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Langsam wei ich nicht mehr weiter
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Marc1983NRW
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Anmeldungsdatum: 24.08.2008
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 24.08.08, 18:12    Titel: Langsam wei ich nicht mehr weiter Antworten mit Zitat

Hallo,

an jenem Tag ging er bei "grn" ber die Strae, ich war im Kiosk und dann kam so einer mit dem Auto angerast und hat ihn voll erwischt... Ich bin direkt blind auf die Strae gerannt und hab alles mgliche getan was ich konnte, auch versucht die Blutung am Kopf zu stoppen wobei dann meine hnde voller Blut waren was mir auch egal war. Der Notarzt meinte das ich sein Leben gerettet htte und im Krhs war auch eine Besserung in Sicht. Ich war, so oft ich konnte im Krankenhaus, auch ber Nacht an seinem Bett, habe ihn morgens gewaschen und hatte immer gehofft das er aus dem Koma wacht aber an jenem Sonntag Abend bzw. nacht zu Montag kam der Anruf vom Krhs das er um 3.25 Uhr... In der ersten Woche wurde ich permanent um 3.15 Uhr wach. Mir geht die Szene so oft durch den Kopf wie im einem Film, wenn ich am Grab bin kommen mir jedesmal die Trnen und schlaflose Nchte... Das personal im Krhs hat mich damal gefragt woher ich die Kraft nehme nach dem Arbeiten und in der Nacht nach dem Anruf muss ich wohl auf der Station zusammengebrochen sein... Ich komme da einfach nicht drber hinweg das mein bester Freund gegangen ist und dieses A**** knnte ich in die Luft zerreien...

Zum anderen ist meine Mutter (fast 52 Jahre alt) schwer krank. Irgendwie mekre ich, das es langsam zu Ende geht. 1998, da war ich 15, hat sie ein Herz transplantiert bekommen, Lungenkrebs (halbe Lunge entfernt), Hirninfarkt, Schlaganfall vor 1 Woche Herzstillstand hat sie alles berwunden. Morgen oder Dienstag steht ein Herzschrittmacher auf dem OP-Plan. Nach auen hin mache ich einen normalen Eindruck aber den Sachen kommr mir immer wieder alles hoch(vor allem meinverlorener bester Freund). Auf der Arbeit merke ich es an meiner dann schwachen Leistung... Ich wei nicht was ich tun soll...

Marc
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nail
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Anmeldungsdatum: 26.05.2008
Beitrge: 151

BeitragVerfasst am: 25.08.08, 14:52    Titel: bester Freund Antworten mit Zitat

Hallo Marc1983,
das ist eine sehr traurige und schmerzliche erfahrung, die du mit deinem besten freund machen mutest. Bei solch schweren verletzungen, vorallem schdel-hirnverletzungen, sind die ersten wochen am kritischsten, d.h. auch wenn es nach einer besserung aussieht mu man jederzeit noch mit einer pltzlichen, mglicherweise tdlichen verschlechterung rechnen. das ist zwar im moment kein trost fr dich, lediglich einetatsache, dass, obwohl alles notwendige getan wurde, das schlimmste nicht abzuwenden war.
am ausgang mancher ereignisse knnen wir aber, egal was wir machen, nichts ndern.

es ist gut, dass du an seinem grab weinen kannst, deiner trauer ihren platz geben kannst. ebenso wichtig ist fr dich aber auch ein freund, eine person, der du vertraust, mit dem du ber dieses ereignis reden kannst, um es verarbeiten zu knnen, bevor es dich beginnt krank zu machen.

du hast alles in deiner macht stehende fr deinen freund getan und das war gut so.

LG nail
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Anmeldungsdatum: 27.12.2006
Beitrge: 939

BeitragVerfasst am: 26.08.08, 17:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kenne eine hnlich traumatische Situation, erlebt mit fnfzehn Jahren vor ber fnfundzwanzig Jahren, wo ein Schulkamerad hinter meinem Rcken grausam zu Tode kam und ich den entsetzlich verstmmelten Oberkrper und Kopf so sehen musste.

Leider war danach wegen berforderung bei Erwachsenen, von gleichaltrigen htte ich ohnehin nichts erwartet, niemand fr mich da, nur Schweigen, und so musste ich ganz allein damit fertig werden.
Heute wre wohl so etwas kaum vorstellbar, wenn ich immer sehe, wie gleich ganze Scharen von psychologischen Helfern und Seelsorgern sich auf frisch traumatisierte m.E. viel zu frh strzen, aber wenigstens kmmert sich jemand heute.

Als ich nach mehreren Tagen mit Albtrumen, hatte mein Zimmer kaum verlassen, es kam ja auch niemand, einfach wieder in die Schule ging, der eine Platz leer war, mich alle nur schweigend ansahen, niemand es wagte mich anzusprechen, wurde ich einfach nur lustig, habe bis heute selbst in schlimmsten Situationen einfach nur Humor, meine berlebensstrategie eben.

