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Stiftung Warentest: Apothekentest: Falsch beraten in Berlin

 
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jaeckel
Administrator


Anmeldungsdatum: 15.09.2004
Beitrge: 4711
Wohnort: Bad Nauheim

BeitragVerfasst am: 27.06.08, 13:21    Titel: Stiftung Warentest: Apothekentest: Falsch beraten in Berlin Antworten mit Zitat

"Apotheker gelten als kompetent. Aber sie sind es nicht immer. Die Stiftung Warentest hat 20 Apotheken in Berlin untersucht und dabei zum Teil Erschreckendes erlebt..."
Quelle: www.test.de
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Renate02
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Anmeldungsdatum: 28.04.2008
Beitrge: 1094

BeitragVerfasst am: 29.06.08, 13:28    Titel: Antworten mit Zitat

Ich berlege, ob die Grostadtlage eine Rolle spielen kann. Ich wohne in einer Kleinstadt (knapp unter 10.000 Einwohner) und obwohl wir relativ viele Apotheken haben, wird man in jeder sehr gut beraten - ich bin jedenfalls voll und ganz zufrieden.
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PR
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Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 30.06.08, 00:11    Titel: Es ist ein politisch induzierter Irrglaube Antworten mit Zitat

zu meinen, an einem Apothekenverkaufstresen knne individuelle medizinische Beratung stattfinden.

Da stehen wenns gaaanz gut geht Pharmazeuten.

Menschenmedizin kennen die nur von der Propdeutik.

PR
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Von Fremdinteressen freie an Patienteninteresse orientierte eigene Meinung.
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Susanne.Reuter
DMF-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 21.05.2005
Beitrge: 3513

BeitragVerfasst am: 30.06.08, 19:17    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mag es nicht so gerne, wenn man alle(s) ber einen Kamm schert.

Zu "meinem" Apotheker habe ich Vertrauen. Ich denke, dass er mich kompetent bert und er hat auch schon auf Wechselwirkungen hingewiesen, die dem Arzt (ich nenn es mal) nicht aufgefallen sind. Auch - das hat mir zwar nicht so gefallen - verwies er mich (leidenschaftliche Selbstbehandlerin) auch schon sehr an einen Arzt.

Ich wrde nicht sagen, dass ihm Medizin fremd ist. ; -)

Susanne
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PR
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Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 30.06.08, 22:01    Titel: Das ist ein gewissenhafter Pharmazeut, der Antworten mit Zitat

seine Arzneimittel und die Grenzen seines Fachs ausgezeichnet kennt.
Gratuliere ! Solche kenn ich wirklich auch.

Menschenmedizin ist noch was Anderes. Da menschelts, mal entzckend und mal frchterlich, dass mans sehen, hren, fhlen und riechen kann. Das hlt nicht jeder aus, damit kann n icht jeder umgehen, der damit nicht ausschlielich umgeht.

Lassen Sie sich mal testweise in einer Apotheke ber so schauderhaft verfngliche Dinge wie Kondome oder Viagra beraten. Die allermeisten kriegen dann eine rote Birne, beginnen unzusammenhngend zu reden und mssen dringend ans Telefon.

Macht ja garnix, die haben ja was ganz Anderes gelernt, und zwar ganz ausgezeichnet.

Was ich sagen will, ist, dass, wo verkauft wird, nicht gleichzeitig besonders gut individualmedizinisch beraten werden kann.
Was ohne Weiteres auch fr rzte gilt.

PR
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Kasi
DMF-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 21.10.2006
Beitrge: 367

BeitragVerfasst am: 06.07.08, 14:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

auf den ersten Blick ist das schockierend, aber wenn man sich den Test mal genauer anschaut, dann erklrt sich das Ergebnis und relativiert die Schlagzeilen erheblich:

1. ist Berlin natrlich schon ein besonderes Pflaster, das ist schon seit langem bekannt und trgt nicht gerade zu einem besonders guten Bild bei den Berliner Reprsentanten bei. Bei den rzten sieht das im brigen nicht viel anders aus.
2. Hier wurde eine ganz spezielle Gruppe von Apotheken getestet: Easy, DocMorris und Center-Apotheken. Eine Center-Apotheke zeichnet sich durch exorbitant hohe Mieten aus, was man idR durch Einsparungen beim Personal zu kompensieren versucht. In meinem 11kpfigen Team arbeiten 8 studierte Pharmazeuten, in einer Center-Apotheke sind es selten mehr als 3 Apotheker. Insofern kann man hier ablesen, was uns in Zukunft in den Apotheken erwarten wird, wenn man den Einsparungszwang weiter erhht.

