichen vom nchsten Hausarzt garantiert bagatellisiert


Bitte unterlassen solche pauschalen uerungen, da sie unverantwortliche Irrefhrung und Patientenverunsicherung sind.
_________________
Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jckel
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AlexMu
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Anmeldungsdatum: 26.01.2006
Beitrge: 58

BeitragVerfasst am: 16.05.08, 15:55    Titel: Rckfrage Antworten mit Zitat

Knnten Sie netterweise erklren, warum mein Betirag gelscht wurde?

Arbeiten Sie mal bitte diesen Link durch:
http://www.diss.fu-berlin.de/2006/374/

Z.B. nur 50% von fast 4000 Patienten hatten ein nachweisbares EM. Von diesen 50% knnen sich nur 66% an einen Zeckenstich erinnern. Die fehlenden 34% wrden also die Frage "Hatte ich einen Zeckenbi?" mit Nein beantworten. Damit Borreliose unwahrscheinlich (nach Ihrer Aussage).

Damit wrden grob 700 Borrliose-Patienten sagen "Rtung? Ich hatte doch gar keinen Zeckenstich... Muss etwas anderes sein. Ich mach mal Salbe drauf"
Ist das des Rtsels Lsung?

Und wie gesagt, falls Sie Fragen haben knnen Sie sich ruhig an mich wenden. Ich habe diese Krankheit und in Frage kommende Differentialdiagnosen (und da kommen eine Menge in Frage) drei Jahre lang Vollzeit studiert.

Gre
AlexMu
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jaeckel
Administrator


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 4711
Wohnort: Bad Nauheim

BeitragVerfasst am: 16.05.08, 16:40    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr geehrter AlexMu,

Epidemiologie ist nicht einfach zu verstehen.

Die Studie spricht von Patienten mit nachgewiesener Lyme-Borreliose.
Ich spreche von einer ganz anderen Gruppe.
_________________
Herzlichen Gruss
Ihr Achim Jckel
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Borrili
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 26.02.2005
Beitrge: 83

BeitragVerfasst am: 16.05.08, 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
nun, dann erklre ich das nochmals gerne.

Aussagenlogik:

Ihre Behauptung 1: Ca. 80% aller Infektionen werden unbemerkt durch die nur ca. 1mm groen Nymphen verursacht.

Ihre Behauptung 2: 40% der Borreliosepatienten erinnerten sich an einen Zeckenstich.

Wenn Behauptung 1 gilt, dann bleiben also nur noch 20 % (100-80) brig. Das widerspricht Behauptung 2, da sich ja nicht nur 20 sondern 40% nach Ihren Aussagen erinnern.

Daher fragte ich nach einer Quelle Ihrer Behauptung 1. Die haben Sie nicht gebracht. Sie haben weitere einander widersprechende Zitate gebracht und bemerken die Widersprche garnicht:

Unbemerkt bleiben

- "60 bis 70 Prozent"
- "ca. 80%"
- "ca. 50 %"

Ja was denn nun? Fakt ist, dass der hchste Wert von Ihnen zuerst in die Diskussion gebracht wurde und Belege dafr bislang nicht gebracht wurden.


Lieber Herr Dr. Jckel,
jetzt versehe ich ihr Ansinnen, aber dazu sollten sie erst einmal genau lesen was ich gesagt habe und nicht was anderes hineininterpretieren und pfel mit Birnen addieren.!
Ich habe doch nie behautet dass 80% aller Infektionen unbemerkt durch die nur ca. 1mm groen Nymphen verursacht werden, sondern nur dass ca. 80% der Infektionen ob bemerkt oder unbemerkt durch Nymphen hervorgerufen werden, denn auch Nymphen werden auch bemerkt nur eben wesentlich seltener wie adulte Zecken !

Zur Quelle ist mir das jetzt zu mig die einzelnen Quellen herauszusuchen, aber sie knnen gern mal die Herren Experten Prof. Sss, Prof. Kimmig, Dr.Oeme, Dr. Hassler und Co. fragen die werden ihnen das besttigen.
Zur Hufigkeit der unbemerkten Zeckenstichen habe ich schon gengend zittiert oder reicht das noch nicht.

Im brigen ist es schon seltsam, sie verbreiten hier ffentlich falsche Ansichten wie dass bei fehlender Zeckenstichanamnese eine Borreliose unwahrscheinlich ist, geben aber selbst keinerlei Quellen an.
Wo sind denn ihre Quellen fr diese offensichtlich falsche Aussagen, denn alle zuverlssigen Quellen zeigen dass ein groer Teil der Zeckenstiche unbemerkt bleibt auch wenn es keine exakten Zahlen gibt die sie bemngeln da die Prozentzahlen sicher etwas schwanken. Nach ihrer Aussage unwahrscheinlich mssten ja ber 95% bemerkt werden!