Ich fing aber selbst an zunchst nur zitternd, fast ohne Sprache darber zu erzhlen, dann ging es immer besser und heute rede ich es so, als wenn ich es selbst nicht erlebt htte.

Damals als ich versuchte darber zu sprechen, als ich damit anfing, erzhlte ich es einfach, ohne gefragt zu werden.
Es war doch auch egal, weil hrte doch ohnehin wegen berforderung keiner richtig hin, aber ich war es mal wieder los und so brauchte ich fr das Sprechen auch keine vertrauten Menschen, weil die gab es doch ohnehin nicht, zumindest wusste ich das nach dieser Situation endlich ganz genau.

Darum widerspreche ich hier ein wenig, dass man unbedingt einen guten Freund braucht, denn nur das eigene Sprechen, das Hinauslassen ist von Bedeutung, nicht der es empfngt, einfach meine harte Erfahrung.

Ich bin damals nie zum Grab gegangen, erst viele Jahre spter mit meiner heutigen Frau, trauern konnte ich nie und kann es bis heute nicht, konnte ich wohl wegen der anderen Erlebnisse davor ohnehin nicht so richtig, obwohl ich generell wieder Trnen finden kann.

Erst vor ein paar Jahren habe ich im Rahmen einer anderen lebenslang begleitenden Erkrankung von diesem Trauma und anderen traumatischen Erlebnissen Fachleuten erzhlt, ich hatte es erstmals niedergeschrieben.
Das Schreiben brachte es wieder so richtig zum Vorschein, aber nicht nur davon, sondern von allem und es war wie eine Reinigung, ja auch schon irgendwo eine Abrechnung, ein Schlustrich, ich einiges davon vor etwas mehr als zwei Jahren so in der Intensitt auf die Erlebnisse bezogen, wiederholte.

Na ja, und so weiter...

Jedenfalls htte ich vorher nicht gedacht, dass mir mal Menschen mit Gehr, Gespr und Verstand begegnen wrde und denke viel Glck gehabt zu haben, aber auch, dass ich es wohl schon lange brauchte, dies alles mal so gezielt losgeworden zu sein, und das Gefhl gehabt zu haben, jemanden damit mal nicht berfordert zu haben.

Ein Beitragszahler
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nail
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Anmeldungsdatum: 26.05.2008
Beitrge: 151

BeitragVerfasst am: 26.08.08, 22:33    Titel: berfordert Antworten mit Zitat

Hallo,
@beitragszahler
ich glaub aber doch, dass man zum verarbeiten solcher erlebnisse einen guten freund oder zuhrer gebrauchen kann. Httest du damals jemanden gehabt, der dir zugehrt, dich in den arm genommen htte, wre dir vieles leichter gefallen.
Die trauer um den verlorenen freund kann man sicher noch einigermaen unbeschadet alleine verarbeiten. Schwieriger wird es fr Marc aber sicher bei der berwindung von wut und hassgefhlen gegenber dem unfallverursacher. hier ist es doch einfacher, wenn man ein gegenber zum "kommunikativen Holzhacken" hat, als wenn man das in selbstgesprchen mit sich alleine ausmachen mu.
Fr dich hast du ja selbst erlebt, wie lange es gedauert hat, bis du einigermaen damit klar kamst.
Schreiben ist aber auch ne gute variante, wenn man wirklich niemanden hat.
LG nail
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Anmeldungsdatum: 27.12.2006
Beitrge: 939

BeitragVerfasst am: 26.08.08, 23:54    Titel: Re: berfordert Antworten mit Zitat

nail hat folgendes geschrieben::
...Httest du damals jemanden gehabt, der dir zugehrt, dich in den arm genommen htte, wre dir vieles leichter gefallen...
Ja ist schon richtig, das konnte ich aber erst vor ein paar Jahren so feststellen, als es mal Menschen gab, denen und/oder mir es gelungen ist, mich wenigstens mental in die Arme genommen zu haben.
Ich bin ohnehin nicht so der kuschelige Typ, war ich nach Erzhlungen schon als Kleinkind nicht, war wohl dann auch mein Glck, auch wenn es makaber klingen mag.

nail hat folgendes geschrieben::
...Schwieriger wird es aber sicher bei der berwindung von wut und hassgefhlen gegenber dem unfallverursacher...
Hm, ist es nicht wesentlich schwieriger, wenn dort niemand ist auf den man wtend sein kann?
Sollte ich damals auf meinen Kameraden wtend gewesen sein, weil er einen Fehler gemacht hatte mit seinem Experiment?
Sollte ich mich hassen, weil ich nur neugieriger Zuschauer war und nur aus Spa mich kurze Zeit vorher von dem Ort des Unglcks entfernte, ich somit berlebte?
Erst vor ein paar Monaten erzhlte mir ein Freund, den ich nach zwanzig Jahren durch Zufall wiedersah, und er da auch anwesend war, dass ich ihn dort vom Unglcksort mitgenommen hatte, ich ihn mit einem Gag auf andere interessante Dinge verwies, er sich noch weiter entfernen konnte, er das auch nicht mehr so sehen musste, ich nun auch durch seine Aussage erkennen musste, wie gesagt erst recht krzlich so erfahren, ihm das Leben gerettet zu haben, ich das total verdrngt hatte, ich nur die anderen Bilder im Kopf habe.
Es hatte mich allerdings wieder ein paar Tage beschftigt.
Ich war mal wtend auf die Menschen, die dort nur standen in meinem Leben, die es wussten, nichts machten, nicht mit mir redeten, und auch diese Wut schon seit Jahren komplett durch keinerlei Ersatz verblichen ist.