"Das kann passieren, wenn Sie Ihren Apotheker fragen" schreibt die Stiftung - ich gehe davon aus, dass es selten Apotheker waren, oftmals PTAs und das ein oder andere Mal sicherlich illegalerweise PKAs, die zwar schn gnstig sind, aber keinerlei pharmazeutische Ausbildung besitzen.
Nur am Rande, ich komme auch aus Berlin und wei, wovon ich spreche.


Nun zum test selbst:

Wechselwirkungen
zwischen Alendronsure und Calcium nicht zu kennen ist unterirdisch, das einzige, was mich an diesem test wirklich schockiert hat. Das lsst sich eigentlich mit dem oben aufgefhrten erklren. Ich kenne keine PTA und erst Recht keinen Apotheker, der das nicht wei- bei dem Test wurde angeblich sogar nachgefragt!!

zwischen 25mg Diclofenac und einem ACE-Hemmer/blutdrucksenkern ist die hufigste Wechselwirkung, die wir haben. Hier zeigt sich, das die Tester offenbar nicht aus der Praxis kommen und auch fachlich ein Defizit haben. Eine minimale Blutdrucksteigerung von in der Regel 3-5 mmHg zu kommunizieren ist kontraproduktiv. Schon allein durch die Information wrde ich bei jedem dritten Hochdruckpatienten eine zustzliche Blutdrucksteigerung verursachen. So etwas endet in Szenen, wo der Patient zum Arzt geht: "Der Apotheker hat gesagt, dass sich das Schmerzmittel nicht mit meinen Medikamenten vertrgt."
Bei hohen NSAR Dosierungen 150mg Diclo/d und 2400mg Ibu/d ist das etwas anderes, hier erfolgt idR ein dezenter Hinweis, aber individuell passend.

zwischen Marcumar und Johanniskraut wurde in jeder 5. Apotheke nicht erkannt, das ist nicht gut, aber warum gibt es Johanniskraut bei Aldi?

Rezeptur
eine auf Rezept verordnete Rezeptur abzulehnen ist eine Frechheit, aber Teil der Strategie oder des Kostendrucks dieser besonderen Apotheken. An solchen Rezepturen verdient man nichts bzw man macht Minus, aber man ist nun mal der Arzneimittelversorgung verpflichtet - wer das missachtet, verhlt sich meiner Ansicht nach unwrdig. Dennoch frage ich mich warum man eine derart ungewhnlich Rezeptur ausgewhlt hat und warum man nicht eine ganz alltgliche Rezeptur testet.

Blutdruck
Zweifelhaft Kriterien wurden angelegt. Ruhezeit braucht man nur, wenn der Patient nicht ruhig ist. Eine Zweitmessung mache ich auch bei erhhten Werten nur, wenn ich das Gefhl habe, dass die Bedingungen nicht korrekt waren. Manche zitierten uerungen whrend des Tests lassen wieder mal vermuten, dass es sich hier nicht um pharmazeutisches Personal gehandelt hat.

Insgesamt ist auffllig, dass man sich bei diesem Test wenig um die Kernkompetenzen einer Apotheke bemht hat, sondern eher Randthemen bemht wurden und das in Center-Apotheken, die durch hohe Kundenfrequenz geprgt sind. Sonnenschutzmittel und Nahrungsergnzungsmittel fr ein konzentrationsschwaches Kind vervollstndigen diesen Eindruck. Die Ursachenforschung als einzige Problemlsung lsst sich in diesem Fall auch diskutieren.

Auch die Stiftung Warentest ist hnlich wie eine BILD-Zeitung darauf angewiesen, die Verkaufszahlen durch Negativschlagzeilen zu erhhen. Auch wenn man finanziell bei dieser Stiftung vielleicht unabhngig ist, so lsst zumindest eine Nhe zu einer politischen Richtung erkennen, die auf Teufel komm raus eine Liberalisierung bis hin zur Etablierung von Apothekenketten durch Kapitalgesellschaften anstrebt.
"Der Test wirft ein Schlaglicht auf die Qualitt inhabergefhrter Apotheken."
Aha, danke fr die Einblicke.