Sie habe sicher Recht dass bei solchen meist unspezifischen Beschwerden eine umfangreiche Differentialdiagnostik erforderlich ist. Es muss auch keinen Borreliose sein aber es kann durchaus sein ob bemerkte Zecke oder nicht.
Wenn sie aber durch solche Falschbehauptungen eine Borreliose gleich von vornherein aufgrund eigener Wahrscheinlichkeiten aus der Differentialdiagnostik ausschlieen wollen halte ich das fr sehr gefhrlich.

Ach brigens noch zur Inzidenz, da sie behaupten die Borreliose wre bei mind. 250.000 Neuinfektionen und 60.000-100.000 Neuerkrankungen laut ihren Lehrbuch sehr selten.
Schauen sie sich z.B. einmal diese Studie mit fast 5000 Probanden unter Beteiligung von V. Fingerle und B. Wilske vom nationalen Referenzentrum fr Borrelien an.

PRVALENZ UND INZIDENZ DER LYME-BORRELIOSE IN SD- UND OSTBAYERN
http://cbt.klinikum.uni-muenchen.de/gentianum/1999/46.html
Somit beobachteten wir eine Inzidenz der Lyme-Erkrankung von 1,5 % pro Jahr sowie jhrlich 0,6 % Neuinfektionen ohne Symptomatik.

Die Inzidenzzahl von 1,5% pro Jahr unterscheidet sich aber gewaltig von ihrer mit 0,05-0,1 %
Vielleicht sollten sie mal die mglicherweise vllig veraltete Quelle in ihrem Lehrbuch berprfen.

Nach meiner Meinung ist eher eine Verharmlosung und Behauptung dieses wre eine sehr seltene Erkrankung statt einer vernnftigen Aufklrung zur Prvention und Frherkennung eine unverantwortlicher Irrefhrung und Patientenverunsicherung.

Schne Gre
Borrili
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Borrili
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 26.02.2005
Beitrge: 83

BeitragVerfasst am: 16.05.08, 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry doppelt

Zuletzt bearbeitet von Borrili am 16.05.08, 18:06, insgesamt 1-mal bearbeitet
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jaeckel
Administrator


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 4711
Wohnort: Bad Nauheim

BeitragVerfasst am: 16.05.08, 18:04    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Bobbele,

ich hatte ja oben nun hflich darum gebeten:

jaeckel hat folgendes geschrieben::
Bitte unterlassen solche pauschalen uerungen, da sie unverantwortliche Irrefhrung und Patientenverunsicherung sind.


Wir sind auch keine Plattform fr Ihre Art der pauschalisierten rzteschelte.

Pauschalurteile, wie "Tunnelblick der Fachrzte", knnen ja niemals aus Erfahrung stammen. Eine Sperrung kommt immer dann in Frage, wenn hfliche Bitten - in Ihrem Fall von mehreren Moderatoren - nicht fruchten.

Alles Gute!
Ihr
Dr. med. Achim Jckel
Facharzt fr Innere Medizin
www.medizin-forum.de
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jaeckel
Administrator


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 4711
Wohnort: Bad Nauheim

BeitragVerfasst am: 16.05.08, 18:41    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Borili,

jepp, die Inzidenz in Sd- und Ostbayern kann ja anders sein als im Durchschnitt.

Also machen wir auch nochmal einen Grundkurs in Wahrscheinlichkeitsrechnung:

- Wir nehmen eine Inzidenz der Lyme-Erkrankung von 1,5 % an.
- Bleiben 98,5 % ohne Lyme-Erkrankung, richtig?
- Ist es fr den Druchschnittmenschen also wahrscheinlicher an einer Lyme-Erkrankung zu leiden oder nicht? Natrlich nicht.
- Da auch in der genannten Studie die Erkrankten "berwiegend Hauterscheinungen, die als Erythema migrans gedeutet wurden" zeigten, fllt diese Gruppe ebenfalls raus. Denn in meinem Text wird das Erythema migrans sowieso als Leitsymptom bezeichnet und als krankheitsbeweisender Befund angesehen.
- Fr die Gruppe, die brig bliebt ist es also noch unwahrscheinlicher als fr die Durchschnittmenschen an einer Lyme-Erkrankung zu leiden. Sagen wir ~99 % haben keine Lyme-Erkrankung.

Preisfrage: Was ist also wahrscheinlicher: ca. 99 % oder ca. 1 % ?
Richtig. Bei einer Wahrscheinlichkeit von 1 % knnte man auch von unwahrscheinlich sprechen. Das ist etwas anderes als "ausgeschlossen".

Borrili hat folgendes geschrieben::
Im brigen ist es schon seltsam, sie verbreiten hier ffentlich falsche Ansichten wie dass bei fehlender Zeckenstichanamnese eine Borreliose unwahrscheinlich ist, geben aber selbst keinerlei Quellen an.