nail hat folgendes geschrieben::
...Fr dich hast du ja selbst erlebt, wie lange es gedauert hat, bis du einigermaen damit klar kamst...
Als ich am Anfang das verzweifelte Gefhl hatte mit so etwas allein klar kommen zu mssen, gab es eben nur Verdrngung, so wie ich es mit anderen Dingen als Kind auch schon machen musste, ein bewhrtes Konzept finde ich.
Als Erwachsener dies alles dann aus einer sicheren Position heraus zu bearbeiten war dann die beste Lsung aus heutiger Sicht.
Was htte ich vielleicht alles verpasst, was htte ich nicht schaffen knnen, gerade am Anfang des Lebens, wenn es mich zerfressen htte?

nail hat folgendes geschrieben::
...Schreiben ist aber auch ne gute variante, wenn man wirklich niemanden hat...
Das war schon immer mein Steckenpferd und andere darunter manchmal leiden mssen, ich dafr bekannt bin, ich mich aber auch da immer wieder mal erden muss.

Ein Beitragszahler
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nail
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Anmeldungsdatum: 26.05.2008
Beitrge: 151

BeitragVerfasst am: 27.08.08, 13:14    Titel: trauer & wut Antworten mit Zitat

hallo beitragszahler,
ja, wenn niemand da ist, auf den man nach so einem ereignis wtend sein knnte, wre es sicher nicht einfacher. aber da es immer etwas oder jemanden geben wird, auf den man diese wut projezieren kann, im zweifelsfall man selber, weil man dies oder das in der situation so und nicht anders gemacht hat, ist dern unterschied in der realitt nicht so gro. man hat hchstens ein weiteres problem, das schuldgefhl denen gegenber, die man glaubt im stich gelassen zu haben, die bei dem unglck umgekommen sind, welches man selbst, wie durch zufall, berlebt hat. richtig schlimm wird es sicher erst dann, wenn sich die wut nun auch noch gegen das selbst richtet. da braucht man dann wirklich jemanden, der einem weiterhilft und halt gibt.
wie kommst du damit zurecht?
LG nail
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Anmeldungsdatum: 27.12.2006
Beitrge: 939

BeitragVerfasst am: 27.08.08, 15:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo nail,

Vorab ergnzend erklrend:
Gestern hatte ich schon daran gedacht, ob meine eigenen Schilderungen hier nicht zu weit und breit gehen, den anfragenden Marc bergehen.
Allerdings hatte ich dies nur deshalb gemacht, weil ich selbst und durch andere erfahren hatte, dass das einfache Zuhren mal so gebrachter Erzhlungen anderer Menschen mit hnlichen Verlufen, einen zeitverzgert positiven Effekt haben kann.
Es ist somit natrlich nicht nur fr mich gut, immer wieder mal zu berichten, sondern es soll auch anderen dienen knnen, vielleicht.
Und ist es als Laie nicht die beste Mglichkeit so, als nur aus verstndlicher Betroffenheit, irgendwo ja auch aus gut gemeinter aber Hilflosigkeit, einfach nur Ratschlge zu geben?
Das sieht fr Fachleute anders aus, ich htte das ja frher auch nie glauben wollen, war doch der Psychoverweigerer schlechthin, und dabei sagte meine brigens auch berforderte Frau schon nicht nur einmal damals, dass ich mal eine Therapie machen sollte.
Nun gut, die Gelegenheit bot sich, eigentlich aus anderen, schwerwiegenderen krperlichen Grnden.
Und so hatte sich dennoch auch dafr ein Kreis ber diese alten vergrabenen Dinge schlieen knnen.

Nun zu deiner Antwort:
Hm tja, hatte ich wirklich Schuld gesucht?
Lange Zeit redete ich mir ein, dies nicht zu tun, dabei erzhlte ich immer von den so vielen Schaulustigen, die da pltzlich standen, natrlich mit rumlichen Abstand, aber es war so unertrglich, ich war so wtend, trotz Schockzustand, unwirklich nahm ich alles war.
In Wirklichkeit schmte ich mich lange Jahre wegen dieses Ereignisses, denn es sprach ja niemand mit mir, und hatte vielleicht deshalb immer gedacht, dass mir Schuld von anderen gegeben wurde? Ich wei es nicht, nur ist es heute hoffentlich berwunden.
Meine angeborenen krperlichen Probleme, schon immer auch mit Schmerzen und schlechten Gefhlslagen einhergehend, hatten mir vielleicht eine gegen mich gerichtete Wut schon gegeben?
Jedenfalls hatte ich schon von Kindheit an meinen Krper gehasst, was mir aber auch erst durch meine Frau und mit zunehmenden Erwachsenenalter entsprechend bewusster wurde.
Heute wende ich dieses Blatt, so oft es mir mglich ist, mir klar ist, dass es immer ein bewusster Vorgang bleiben wird, so wie ich auch mein Gehen schon immer so koordinieren muss, ohne das es anderen und selbst mir nicht mehr immer auffllt, dies aber auch von guter Seelenlage abhngig ist.

