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Histologischer Befund (Plazenta)

 
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kris86
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Anmeldungsdatum: 20.11.2008
Beitrge: 1

BeitragVerfasst am: 22.11.08, 22:54    Titel: Histologischer Befund (Plazenta) Antworten mit Zitat

Sehr geehrter Herr dr. med. Fischer,

also erstmal meine Eckdaten: Ich bin 22 Jahre und habe am 15. Februar 2005 (ca. 16-20 SSW, laut Obduktion des Fetus (Fetus entsprach von der Gr?e und Gewicht der 13.SSW) eine Fehl-/Todgeburt. Da ich bis heute nichts genaues ber die Ursachen wusste, hatte ich mein damaliges Krankenhaus gebeten mir die Unterlagen vom histologischen Befund zuzusenden. Dies haben sie nun auch gemacht, doch leider verstehe ich kaum was von den medizinischen Begriffen. Ich wrde damit ja auch persnlich zu einem Frauenarzt gehen, aber leider habe ich bis heute noch viele Probleme damit Vertrauen zu einem Arzt zu fassen, da mein damaliger FA die Schwangerschaft nicht erkannt hat, obwohl ich da wohl bereits im 3.Monat war.
Ich werde Ihnen nun den histologischen Befund meiner Plazenta aufschreiben und ich hoffe, sie knnen mir erlren was das bedeutet.

Pathologisch-anatomische Begutachtung

Klinische Angaben:
Missed abortion. Ausstoung nach med. Abortinduktion. Nachcurettage. Foet zur Sektion. Nach telefonischer Rcksprache unklares Schwangerschaftsalter, sonografisch am ehesten etwa 13. - 14. SSW, wobei der Foet bereits im Utero abgestorben war.

Makroskopie:
80g schweres und 11x5x4 cm groes, braun-graues Gewebsstck mit anhngender, 12cm langer und 0,2 cm breiter Nabelschnur. Auf lamellierenden Schnitten teils plazentaartiges rtlich-brunliches Gewebe, teils hellbraun-schwammiges Gewebe. Ein ca. 5x4x3 cm groer Thrombusanteil unter der Chorionoberflche.

Mikroskopie:
1.-6. (rep. E.): Schmale choriale deckplatte mit subchorialem Thrombus. berwiegend mittelbreite Plazenta zotten mit embryonalem meist kollabiert erscheinendem Stroma mit zahlreichen Hofbauer Zellen. berzug durch ein berwiegend zweischichtiges Trophoblastepithel. wenige Stromakanlchen und Kernknospen. Daneben zahlreiche groe, deutlich fibrosierte Stammzotten mit plumpen, fingerfrmigen Ausstlpungen. Hier hochgradige Hypoplasie der zottengefe. Darberhinaus ausgeprgte Gef-Hypoplasie der chorialen deckplatte und auch der zwischen- sowie Enszotten. Kleiner lterer Infarkt. Deutliche intervillse Fibrinablegerungen mit vereinzelter fibrionider Zottendegeneration und zahlreichen Verkalkungen. Daneben ausgeprgte Areale mit deutlichen Einblutungen und einer intervillsen Thromenbildung sowie grere Anteile dezidualen Gewebes mit einem diffusen granulozytren Infiltrat. Auerdem Schleimhautstckchen vom Endometrium mit dezidualer Grozelligkeit, z.T. sgeblattartigen Drsenschluchen und dickwandigen Spiralarterien.

Beurteilung:
Plazentaanteile offenbar aus dem zweiten Trimenon mit ausgeprgter Entwicklungsstrung im Sinne einer hochgradigen Hypoplasie der Zottengefe. lterer Mikroinfarkt.

Kommentar:
Der Befund drfte die Ursache fr den intrauterinen Fruchttod sein.


In dem Bericht von der Obduktion meines "Kindes" steht, dass der Fruchttod wohl nicht die Ursache war. Aber auch da steht das Gleiche wie hier in der Beurteilung. Wenn sie mchten kann ich Ihnen auch gerne nochmal den Bericht der Obduktion zukommen lassen.
Ich wrde mich sehr freuen, wenn sie mir sagen knnten, was dieser Befund bedeutet.

Mit freundlichen Gren
kristin
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Dr.med.Holger Fischer
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 31.01.2007
Beitrge: 5404
Wohnort: 87452 Altusried

BeitragVerfasst am: 23.11.08, 08:10    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen,
Sie werden verstehen, da ich einen derart detaillierten Histologiebefund nicht in allen Einzelheiten bersetzen kann. Vor ber 1 Jahr habe ich die Histologie von zwei Abortbefunden " bersetzt"-da finden Sie zum Teil weitere Hilfe. Man kann jedoch sagen, da der Kindstod auf Grund einer anlagebdingten Strung der Blutgefversorgung der Plazenta war. Plumpe tatzenfrmige Vernderungen der Zotten findet man auch manchmal bei Chromosomenstrungen, das mu aber jetzt nicht heien, da dies die Ursache war, da Feten mit derartigen Strungen nicht zwangslufig intrauterin sterben und der Pathologe bei der Obduuktion des Fezten ja auch nichts diesbezglichfand, sonst htten Sie es ja sicher erwhnt.Viele Vernderungen im Befund der Plazenta sind auch dadurch bedingt, da es sich um einen verhaltenen Abort ( missed abortion handelte. Hierbei kommt es nach dem Tod zu Plazentavernderungen auf Grund der nicht mehr stattfindenden Durchblutung. Auch die knstliche Einleitung der Ausstoung fhrt zu Vernderungen , die man nicht verwechseln darf mit mglichen Strungen der Plazentaanlage. Wenn bei Ihnen keine Vorerkrankungen wie z.B. Diabetes, Hypertonie, Fettstoffwechselstrung und erhhte Neigung zur Blutgerinnung ( und Thrombose) vorliegen, lt sich die eigentliche Ursache des Todes nicht feststellen. Alle genannten feingewebllichen Vernderungen kommen nmlich bei den meisten pathologischen Gutachten zu Tage- sind also recht unspezifisch. Bei der Obduktion lt sich leider auch in den seltensten Fllen etwas finden. Letztlich bleibt die Ursache -wenn Sie selbst absolut gesund sind- leider unklar.
_________________
Gre Dr. Fischer
Unter Bezugnahme auf 7 (3) der Berufsordnung fr rzte ist mein Beitrag eine Stellungnahme,die auf den vorliegenden Angaben beruht .Sie ersetzt aber nicht die persnliche Beratung, Untersuchung und Behandlung durch Ihren Arzt.
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Lizzy1971
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 16.05.2008
Beitrge: 90

BeitragVerfasst am: 24.11.08, 06:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich hatte selber vor Jahren eine Totgeburt in der 23. SSW.
Befund war mit Deinem vergleichbar - das Kind war aber vollkommen zeitgerecht entwickelt (600 g und 32 cm) und der Befund unauffllig.
Da ich aber selbst unter Einleitung der Geburt und folgender Not-Sectio Blutungen bekam, die fast nicht gestoppt werden konnten, schickten mit sowohl KH als auch mein FA zur humangenetischen Untersuchung. Dort stellte man dann eine Gerinnungsstrung fest (Faktor V-Mutation).
In der Folge-SS habe ich von Anfang an Heparin gespritzt und habe inzwischen eine gesunde 4-jhrige Tochter.

Alles Liebe fr Dich,
Lizzy
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