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Verbesserung der geistigen Fhigk. nach Hinblutung mglich?

 
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Rubin
noch neu hier


Anmeldungsdatum: 19.11.2008
Beitrge: 4

BeitragVerfasst am: 23.11.08, 18:46    Titel: Verbesserung der geistigen Fhigk. nach Hinblutung mglich? Antworten mit Zitat

Hallo, ich habe vor ein paar Tagen schon einen Beitrag geschrieben:
http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewtopic.php?t=89646&highlight=
"Nach einer Hirnblutung -lcheln als Reflex?"

...und habe jetzt nochmal eine Frage.

Um es noch einmal kurz zusammen zu fassen: Meine Freundin (32) erlitt unter der Geburt ihres Sohnes eine massive Hirnblutung aufgrund eines geplatzten Blutschwamms und auerdem eine Gehirnquetschung. Ihre berlebenschance betrug laut rzten 25%. Sie ist drei Tage nach der OP aus dem knstlichen Koma erwacht und konnte kurz darauf von der Intensivstation verlegt werden. Von der OP ist optisch ein ziemlich groes "Loch" / Delle an der rechten Kopfhlfte zurck geblieben...

Sie ist geistig sehr "eingeschrnkt", erinnert sich weder an ihren Sohn (14 Tage alt), noch an ihre Hochzeit (6 Wochen her). Sie fngt Stze an und hrt dann pltzlich mittendrin auf. Sie redet hufig "Kauderwelsch", oder sagt Dinge, die nicht zur Situation passen. Sie spricht von sich aus, wenn berhaupt, nur in kurzen Stzen, stellt keine Fragen und fragt nicht nach, wenn man ihr etwas erzhlt. Dinge merken kann sie sich auch nicht lnger als wenige Minuten etc.

Nun frage ich mich, wie man ihren Geisteszustand nach den erlittenen Verletzungen nennt und ob sich daran noch etwas positiv verndern kann? Ich frage mich, ob sie jetzt eine bleibende erworbene geistige Behinderung hat, oder "neurologische Ausflle" oder sonstiges (keine Ahnung, wie man das noch nennen knnte?). Inwiefern kann sie in einer Reha geistige Fortschritte erreichen? Ich lese immer nur ber krperliche Fortschritte, die die Betroffenen machen, aber was ist mit den geistigen Fhigkeiten? Lsst sich daran noch etwas verbessern, oder sind die Schden diesbezglich nach einer Gehirnblutung und Gehirnquetschung irreperabel? Hierzu finde ich, wie gesagt, im Netz leider keine Informationen. Dort geht es immer nur um Wesensvernderungen, Konzentrationsschwchen, Orientierungsstrungen etc. Aber nie um geistige Behinderungen, das irritiert mich doch sehr!?
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AnnettLoewe
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 16.09.2004
Beitrge: 871

BeitragVerfasst am: 23.11.08, 21:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Rubin,
fr die Regeneration von gesitigen Fhigkeiten nach einer erworbenen Hirnschdigung gilt im Grunde dasselbe wie fr krperliche Fhigkeiten: da ist eine ganze Menge mglich. Mit Training und Frderung.
Ihre Freundin wird sicherlich (hoffentlich) demnchst in eine Frhreha-Einrichtung kommen, wo man ganz genau schauen kann, welche Fhigkeiten wirklich pathologisch eingeschrnkt sind. Es wird Gedchtnistraining geben und es werden nauch die anderen kognitiven Fhigkeiten trainiert werden.
Ob und wann das Ganze Erfolg hat, hngt von vielen Faktoren ab - auch davon, in welcher Konstellation die Strungen auftreten. Manchmal steht eine Strung der Behebung einer anderen direkt im Wege...

Aber es gibt im Moment noch keinen Grund anzunehmen, dass Ihre Freundin so bleibt, wie sie jetzt ist. Allerdings sprechen wir bei den Regenerations -oder auch Kompensationsprozessen eher von greren Zeitrumen, also von Monaten und Jahren. Das Gehirn muss erst lernen, mit der neuen Situation umzugehen. Ihre Freundin braucht in dieser Zeit viel Untersttzung durch Menschen, denen sie vertraut!
Nach der FRhreha kommt die Reha und dann muss entscheiden werden, ob sie zu Hause weiter betreut werden kann oder ob sich eine Einrichtung der Langzeitrehabilitation finden lsst. In jedem Falle wird es sich um einen sehr langwierigen Prozess mit offenem Ende handeln.
Fragen Sie hier ruhig weiter, wenn Ihnen die Dinge "unheimlich" vorkommen oder wenn sich weitere Fragen ergeben.

(Vielleicht noch zur Erklrung: mein Freund hatte vor mehreren JAhren eine schwere Hinrblutung, berlebenschance auch so, wie von Ihnen geschildert. Er war motorisch und sprachlich vllig intakt, "Nur" das Gedchtnis und seine Planungs-und Handlungsfhigkeiten waren sehr stark eingeschrnkt...Heute geht es ihm wunderbar und er fllt kaum jemandem als irgendwie besonders auf)

Liebe Gre,
Annett Lwe
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AnnettLoewe
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 16.09.2004
Beitrge: 871

BeitragVerfasst am: 23.11.08, 23:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Rubin,
ich nochmal...
Wie man das nennt?
Nun ja. Im Moment kann ein Teil der Ausflle und der Verwirrung sicherlich noch unter "Durchgangssyndrom" gefasst werden. So nennt man neurologische Ausflle vorbergehender Natur, die nach einem Koma oder auch nach einer Narkose aufreten knnen. Die sollten nach 6-12 Wochen abgeklungen sein.
Was dann bleibt und nicht "motorische, sprachliche oder Schwierigkeiten bei der optischen Wahrnehmung, sondern ausschlielich "Defizite im Denken bezeichnen soll, wird "hirnorganisches Psychosyndrom", kurz "HOPS" oder -ja nach Schwerpunkt - auch "amnestisches Psychosyndrom" genannt. Diese Bezeichnung hilft Ihnen aber wahrscheinlich nicht viel weiter, weil darunter alle schwer zu fassenden Ausflle im Denken fallen. das gilt sowohl fr Wesensvernderungen als auch fr Konzentrations-, Merkfhigkeits-,Orientierungs,- und Planungs- bzw. Handlunsgprobleme...
Was da im Einzelnen im Argen liegt, wird anhand spezifischer Tests herausgefunden oder zeigt sich daran, wie der/die Betroffene sich in bestimmten Situationen verhlt.
Auch hier gilt: die Neuropsychologen in der Klinik (das werden die sein, die die Tests machen) wissen sehr wenig ber die Langzeitverlufe. Es wird Ihnen also niemand eine verlssliche Auskunft darber geben knnen, was sich da in welchen Zeitrumen entwickelt. Wichtig fr Sie ist, dass Sie den Kontakt zu den Neuropsychologen suchen und sich erklren lassen, was die rausgefunden haben und wie man damit umgeht. Je mehr Sie darber wissen, umso besser knnen Sie die Reha durch Ihr eigenes Verhalten untersttzen. Schlielich verbringen Sie mehr Zeit mit der Betroffenen als die Therapeuten und Sie wissen besser ber ihre Biografie und ihre Vorlieben bescheid. Hufig findet man dort geeignete Ansatzpunkte fr die Therapie.
Fragen Sie, wann immer Ihnen etwas nicht einleuchten will! Hier oder bei den rzten und Therapeuten.
Herzliche Gre,
Annett Lwe
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