Es gibt zur Wut und Schuld noch eine kleine Sache am Rande, die auf andere merkwrdig wirken wird, fr mich aber schon schlimm war.
Da ich damals noch zur Schule ging, ich aus einem im Verhltnis armen Haushalt kam, gab es ausgerechnet in diesen Tagen, wo die Beerdigung anstand, wieder einmal wenig Geld.
So brauchte ich eine dunkle Hose, hatte aber keine, und meine Eltern wollten und konnten kein Geld ausgeben.
Und so bin ich mit einer im Vergleich sehr hellen Hose zur Beerdigung gegangen und natrlich aufgefallen.
Es war mir peinlich und so egal gleichzeitig, vllig orientierungslos innerlich auf der Flucht, uerlich auf der Flucht vor den Eltern des getteten Kameraden, die mit mir reden wollten, mir Sachen geben wollten, ich es nicht ertragen konnte.
Erst viele Jahre spter sollte es noch einmal eine schicksalshafte Begegnung geben...

Vielen Dank dennoch fr die punktgenauen, relevanten, eben auch mal schmerzenden, wie doch mehr guttuenden Aspekte.

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Marc1983NRW
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Anmeldungsdatum: 24.08.2008
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 27.08.08, 21:44    Titel: Antworten mit Zitat

Manchmal frage ich mich schon, warum wir nicht zusammen ber die Strae gegangen sind. Da htte ich ihn retten knnen und mir wre ein gebrochenes Bein lieber als sein Tod.
So eine Freundschaft fehlt mir toal. Wir waren wie Brder zueinander, haben uns nie gestritten, kein einziges Geheimnis voneinander, waren immer freinander da,w ie ich fr ihn im Krankenhaus, auch wenn es 3 Monate vor der Abschlussprfung der Ausbildung war, die ich im brigen gerade noch bestanden habe. Lag es wohl daran?
Ich habe ein halbes Jahr gebraucht um einigermaen wieder auf dem Boden zu stehen, meinem 20. Geburtstag, die einige Freunde organisiert haben, habe ich ausfallen lassen. Die haben es auch verstanden und ein Stuhl der gegenber von mir leer ist, wollte ich nicht haben...
ber die ganze Zeit hat mich ein guter Freund begleitet, auch ber die Beerdigung, als er mich im richtigen Moment festhielt und sich alles im meinem Kopf gedreht hat. Die Umgebung habe ich nicht wirklich realisirt, do fsd wohl mit mir htte was passieren knnen ohne ihn.
Am Tag nach der Beerdigung ist mein Opa verstorben, was mich nicht gerhrt hat, da ich eh schon tief unten war und bei ihn war es ja abzusehen und realisiert habe ich es auch erst nach paar Tagen und bei seiner Beerdigung war ich auch um einiges standfester auf dem Boden wobei mir die Erinnerungen zuvor wieder hoch kamen im Vergleich Freund - Opa.

Den Unfallverursache mchte ich im ganzen Leben nicht begegnen. Schlimm genug das es passiert ist, wo er ja unter Alkohol- und Drogeneinfluss stand und ber rot gerast ist.
Vielleicht war ich zu dumm, wohl eehr unter Schock als der Notarzt mich gefragt hat ob ich ihn kenn und alles ok mit mir sei bzw. ob ich Hilfe bentige.und ich sagte das es mein bester Freund ist und das mir gut gehe und alleine zurecht kme.

Sorry das ich etwas durcheinander geschrieben habe, wusste selber nicht mehr so genau...

Marc
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Sybille
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Anmeldungsdatum: 23.09.2004
Beitrge: 1427
Wohnort: Nrdliches Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 27.08.08, 22:08    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Marc,

ja, so eine hnliche Situation habe ich 1976 erlebt (das eigene Kind und vor meinen Augen vom Auto erfasst).
Ich will jetzt nicht mehr auf Einzelheiten eingehen, mchte dir aber als "Erste Hilfe" anbieten, dass vielleicht das Niederschreiben der Geschehnisse eine Hilfe sein kann.

Ich selbst habe das getan und es war grausam schwer; viele viele Trnen sind geflossen, aber es hat letztendlich zu einer Verarbeitung gefhrt.
Es hat insgesamt 20 Jahre(!) gedauert, bis ich nicht mehr bei jeder Notarzt-Sirene zusammengezuckt bin. Und es hat genauso lange gedauert, bis der Tag und die Uhrzeit des Unfalls alljhrlich nicht wie ein Dolchstich durchs Herz bohrte.

