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Antikrpersuchtest: Was wird unterschucht?

 
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dana23
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.06.2005
Beitrge: 82

BeitragVerfasst am: 06.09.08, 14:39    Titel: Antikrpersuchtest: Was wird unterschucht? Antworten mit Zitat

Hallo,

Ich bin in 6. Woche schwanger und sehr besorgt. Bei der routinemssigen Blutgruppenuntersuchung im Krankenhaus, wurde folgendes festgestellt:

Blutgruppe: B+

Rhesus-KELL
Antigen C - positiv
Antigen c - negativ
Antigen E - negativ
Antigen e - positiv
Antigen K - negativ

KIDD

Antigen Jka - positiv
Atigen Jkb - positiv

irregulre Antikrper: positiv
Ich habe mich bereits ber diese Antikrper informiert. Was mich sehr besorgt ist folgendes. Die Aerzte, die diese Untersuchung bei mir angeordnet haben, wissen nicht, was im Labor getestet wird und das Labor gibt keinerlei Auskunft darber, was es genau testet.

Entspricht der bliche Antikrpersuchtest den untersuchten Antigenen (in dem Fall, knnte ich nur Anti-c, Anti-E oder Anti-KELL haben, obwohl das meine 1. SS ist und ich noch nie eine Bluttransfusion hatte) oder auch Antikrper auf andere Antigene?
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FataMorgana
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beitrge: 3419

BeitragVerfasst am: 06.09.08, 17:08    Titel: Re: Antikrpersuchtest: Was wird unterschucht? Antworten mit Zitat

Hallo dana23,

erst einmal herzlichen Glckwunsch zu Ihrer Schwangerschaft!

Der Befund, den Sie hier gepostet haben, sagt leider gar nichts ber eine mgliche Bedeutung fr Ihre Schwangerschaft aus, da wichtige Angaben fehlen.

dana23 hat folgendes geschrieben::
Ich bin in 6. Woche schwanger und sehr besorgt. Bei der routinemssigen Blutgruppenuntersuchung im Krankenhaus, wurde folgendes festgestellt:


Warum wurde diese Untersuchung denn im Krankenhaus gemacht? Und wann war das genau?

dana23 hat folgendes geschrieben::
KIDD

Antigen Jka - positiv
Atigen Jkb - positiv


Es ist interessant, dass diese Antigene berhaupt getestet wurden. Routinemig wird dies nicht gemacht. Es knnte darauf hindeuten, dass die festgestellten irregulren Antikrper im Kidd-(Jk-)System vermutet wurden. Explizit gesagt wird das in dem Befund aber nicht, vielmehr wird die Spezifitt der Antikrper gar nicht angegeben.

dana23 hat folgendes geschrieben::
irregulre Antikrper: positiv


Dieser Befund ist so nicht vollstndig. Es fehlen zwei wesentliche Informationen, nmlich die Spezifitt der nachgewiesenen Antikrper (das bedeutet, gegen welches Antigen sie gerichtet sind) und der Titer. Fr Transfusionen ist die Spezifitt besonders wichtig, fr die Schwangerschaft der Titer.

dana23 hat folgendes geschrieben::
Ich habe mich bereits ber diese Antikrper informiert. Was mich sehr besorgt ist folgendes. Die Aerzte, die diese Untersuchung bei mir angeordnet haben, wissen nicht, was im Labor getestet wird und das Labor gibt keinerlei Auskunft darber, was es genau testet.


Das ist natrlich eine unschne Situation. Da drfen Sie aber ruhig hartnckig bleiben, denn ein positiver Antikrpersuchtest in der Schwangerschaft muss sorgfltig weiter abgeklrt werden. Haben Sie denn den schriftlichen Befund vollstndig vorliegen? Enthlt dieser keine weiteren Informationen ber die Spezifitt und den Titer der Antikrper? Wurde auch ein direkter Coombstest durchgefhrt?

dana23 hat folgendes geschrieben::
Entspricht der bliche Antikrpersuchtest den untersuchten Antigenen (in dem Fall, knnte ich nur Anti-c, Anti-E oder Anti-KELL haben, obwohl das meine 1. SS ist und ich noch nie eine Bluttransfusion hatte) oder auch Antikrper auf andere Antigene?