Borrili hat folgendes geschrieben::

Wenn sie aber durch solche Falschbehauptungen eine Borreliose gleich von vornherein aufgrund eigener Wahrscheinlichkeiten aus der Differentialdiagnostik ausschlieen wollen


Borrili hat folgendes geschrieben::
die mglicherweise vllig veraltete Quelle in ihrem Lehrbuch


Solche uerungen sind unntig.
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AlexMu2
Interessierter


Anmeldungsdatum: 16.05.2008
Beitrge: 8

BeitragVerfasst am: 16.05.08, 19:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Herr Jaeckel.

Knnten Sie netterweise erklren, warum sie a) meinen vorletzten Beitrag gelscht haben un d b) den letzten Beitrag zwar stehen lieen, aber dafr den Account gesperrt haben?

Grenzen Sie doch einfach die Personen ein, die Sie mit ihrem merkwrdigen Beitrag gemeint haben. Meinten Sie alle Menschen? Oder Menschen mit beliebigen Symptomen? Oder mit spezifischen Symptomen?

Ich wrde liebend gerne mit Ihnen darber diskutieren - darf ich?

Sie fordern Hflichkeit. Ich ebenfalls. Also gewhren Sie mir bitte das Privileg mit Ihnen sachlich diskutieren zu drfen...

Gre

AlexMu
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Borrili
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 26.02.2005
Beitrge: 83

BeitragVerfasst am: 16.05.08, 20:21    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Herr Dr. Jckel,
ja die Wahrscheinlichkeitsrechnung, aber darin haben sie Vergessen dass man ja fr die Diagnostik nicht die Gesamtzahl der Bevlkerung nimmt, sondern die Patienten welche Symptome aufweisen welche durch eine Borreliose verursacht werden knnte. Dann mssen sie ihre Wahrscheinlichkeit gewaltig noch oben schrauben.

Aber eigentlich finde ich es erschreckend das Patienten und dessen mgliches Schicksal, bzw. ob diese berhaupt darauf untersucht werden, nur als Faktoren von mathematischen Rechnungen betrachtet werden.

Wenn sie schon bei 60.000-100.000 Erkrankungen jhrlich von unverantwortlicher Irrefhrung und Patientenverunsicherung sprechen, was ist dann ihre Meinung zu FSME oder HIV etc.
Bei einer Zahl der FSME- Neuinfektionen von wenigen Hundert. Wre dabei, weil diese Zahl noch um das Mehrhundertfache geringer ist, nach ihrer Meinung nicht alles erst recht Panikmache und unverantwortliche Irrefhrung und Patientenverunsicherung??

Es geht doch einfach darum, dass man bei entsprechenden Beschwerden welche auf eine Borreliose deuten knnten auch diese in die Differentialdiagnostik mit aufnimmt und nicht diese aus rein statistischen Grnden verwirft bzw. nur von wenigen Leitsymptomen abhngig macht welches bei dieser chamleonartiger Krankheit mit extrem vielfltiger Symptomatik ohnehin kaum mglich ist.

Beste Gre
Borrili
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AlexMu2
Interessierter


Anmeldungsdatum: 16.05.2008
Beitrge: 8

BeitragVerfasst am: 16.05.08, 20:33    Titel: Guter Beitrag Antworten mit Zitat

Hallo

Ein guter Beitrag. Es wird bei diesen Diskussionen immer wieder vergessen, dass der Patient nicht aus Langeweile zum Arzt geht. Sicherlich gibt es psychosomatische Beschwerdebilder und nicht zu knapp. Aber dafr gibt es doch ein Vertrauensverhltnis zwischen Hausarzt und Patient. Man kennt sich doch.

Die Statistik hilft allenfalls bei der Sortierreihenfolge der DD, aber nicht dem einen kranken Patienten. Er leidet und muss viele Termine abwarten, bis irgendwann die Borreliose an der Reihe kommt, obwohl die Serologie mit 50-100 Euro erschwinglich ist. Statt dessen wartet dieser Patient, der sicherlich auch das ein oder andere spezifische Symptom hat, ein Dutzend anderer, teils recht teurer Diagnostiktermine ab, die er erst mal alle bekommen und befundet bekommen muss, ohne Behandlung seiner Krankheit ab.

Wie erklren Sie sich die teils extremen Wartezeiten auf die richtige Diagnose zwischen Monaten (in denen nicht behandelt wird und der Erreger sich weiter verbreiten kann) bis im Schnitt 7-8 Jahren, im Extremfall 30 oder 40 Jahren?

NUR Mdigkeit, Unwohlsein und Vergesslichkeit rechtfertigen eine sofortige Serologie nicht, das ist schon richtig. Aber wo wird die Grenze gezogen? Wie erklrt man dem Patienten, dass die letzten 2, 3 oder 5 Jahre sinnlos ins Land gegangen sind, nur weil es ein untypischer Fall war?

Gre

AlexMu
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