Man sagt ja immer, Trauer-"Arbeit" ist die schwerste Arbeit und das kann ich nur besttigen.

Es ist vllig normal, dass du Gedanken hast, wie: "Warum sind wir nicht zusammen ber die Strae gegangen?"
Auch deine Rachegelste finde ich normal.

Das gehrt einfach zum Trauerprozess dazu.

Setz dich hin und schreibe... fang einfach an. Nicht erst mit dem Unfall; nein, fang da an, wo du deinen Freund kennengelernt hast. Was ihr alles zusammen erlebt habt; schne und nicht so schne Sachen. Einfach alles.

In vielen vielen Jahren wirst du dankbar sein, so ein Erinnerungsbchlein zu besitzen; gewidmet deinem besten und liebsten Freund.

Mit Absicht habe ich jetzt die Mglichkeit einer Psychotherapie nicht erwhnt.
Davon war 1976 keine Rede; ich hatte keine und heute brauche ich sie nicht mehr.

Ich wnsche dir von Herzen eine lebbare Zeit!

Liebe Gre
Norma
Diagnose Brustkrebs Nov. 2001
Diagnose Darmkrebs Juni 2007 bei meinem Mann
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Anmeldungsdatum: 27.12.2006
Beitrge: 939

BeitragVerfasst am: 27.08.08, 22:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marc,

gerade als ich Deinen Beitrag las, hrte ich "Nothing Else Matters" und diese Kombination, erinnerte mich schon sehr an frher.

Wenn Du mit ber die Strasse gegangen wrest, vergleichbar ich bei meinem Freund stehen geblieben zu sein, htte auch dein Leben kosten knnen, sehr wahrscheinlich sogar.
Vielleicht wre es aber genau anders herum gewesen?
Also er htte dir helfen mssen, htte die gleichen Krisen und Zweifel durchgemacht?

Es ist eine Entscheidung, heute hier schreiben zu knnen und auch zu wollen, oder seit Jahren eben nichts mehr da gewesen wre, aber auch nichts mehr fr die Menschen, denen du so wichtig bist.

Hm, das mit der Nachfrage zu angebotener Hilfe bei dir, so fragte wenigstens damals mich mal kurz auch ein Kripo-Mann, ob ich verletzt wre, weil ich berhaupt keine Koordination mehr hatte, mein Bewusstesein war ja nun mit anderen Dingen beschftigt und das brauche ich doch stndig zur Kontrolle, wegen einer Gehirnfehlbildung, was ich auch erst seit ein paar Jahren wissen konnte.
Ich hatte nur mit dem Kopf geschttelt, nichts gesagt und die anderen hatte es ohnehin nicht interessiert.

Was ich sagen werde, soll nun keine Entschuldigung sein, aber der Verursacher des Unfalls wird selbst sehr leiden mssen, falls die Sucht diesen nicht schon total abgestumpft haben sollte, dieser vielleicht auch wegen schwerwiegender Probleme so geworden ist und nun mit seiner Flucht vor seiner schrecklichen Realitt anderen genau so eine bereitet hat.

Es knnen sich sehr bizarre Situationen im Leben abzeichnen und es ist vllig normal, dass dabei nicht immer alles geordnet sein wird, kenne das nur all zu gut von mir, dies auch berhaupt nicht wichtig ist.

Oder mal nur kurz im Anriss eines von meinen bescheuerten Erlebnissen, wie es wohl einem Kind auf einer Isolierstation in einem KH ber mehrere Wochen gehen mag, dass dort bei Erwachsenen untergebracht wurde und dann dieses Kind eben dort nicht immer allein war und dieses Kind nichts sagen konnte, aus Scham, aus Sprachlosigkeit ohnehin damals.

Na ja, jedenfalls komme ich auch aus NRW.

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Marc1983NRW
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Anmeldungsdatum: 24.08.2008
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 27.08.08, 22:33    Titel: Antworten mit Zitat

An deinem Beitrag kommen mir Erinnerungen hoch, Sybille.
Auer das es nicht mein Kind war aber so eingefleischt wie wir waren...
Ich habe einige Fotos von ihn hier, auch welche wo wir beide drauf sind, ein Tagebuch hat er gefhrt, hat er mir mal gebeichtet aber das hat mich berhaupt nicht gestrt. Da unsere Erlebnisse auch schn vertreten sind, habe ich es wie auch einige seiner Lieblingskleidungsstcke als wertvollste Erinnerung an mich genommen. Klingt vielleicht bld aber so langsam hilft es etwas glaube ich zumindest.
Die Sirenen konnte ich auch eine Zeit lang nicht hren, heute ist es zum Glck eher selten.
An die Tage X vom Unfall, Tod und Beerdigung ist es heute noch ein Stich ins Herz und ich knnte meinen, das es in mir drin so aussieht, als htte eine Bombe eingeschlagen.

