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knnen unangenehme Gefhle gut sein?

 
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I-user
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Anmeldungsdatum: 29.04.2005
Beitrge: 1985
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 13:21    Titel: knnen unangenehme Gefhle gut sein? Antworten mit Zitat

Guten Tag zusammen. Angenommen, eine bisher fast immer ruhige (manchmal zu ruhige) Person bemerkt pltzlich, dass sie ungeduldig, reizbar ist und von jeder Kleinigkeit (z.B. Haushaltsangehriger ruft sie, ein Zug hat 2 Minuten Versptung, unerwnschtes Telefonklingeln, ein Fugnger geht langsam und behindert dabei die besagte Person...) genervt wird. Sie konnte zwar schon immer genervt sein, aber nur bei triftigem Grund, also halt wie normale Leute. Und sie antwortet ggf. so, dass andere Personen die Laune mitkriegen und sich wundern. So eine Reizbarkeit hat die Person bisher nicht erlebt.
Die Person hlt diesen Zustand fr schlecht und bekmpft ihn. Das gelingt ihr innerhalb von, sagen wir, einer Woche, und sie ist damit zufrieden. Sonst hat die Person Neigung zu Sucht und zu Depression.
Dann erzhlt die Person darber einer Gruppe aus einigen Leuten und die meinen, es sei gute Entwicklung. Begrndung: Die Person sei bisher zu ruhig gewesen und nun htte sie normale Gefhle, die zum Leben dazugehren. Ein Mensch brauche gegenstzliche Gefhle, also sowohl gute als auch schlechte.
Knnen unangenehme Gefhle (in dem Fall Reizbarkeit) gut sein und zu "normaler Entwicklung" gehren?
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Renate02
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Anmeldungsdatum: 28.04.2008
Beitrge: 1094

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 13:45    Titel: Antworten mit Zitat

Die Reizbarkeit an sich vielleicht nicht unbedingt, wohl aber das, wofr sie steht: Die Person lsst sich nicht mehr alles bieten, fngt an, "fr sich selbst" einzustehen und sich gegen die vielen kleinen Situationen zu wehren, in denen man im Alltag ausgenutzt wird.

"Nein" sagen knnen ist gut und wichtig.
Wut zu empfinden auch.
Harmonie, auch und vor allem mit sich selbst, umfasst auch ein harmonisches Nebeneinander von Durchsetzungsvermgen und Nachgiebigkeit, von Wut und Freude, von erregt und gleichgltig. Nur dann ist man - im wahrsten Sinne des Wortes - "ausgeglichen"

Natrlich macht der Ton die Musik. Vielleicht kann die betreffende Person in einer dynamischen Sportart (oder "sonstwo") "Dampf ablassen" und sich im Alltag trotzdem weiterhin selbst schtzen - dann vielleicht (falls die Situation es zulsst!) auf "hflichere" Art.

Um das Beispiel mit dem langsamen Fugnger aufzugreifen:
Wenn die Person jetzt vielleicht ganz genervt sagt: "Trdel doch nicht so!"
Kann sie dann vielleicht sagen: "Entschuldigung, darf ich bitte vorbei?"
Aber das erfordert die Stabilitt, die man bekommt, wenn man sich - ganz egoistisch - regelmig Auszeiten und seinen persnlichen Freiraum schafft. Das wiederum, muss man lernen. Die meisten lernen es whrend der "Trotzphase", die man als "Pubertt" bezeichnet. Wer in dieser Zeit immer alles "schluckt", muss das Abgrenzen unter Umstnden spter lernen - und eckt dann als Erwachsener so an, wie andere Leute whrend der Pubertt.

Insofern - ist diese Reizbarkeit an sich zwar nicht "gut" im eigentlichen Sinn, aber ein Schritt in die richtige Richtung und ein Zeichen fr eine "gute" Entwicklung.

Vorausgesetzt, es handelt sich nicht um eine von der Sucht verursachte Persnlichkeitsnderung.
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I-user
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Anmeldungsdatum: 29.04.2005
Beitrge: 1985
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 19.11.08, 22:41    Titel: Antworten mit Zitat

Danke fr die Antwort.
Renate02 hat folgendes geschrieben::
Um das Beispiel mit dem langsamen Fugnger aufzugreifen:
Wenn die Person jetzt vielleicht ganz genervt sagt: "Trdel doch nicht so!"
Na ja, die Person ist halbwegs erzogen und wrde das hflich sagen bzw. gar nicht. Aber das mit der Pubertt stimmt: Das war fr die Person vermutlich keine "Trotzphase", sondern die Entwicklung ging mehr oder weniger allmhlich: Je lter, desto trotziger, bis ins Erwachsenenalter. Aber selten so trotzig, dass es unvernnftig wirkt.

Ok, dann fllt das wahrscheinlich unter meine Unterschrift: "Im Schlechten Gutes finden" Winken
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Menschin
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Anmeldungsdatum: 11.07.2008
Beitrge: 114
Wohnort: Deutschland

BeitragVerfasst am: 21.11.08, 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

@I-user

erhhte Reizbarkeit deutet immer auf zu langes Erdulden/Erleiden hin. Mglicherweise spielen alte, unterdrckte Gefhle eine Rolle. Zu lange still halten verursacht u.U. Entladung an falscher Stelle. Was kann ein langsamer Fugnger dafr?

Ich wrde der Person zu einer Therapie raten.
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Vertrauen ist das Gefhl, einem Menschen sogar dann zu glauben, wenn man wei, dass man an seiner Stelle lgen wrde.
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I-user
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Anmeldungsdatum: 29.04.2005
Beitrge: 1985
Wohnort: Dortmund

BeitragVerfasst am: 21.11.08, 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

@Menschin: Dein Beitrag erinnert mich an den Film "Wutprobe" mit J. Nickolson und A. Sandler Winken.

Die Person hat in der Phase lediglich etwas grob geantwortet, wurde nicht selbst "aktiv".

Zur Therapie: Die Person hat schon eine hinter sich, die auch bei Sucht o.a. geholfen hat. Aber dieses 'Problem' wurde da m.W. nicht behandelt.
Nun ist die "Genervt-Sein-Phase" (erstmal?) vorbei.
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Renate02
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Anmeldungsdatum: 28.04.2008
Beitrge: 1094

BeitragVerfasst am: 22.11.08, 11:55    Titel: Antworten mit Zitat

I-user hat folgendes geschrieben::

Nun ist die "Genervt-Sein-Phase" (erstmal?) vorbei.


Das ist gut. Trotzdem sollte die Person versuchen, sich die Fhigkeit zum "nein"-Sagen und zum Dampf ablassen erhalten - Jetzt geht es noch auf die sanfte Art, wenn sie wartet, bis sich wieder viel zu viel angestaut hat, explodiert sie (wieder).

Und die Umwelt gewhnt sich daran, ihr gar nicht erst "auf der Nase herumzutanzen" (auch wenn es sicherlich meist keine Absicht ist).
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