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Unendliche Geschichte?

 
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Gast






BeitragVerfasst am: 11.07.05, 01:12    Titel: Unendliche Geschichte? Antworten mit Zitat

Ich habe vor etwa einem Dreivierteljahr zum ersten Mal ein leichtes Brennen im Penis gesprt. Der Arzt hat, nachdem er mt seinem Finger in meinem Hintzern war, eine "leichte" Entzndung der Prostata festgestellt und mir Antibiotika verschrieben. Anschlieend wurden sie Beschwerden viel schlimmer und ich hatte sogar Schmerzen beim Wasserlassen, die ich vorher nicht gehabt hatte.

Nach Ende der Behandlung waren die Symptome verschwunden - aber nur, um kurze Zeit spoter wieder aufzutauchen. Ich hatte gelesen, dass Antibiotika das Immunsystem schwchen und dass das einer Prostatitis eigentlich nur in die Karten spielt. Also habe ich mir mit viel Zwiebeln, Broccoli und Lapacho-Tee selbst geholfen, die Syptome waren weg. Aber immer wenn ich etwas unvorsichtig bin, z.B. nach dem Sport zu lange mit nassen Socken/Unterwsche rumlaufe oder etwas sehr kaltes trinke, taucht dieses leichte aber seht lstige Brennen wieder auf. Von Zeit zu Zeit habe ich auch einen (strkeren)und sehr pltzlichen Schmerz in der Analgegend, der vllig unvermittelt und selten (meistens beim Gehen) auftaucht. Abert ich habe nie Probleme mit dem Wasserlassen oder verstrkten Harndrang oder Becken- oder Rckenschmerzen.

Meine Frage an euch: Was fr Auswirkungen hat so eine Prostatitis eigentlich? Was, wenn man sie nicht professionell behandelt (also antibiotiotisch) ? Denn fr mich fr das mit den Antibiotika zu einem Teufelskreis, ein geschwchtes Immunsytem (das Antibiotika nun einmal nach sich zieht) schreit frmlich nach einer Prostatitis. Zur Not knnte ich micvh damit abfinden, abends Lapacho-Tee zu trinken und die Fe warm zu halten, wenn ich wsste, dass ich keine schlimmen Sptfolgen befrchten muss.
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Olaf Urban
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 24.11.2004
Beitrge: 1191
Wohnort: HH

BeitragVerfasst am: 12.07.05, 13:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ...,
anbei ein paar Anmerkungen zu deinen Fragen.

Zitat:
Was fr Auswirkungen hat so eine Prostatitis eigentlich?

Der Verlauf dieser Krankheit ist individuell verschieden und zu wenig erforscht um eine Prognose fr den Einzelfall abgeben zu knnen. Expertenschtzungen gehen davon aus, dass bis zu 50% aller Mnner Symptome chronischer Prostatitis/ chron. Beckenschmerzsyndrom (CP/CPPS) entwickeln. Der Anteil derer, die langfristig von strkeren Schmerzen betroffen sind, wird aber auf nur ca. 3% geschtzt.
Krperlich lebensbedrohliche Folgen von CP/CPPS werden nach meinem Wissen nicht berichtet. Ungnstige Folgen sind langfristige starke Schmerzen und daraus resultierende depressive Lebenseinstellungen (mit u.U. massiven Beeintrchtigungen in Beruf und Familienleben, erhhte Suizidrate).

Zitat:
Was, wenn man sie nicht professionell behandelt (also antibiotiotisch)?

Die Rolle von Antibiotika wird oft berschtzt. Die Forschungsergebnisse der letzten Dekade haben gezeigt, da Bakterien keine oder nur selten eine wesentliche Rolle bei der Enstehung von CP/CPPS spielen. In der Mehrheit der Flle bedeutet eine professionelle CP/CPPS- Behandlung daher eher kein bzw. nur begrenzt ABX einzusetzen (z.B. bei akuter Prostatitis http://www.medizin-forum.de/prostatitis/acuteprostatitis-d.html bzw. bei Keimen mit gesicherter Pathogenitt).

Um beurteilen zu knnen, ob der Einsatz von ABX angemessen ist, sind u.a. Laboruntersuchungen erforderlich. Wurden diese bei dir schon vorgenommen z.B. mikrobiologisch Unterschung des Ejakulats?