Das schlimme ist ja noch das ich die Gefahr aus dem Schaufesnter kommen gesehen und ihn noch gerufen habe. Vielleicht wre es anders herum gekommen oder aber auch wir beide htten das KH lebend verlassen. Das wei man nicht aber fr meinem besten Freund tue ich alles um ihn zu helfen.
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Anmeldungsdatum: 27.12.2006
Beitrge: 939

BeitragVerfasst am: 28.08.08, 11:17    Titel: Antworten mit Zitat

Marc1983NRW hat folgendes geschrieben::
...Die haben es auch verstanden und ein Stuhl der gegenber von mir leer ist, wollte ich nicht haben...

Dass der Stuhl der damals in der Klasse von meinem getteten Kumpel leer blieb, war gut so, denn er htte ja wieder kommen knnen, obwohl ich ihn ja tot gesehen hatte, ich bei ihm aber in kein Gesicht mehr blicken konnte, dennoch...
Es war damals eine Vorstellung von den Lehrern und Schlern, es so zu belassen.
Ich wurde dann auch mal gefragt, ob der Platz so leer bleiben sollte.
Es blieb so bis zum Ende des Schuljahres.

Wenigstens kam mal mein Mathematiklehrer zu uns nach Hause und der sagte zu meinen Eltern, dass mir geholfen werden sollte, er schon Menschen durch seine anderen sozialen Ttigkeiten kannte, die sich noch nach mehr als zwanzig Jahren das Leben genommen hatten, weil es pltzlich wieder alles hoch kam, in schwierigen Lebenssituationen.

Wie recht sollte er behalten, es zwar nie darum ging, dass ich mir etwas angetan htte, doch in schwierigen Situationen war ich oft und nach diesem Trauma hatte ich diese immer schlechter im Griff.
Mein fehlgebildeter Krper mit sensiblen Schwachstellen, der schon immer frh seine Warnsignale sendete, heute ist das fr mich als Glck zu betrachten, meldete sich immer intensiver.
Verstanden hatte ich es lange Zeit dennoch nicht richtig.

Bis zu meiner grten gesundheitlichen Krise vor einigen Jahren, die mir als Lektion auch einen bleibenden Schaden hinterlassen hatte, bekam ich die Chance es mal richtig aufzuarbeiten.
Ich hatte mich so erbittert geweigert, die vielen langen Jahre, ich bin doch immer stark, stehe mit beiden Beinen im Leben, habe trotz vielfacher Erkrankungen meine Ausbildungen, bis heute meine immer eigenverantwortlichen Jobs gemacht.
Und nun sollte ich mich anderen Menschen anvertrauen?
Wie sollten die das leisten, was sollte es denn bringen, so etwas brauchte ich nie und werde es nicht brauchen?

Heute wei ich aus den gemachten Erfahrungen heraus, dass es falsch war zu denken, dass ich es nicht brauchen wrde und auch nur mit so einer bewussten Einlassung solche Erfahrungen gemacht werden knnen.

So hatte ich Gelegenheit mehrere Menschen mit hnlichen traumatischen Erlebnissen kennen zu lernen, ob nun Kriegsopferhinterbliebene aus Bosnien, Unfallopferhinterbliebene, etc.
Diese Menschen waren eigentlich mit schweren neurologischen Erkrankungen dort.
Fast niemand dort von den Patienten wollte aber mehr in Abrede stellen, dass die Erkrankung sehr direkt etwas mit den traumatischen Erlebnissen zu tun htte.
Mir hatten sogar zwei davon mal gesagt, wie rgerlich die auf sich selbst wren, dies nicht eher erkannt zu haben.

Diese Menschen hatten allerdings, so wie ich, auch schon die Erfahrung gemacht, dass eine auch schwere Krperliche Erkrankung sich mit einer psychologischen Begleitung bessert, zumindest mal etwas langsamer verluft und wie gesagt, einige sogar so weit gingen zu sagen, dass es mit einer gesunden Seele erst gar nicht so weit gekommen wre.

Zurck zu kommen auf das Trauma, so haben alle mit diesen Unfalltraumen etwas anderes erlebt.
Dennoch haben alle das gleiche erlebt, denn allen ist unter schrecklichen Bedingungen ein nahe stehender Mensch frmlich unter den Hnden weggestorben.

Ich war auch lange Jahre durch mein Erzhlen auf der Suche, was mir dann auch mal klar wurde.
Es musste doch mal jemand zuhren, der etwas identisches erlebt hatte?
So etwas gibt es nicht und wird es auch nie geben, selbst wenn es tatschlich exakt nachgebildet werden knnte.

Ich habe aber diese oben beschriebenen Gemeinsamkeiten gefunden, auf die es eben nur ankommt.
Es spielt keine Rolle, ob jemand in der Nhe durch die Waffe Auto, durch die Waffe Granate im Krieg, durch die Waffe Sprengstofffundexperiment, wie in meinem erlebten Falle, gettet wurde...