Der Antikrpersuchtest wird blicherweise mit drei verschiedenen Testzellen der Blutgruppe O durchgefhrt, die naturgem eine Vielzahl von Antigenen auf der Oberflche tragen. In den Richtlinien der Bundesrztekammer gibt es Mindestanforderungen, welche Antigene auf den Zellen vorhanden sein sollten: C, Cw, c, D, E, e, K, k, Fy (a), Fy (b), Jk (a), Jk (b), S, s, M, N, P (1), Le (a), Le (b). Darber hinaus findet man auf den Testzellen aber immer noch weitere Antigene. Es gibt nmlich sehr viele verschiedene Blutgruppenantigene, die auf der Oberflche der roten Blutkrperchen vorkommen. Teilweise wird der Test in mehreren unterschiedlichen "Milieus" durchgefhrt, dabei immer im Coombs-Milieu und gelegentlich zustzlich im Enzym-Milieu.

Wenn der Antikrpersuchtest mit einer (oder mehreren) dieser Testzellen positiv ausfllt, dann wird eine Antikrperdifferenzierung angeschlossen und bei Schwangeren immer auch eine Titration. Die Differenzierung erfolgt mit Hilfe sog. Panels. Das ist eine "Sammlung" von ca. 10 verschiedenen Testzellen (roten Blutkrperchen), die unterschiedliche Antigene auf ihren Oberflchen tragen. In den meisten Fllen gelingt es auf diese Weise, die Spezifitt der Antikrper herauszufinden. Manchmal bentigt man zustzlich Tests im sog. Enzymmilieu oder ein weiteres Panel. Die Titration wird dann mit einer Testzelle durchgefhrt, die das entsprechende Antigen, gegen das der Antikrper gerichtet ist, auf der Oberflche trgt. Ihr Serum bzw. Plasma wird dabei immer weiter verdnnt, bis keine Antikrper mehr nachweisbar sind. Die letzte Verdnnungsstufe, bei der noch Antikrper nachweisbar sind, ist der Titer (z. B. 1:64).

Fragen Sie also Ihre rzte nach der Spezifitt und nach dem Titer der irregulren Antikrper.

Bei niedrigen Titern (<1:16) besteht fr Ihre Schwangerschaft zunchst keine Gefahr. Man muss dann nur regelmige Kontrollen durchfhren, damit man einen eventuellen Anstieg bemerkt. Die Abstnde der Kontrollen sollten - je nach genauem Erstbefund - 2 bis 8 Wochen betragen. Bei Befunden, die als klinisch relevant eingestuft werden, sind zustzlich genauere und hufigere Ultraschalluntersuchungen whrend der Schwangerschaft notwendig.

Auch die Spezifitt der Antikrper spielt fr die Einschtzung eine Rolle. Es gibt Antikrper, die fr die Schwangerschaft generell vllig unbedeutend sind und andere, die relativ hufig Probleme beim Kind verursachen.

Der Antikrpersuchtest kann auch positiv sein, wenn Sie niemals vorher schwanger waren oder Bluttransfusionen erhalten haben. Bei sog. natrlichen Antikrpern kann dies z. B. vorkommen. Auerdem gibt es sog. Autoantikrper, die sich gegen Antigene richten, die Sie selbst auch besitzen. Weiterhin knnten Sie auch frher eine unbemerkte Fehlgeburt durchgemacht haben.

Bei nachgewiesenen, klinisch relevanten Alloantikrpern sollte auch untersucht werden, ob der Vater des Kindes das Antigen, gegen das sich die Antikrper richten, besitzt.

Ich wnsche Ihnen weiterhin alles Gute fr Ihre Schwangerschaft!
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dana23
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.06.2005
Beitrge: 82

BeitragVerfasst am: 06.09.08, 17:37    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe FataMorgana,

Vielen herzlichen Dank fr Ihre ausfhrliche Antwort!