Warum nicht mal einen fairen und sinnvollen Test in ganz normalen Apotheken? Das wrde sich nicht verkaufen. Natrlich gibt es auch schlechte Apotheken, aber hier hat man bewut Apotheken ausgesucht, die mit meist mehr als 400-500 Kunden und geringer Stammkundschaft eine Sonderstellung einnehmen.

Naja, die Details interessieren idR nur die wenigsten.
LG Kasi
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dora
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Anmeldungsdatum: 27.12.2006
Beitrge: 1319

BeitragVerfasst am: 08.07.08, 18:54    Titel: Antworten mit Zitat

hallo

um solch eine Aussage zu machen, sollte man eig. mehr als 20 Apotheken testen.
Das kann doch nicht reprsentativ gemeint sein Frage

Gru dora
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Kasi
DMF-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 21.10.2006
Beitrge: 367

BeitragVerfasst am: 11.07.08, 06:41    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt etwa 21500 Apotheken, davon nur ein paar hundert Center-Apotheken, von diesen hat man sich nun knappe 20 rausgefischt. Das ist sicherlich nicht reprsentativ. Ob man nun 20 oder 200 testet ist dabei weniger wichtig, aber man sollte schon auch normale Apotheken testen bevor man sie verurteilt und man sollte einen Test konzipieren, der ehrlich und relevant ist.
Da haben die Internet-Apotheken sicherlich bessere Chancen gehabt, denn diese wurden einzeln getestet, das war sozusagen kostenlose Werbung.
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Kasi
DMF-Mitglied
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Anmeldungsdatum: 21.10.2006
Beitrge: 367

BeitragVerfasst am: 11.07.08, 06:50    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Lassen Sie sich mal testweise in einer Apotheke ber so schauderhaft verfngliche Dinge wie Kondome oder Viagra beraten. Die allermeisten kriegen dann eine rote Birne, beginnen unzusammenhngend zu reden und mssen dringend ans Telefon.

Naklar, wir unterhalten uns tagtglich ber Harn- und Stuhlinkontinenz und machen uns ins Hschen wegen ein paar Kondomen oder fehlender Standhaftigkeit.

Zitat:
Was ich sagen will, ist, dass, wo verkauft wird, nicht gleichzeitig besonders gut individualmedizinisch beraten werden kann.

Das geht hervorragend. Nicht jeder kann es, es gibt auch nicht nur superduper rzte. Selbstmedikation lsst sich nun mal nicht anders gestalten.
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PR
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DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 27.03.2005
Beitrge: 2794
Wohnort: Lrrach

BeitragVerfasst am: 11.07.08, 19:45    Titel: Hab ja echt nix gegen Apos. Antworten mit Zitat

Mit einem bin ich jahrelang im Landkreis rum gerollschuht. Die Verwandtschaft kenn ich bestens. Der andre hat meinen Umzug um 1,5 km verkrzt. Auch die Verwandtschaft kenn ich bestens. Beide machen lokal und kommunal und weit berregional verdienstvolle Freizeitarbeit. Verdienstvoll wei ich nicht, aber ich auch. Keiner von beiden legt mich jemals mit Rezepten rein. Ich sie auch nicht. Beide arbeiten hauptschlich am Tresen, aber haben fr wenns wirklich mal ntig ist fr Patienten ein Spare. Ich arbeite hauptschlich im Spare und wenns garnicht anders geht auch schon mal am Tresen.

Vive la (petite) diffrence.

PR
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JBau72
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 25.08.2006
Beitrge: 76

BeitragVerfasst am: 15.07.08, 07:42    Titel: Antworten mit Zitat

Danke fr ihre praxisnahen Erluterungen, diese besttigen meinen Eindruck den ich von Stiftung Warentest schon lnger habe (bei Themen in denen ich mich auskenne Auf den Arm nehmen ).

Ich gehe trotz Mehrkosten (die sind leider Realitt) weiterhin zu meiner niedergelassenen Apotheke. Es ist einfach ein riesiger Vorteil wenn man die Leute ber die Jahre kennt. Die anderen knnen gerne bei DocMorris kaufen
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