Meine Zeilen hier sind somit auch nicht als Anleitung oder Hilfe jetzt und sofort zu verstehen, ich fhrte es ja bereits in den ersten Beitrgen aus, sondern ich berichte einfach, weil ich relativ spt in meinem Leben erkannte, dass frhe Stimmen, anfngliche Worte gut waren, ich mich auch daran wieder erinnerte, das gebe ich hiermit weiter...
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nail
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Anmeldungsdatum: 26.05.2008
Beitrge: 151

BeitragVerfasst am: 28.08.08, 15:45    Titel: trauer & wut Antworten mit Zitat

Hallo,
Qbeitragszahler ich glaub deine sorge, Marc knnte durch deine geschichte und die antworten darauf etwas benachteiligt werden, ist jetzt nich mehr begrndet. denn genau das, was jetzt hier geschieht ist doch wichtig, zum einen, weil dann alle beteiligten wissen, dass sie nicht alleine sind und jeder auf seine weise versucht hat, das erlebte in der fr ihn ertrglichsten weise zu verarbeiten. jeder hat zwar ein etwas anderes schwer-traumatisches erlebnis gehabt, aber bei allen ist ein sehr hnliches gefhl zurckgeblieben, weil sich eben nicht nur auf organischer ebene, durch die materielle struktur, nur vorgegebene reaktionsmuster durch unterschiedliche einflsse abrufen lassen, sondern genauso auf psychischer ebene.
gerade der austausch der erfahrungen ist es doch, was am anfang schon erleichtert htte, aber infolge der unberwindbaren hilflosigkeit im umfeld aller betroffenen/traumatisierten nie ausreichend stattgefunden hatte. bei dir nicht, bei marc und sybille auch nicht.
hier kann man das nun endlich nachholen, weil das gegenber VERSTEHT!
also schreiben wir einfach weiter, solange es gut tut, wie in einer kleinen selbsthilfegruppe.

LG nail
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Sybille
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Anmeldungsdatum: 23.09.2004
Beitrge: 1427
Wohnort: Nrdliches Ruhrgebiet

BeitragVerfasst am: 28.08.08, 23:30    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Marc,

vielleicht hilft es dir ja ein bisschen, wenn du weit, dass du nicht alleine bist.?

Ich habe auch das Auto kommen sehen; im gleichen Moment auch den kleinen Cousin auf der anderen Straenseite, der zu uns rberwinkte und in dem Moment, als mein Kleiner loslief, rief ich noch:"bleib stehen!"
Da war es aber schon passiert.
Er flog etwa 10m durch die Luft und das Auto quietschend bremsend auf ihn zu. Traurig

Ich bin von der Polizei gefragt worden, warum ich ihn nicht an der Hand hatte, aber das war in dem Moment leider nicht mglich.
Auf dem linken Arm hatte ich einen 6-Monate alten Sugling und in der rechten Hand 2 schwere Einkaufstten. Traurig
Und mein Sohn war gut geschult worden (durch mich und im Kindergarten), wie man sich im Straenverkehr zu verhalten hat.
Genutzt hat das alles nichts. Traurig

Mein Sohn hatte bei meinem Eintreffen nur noch eine Schnappatmung und das linke Vorderrad des Autos stand auf seinen blonden langen Haaren.

Glaub mir, wenn jemand deine Situation verstehen kann, dann bin ich das. Traurig

Marc, dein Freund wird immer dein Freund bleiben. Er ist nicht mehr bei dir, aber berall, wo du bist, wird auch er sein.

Liebe Gre
Norma
Diagnose Brustkrebs Nov. 2001
Diagnose Darmkrebs Juni 2007 bei meinem Mann
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Anmeldungsdatum: 27.12.2006
Beitrge: 939

BeitragVerfasst am: 29.08.08, 03:55    Titel: Re: trauer & wut Antworten mit Zitat

Ich mchte ein paar offen auszusprechende Worte fr eine Art Selbsthilfegruppe aussprechen, so wie es hnlich dem quasi von jedem einzuhaltenden Ehrencodex in Gruppentherapien entsprechen knnte.

Irgendetwas muss mich ja auch dazu bewogen haben, hier schreiben zu wollen.
Irgendwie htte ich es damals sehr schn und lieb gefunden, wenn es solche Mglichkeiten gegeben htte und andererseits wre ich sehr glcklich gewesen, wenn sich hier tatschlich auch andere Menschen gemeldet htten.