Leider steht im Befund nicht mehr als ich hier angegeben habe.
Ich war im Krankenhaus, weil ich in der Schweiz lebe/studiere. Mein regulrer FA ist in Deutschland und die frheste Mglichkeit einen Termin bei einem niedergelassenen Arzt in der Schweiz zu bekommen,wre Ende Oktober. Da ich die SS hier festgestellt habe, wollte ich sicher sein. Leider konnte man bei der US-Untersuchung am Dienstag dieser Woche (von da stammt auch der Test) noch nichts sehen. Also meinte der Arzt, dass bei mir erstmal der hCG-Wert im Abstand von 48 Stunden getestet werden muss. Da ich meine Blutgruppe nicht kannte, wurde auch dieser Test durchgefhrt.

Ich kann mit einer 100%-Sicherheit davon ausgehen, dass das meine erste Schwangerschaft ist und auch dass ich keine unbemerkten Frhaborte hatte. Mein derzeitiger Freund ist mein erster Sexualpartner und seit wir miteinander schlafen, kam meine Regel immer auf den Tag genau.

Die einzige Mglichkeit, bei der ich in Kontakt mit fremden Blut gekommen sein knnte, wre bei meiner eigenen Geburt, ausserdem ist nicht ausgeschlossen, dass ich als Kind
nicht mit verunreinigten Spritzen gespritzt wurde. Knnte dies sowas auslsen?

Die grsste Angst habe ich von Anti-c, Anti-E und Anti-K.

Sie sprechen von "natrlichen Antikrpern" sowie von "Autoantikrpern". Soweit ich rausgefunden habe, knnen von diesen drei nur die Anti-E natrlich vorkommen. Stimmt das?

Darber hinaus wurden bei mir bei einer rheumatologischen Untersuchung vor 2 Jahren ANA (Titel 1:80) entdeckt. ENA hatte ich damals nicht. Knnte dieser Test etwas damit zu tun haben?

Nochmals vielen Dank.
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FataMorgana
DMF-Mitglied
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.08.2005
Beitrge: 3419

BeitragVerfasst am: 06.09.08, 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr geehrte dana23,

dana23 hat folgendes geschrieben::
Leider steht im Befund nicht mehr als ich hier angegeben habe.


Dann htten Sie z. B. die Mglichkeit, eine baldige Kontrolluntersuchung durchfhren zu lassen oder zu versuchen, weitere Details in Erfahrung zu bringen.

dana23 hat folgendes geschrieben::
Die einzige Mglichkeit, bei der ich in Kontakt mit fremden Blut gekommen sein knnte, wre bei meiner eigenen Geburt, ausserdem ist nicht ausgeschlossen, dass ich als Kind
nicht mit verunreinigten Spritzen gespritzt wurde. Knnte dies sowas auslsen?


Das halte ich fr sehr unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher wren dann natrliche Antikrper, Autoantikrper, eine unspezifische Agglutination im Antikrpersuchtest oder eine Fehlbestimmung im Labor.

dana23 hat folgendes geschrieben::
Sie sprechen von "natrlichen Antikrpern" sowie von "Autoantikrpern". Soweit ich rausgefunden habe, knnen von diesen drei nur die Anti-E natrlich vorkommen. Stimmt das?


In seltenen Fllen kann auch Anti-K natrlich vorkommen, Anti-c hingegen nicht. Natrliches Anti-E kommt hingegen hufiger vor.

dana23 hat folgendes geschrieben::
Darber hinaus wurden bei mir bei einer rheumatologischen Untersuchung vor 2 Jahren ANA (Titel 1:80) entdeckt. ENA hatte ich damals nicht. Knnte dieser Test etwas damit zu tun haben?


Theoretisch knnte es einen Zusammenhang geben, wenn es sich bei den irregulren Antikrpern um Autoantikrper handelt. Das ist aber natrlich sehr spekulativ, solange man nicht einmal genau wei, was fr Antikrper Sie berhaupt haben.
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dana23
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 15.06.2005
Beitrge: 82

BeitragVerfasst am: 06.09.08, 19:54    Titel: Antworten mit Zitat

VIELEN DANK, Sie haben mich etwas beruhigt. Ich werde nchste Woche meinen FA in Deutschland aufsuchen.
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