Vielleicht ist ein Grund mich hier zubeteiligen, weil ich mich wegen einer akuten Erkrankung hier ohnehin jetzt vermehrt herumtreibe, sonst bin ich nur sporadisch in Phasen hier.
Andererseits nhert sich der Jahrestag zu diesem einen hier von mir beschriebenen Trauma, das am 15. September 1979 mein Leben noch mehr und einschneidend verndern sollte.

nail hat folgendes geschrieben::
...denn genau das, was jetzt hier geschieht ist doch wichtig, zum einen, weil dann alle beteiligten wissen, dass sie nicht alleine sind und jeder auf seine weise versucht hat, das erlebte in der fr ihn ertrglichsten weise zu verarbeiten... jeder hat zwar ein etwas anderes schwer-traumatisches erlebnis gehabt, aber bei allen ist ein sehr hnliches gefhl zurckgeblieben, weil sich eben nicht nur auf organischer ebene, durch die materielle struktur, nur vorgegebene reaktionsmuster durch unterschiedliche einflsse abrufen lassen, sondern genauso auf psychischer ebene...
Tja, das wrde ich mir wohl fr uns alle Menschen wnschen.
Leider habe ich nun schon lange und mehrfach die Erfahrung gemacht, dass vielleicht dann doch nicht so gegenseitig zugehrt und verstanden werden mchte und kann, so mein Gefhl dazu.

Vielleicht der eine oder andere doch mehr in seiner traumatischen Erlebenswelt gefangen ist, wie es schon vorher mal von mir gesagt wurde, bis dahin jede andere Form eines Traumas, obwohl die Auswirkungen identisch sind, abzulehnen und damit auch die Menschen auszugrenzen und vielleicht auch gerade wegen dieses eigentlich immer gemeinsamen Traumathemas tief zu verletzen.

Es ist vielleicht ein eigenes Thema und doch nicht, auch das es sogar bis Hohn und Spott reicht, weil ist klar, durch die offen erzhlten Geschichten ich mich ausliefere.
Genau solche Situationen hatten mich oft davon abgehalten zu erzhlen, ich mich aber auch schon lnger nicht mehr davon beeinflussen lasse.
Denn gerne werden solche schwachen Momente dann benutzt wenn ich in den Zeiten meiner starken Momente zu ganz anderen Themen mich entprechend in der harten und tglichen Realitt ussere.
Es fllt eben vielen Menschen schwer zu trennen.
Das sage ich nun aber nicht als Vorwurf, sondern ist es doch ein starker Wunsch nach mehr gegenseitigem Blick auf die Gutwilligkeit, die doch geflligst erst anzunehmen ist, als von Bswilligkeit auszugehen. Aber nun ja...

nail hat folgendes geschrieben::
...gerade der austausch der erfahrungen ist es doch, was am anfang schon erleichtert htte, aber infolge der unberwindbaren hilflosigkeit im umfeld aller betroffenen/traumatisierten nie ausreichend stattgefunden hatte. bei dir nicht, bei marc und sybille auch nicht...
Ja, das habe ich vom ersten Beitrag an auch so gesehen, obwohl ich da auch die berzeugung von Marc wahrgenommen hatte, dass da gut geholfen wurde.

Durch die mehrfachen und langen Erfahrungen mit Traumatas unterschiedlicher Ausprgung mit dem eben ungnstigen Umstand faktisch immer allein damit gewesen zu sein, kann ich das bei aller Zuneigung der Umstehenden ganz ehrlich aus meinem inneren Gefhl zustzlich heraus nicht so ganz erkennen.
Vielleicht wrde ich mich auch fragen, wo denn jetzt diese Menschen sind, wo er doch so verzweifelt ist.
War es doch noch nicht alles, was er braucht um da besser mit klar zu kommen?

Ich habe ber diese schon von Kindheit an erlebten Grausamkeiten des Lebens schnell lernen mssen, dass man immer allein ist.
Die Einsamkeit kommt immer, bei allerbester Begleitung und ich mich darum schon mehrmals gefragt hatte, ob es dann nicht sogar besser war, gleich einsam gewesen zu sein?

Als ich anfing dieses wohl schwere Trauma von Ende der 1970er-jahre aufzuschreiben, hatte ich mich erst nicht getraut mit dem Kern anzufangen, holte weit in die Vergangenheit aus, versuchte mich herumzumogeln, um jedes schreckliche Gefhl.
Schnell hatte ich aber alles wieder verworfen und mich mutig nur noch dem Tag des Traumas gewidmet und dies als Gedenken an meinen getteten Kumpel ausgewiesen.

Das Ganze bekam schon gleich den zweiten Titel "Die Erkenntnis von der Einsamkeit"

nail hat folgendes geschrieben::
...hier kann man das nun endlich nachholen, weil das gegenber VERSTEHT! also schreiben wir einfach weiter, solange es gut tut, wie in einer kleinen selbsthilfegruppe...

Das mit dem gegenseitigen Verstehen wrde ich mir sehr wnschen.
Was Marc und Sybille da durchmachten und leider immer wieder mal durchmachen, muss ich aber nicht verstehen lernen, da brauche ich nur meine Erlebnisse durchleben.
Vielmehr sollten wir alle gegenseitig verstehen, dass wir alle nicht weniger und nicht mehr leiden mussten und mssen, als der andere, nicht gezwungen zu sein in eine Art des Wettkampfes zu geraten, um Leid dem anderen zu beweisen.
Ich brauche das von niemandem, ich spre den hohen Leidensdruck auch so, selbst mit ein paar Worten die da ein anderer Mensch in ehrlicher Weise schreibt.
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