Der Begriff chronischer Beckenschmerz schliet alle schmerzhaften Symptome an Geschlechtsorganen und sonstigen Muskeln, Bindegeweben im Beckenbereich ein.
Gru
O. Urban
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f-l-o-r-i-a-n
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 11.10.2004
Beitrge: 44
Wohnort: Passau

BeitragVerfasst am: 13.07.05, 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Der Verlauf dieser Krankheit ist individuell verschieden und zu wenig erforscht um eine Prognose fr den Einzelfall abgeben zu knnen. Expertenschtzungen gehen davon aus, dass bis zu 50% aller Mnner Symptome chronischer Prostatitis/ chron. Beckenschmerzsyndrom (CP/CPPS) entwickeln. Der Anteil derer, die langfristig von strkeren Schmerzen betroffen sind, wird aber auf nur ca. 3% geschtzt.
Krperlich lebensbedrohliche Folgen von CP/CPPS werden nach meinem Wissen nicht berichtet. Ungnstige Folgen sind langfristige starke Schmerzen und daraus resultierende depressive Lebenseinstellungen (mit u.U. massiven Beeintrchtigungen in Beruf und Familienleben, erhhte Suizidrate).


Hallo Olaf!
Knntest du mir bitte sagen, woher du diese Informationen beziehst? ... ich meine: hast du einen Link oder einen direkten Literaturverweise. Es wre sehr wichtig fr mich.

f-l-o-r-i-a-n
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Olaf Urban
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 24.11.2004
Beitrge: 1191
Wohnort: HH

BeitragVerfasst am: 13.07.05, 19:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo florian,
werde versuchen am WE ein paar Quellen zusammenzustellen. Meine "Wissen" basiert allerdings auch auf Informationen aus alten Diskussionen bei sci.med.prostate.prostatitis und www.chronicprostatitis.com, fr die keine Links mehr verfgbar sind und deren Wahrheitsgehalt unklar ist.
Wieso wren diese Informationen so wichtig fr dich?
Gru Olaf
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f-l-o-r-i-a-n
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 11.10.2004
Beitrge: 44
Wohnort: Passau

BeitragVerfasst am: 15.07.05, 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Olaf!

Zum einen wre es gut, wenn ich bei einem Arzt mal darauf hinweisen knnte,
Zitat:
dass bis zu 50% aller Mnner Symptome chronischer Prostatitis/ chron. Beckenschmerzsyndrom (CP/CPPS) entwickeln und der Anteil derer, die langfristig von strkeren Schmerzen betroffen sind, auf ca. 3% geschtzt wird.


Denn bisher wurde jedesmal in Abrede gestellt, dass meine ursprngliche Prostata-, Nebenhoden- und Samenstrangentzndung irgendetwas mit meinen derzeitigen Beschwerden zu tun htte. Mein jetztigen Schmerzen htten sich parallel oder erst nach diesen Entzndungen entwickelt. ... das ist aber vlliger Schwachsinn, wenn man sich nur ein klein wenig mit CPPS beschftigt.

Zum anderen wre es nicht schlecht mal meiner Familie soetwas vorlegen zu knnten, da ich seit nunmehr 3 Jahren immer noch auf groes Unverstndnis stoe. Es wrde halt meine Glaubwrdigkeit untermauern, wenn man zeigen knnte, dass ich zu den 3% gehren, die anscheinend lngerfristige Schmerzen entwickeln.


Olaf, da du ja Admin bist und du schon soviel Beitrge verfasst hast, tu ich mich ein bisschen schwer den Thread zu finden, in dem du deine eigenen Schmerzen beschreibst. Nur in kuzren Stzen: welche Beschwerden hast du genau?
_________________
Streite nie mit einem Idioten, denn er zieht Dich auf sein Niveau herunter und schlgt Dich mit seiner Erfahrung.
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Olaf Urban
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 24.11.2004
Beitrge: 1191
Wohnort: HH

BeitragVerfasst am: 16.07.05, 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Florian,
anbei ein paar Quellen mit epidemiologischen Daten zu CP/CPPS. Bei der Mehrheit dieser Daten handelt es sich um Schtzwerte, die nicht auf nachvollziehbaren statistischen Erhebungen beruhen. Da sie aber von anerkannten CP/CPPS- Forschern stammen, ist von einer berdurchschnittlichen Reprsentatitivitt auszugehen. Die von mir angefhrten 3% mit langfristig strkeren Symptomen liegen in Rahmen dessen, was in diesen Quellen beschrieben wird. Eine entspr. eindeutige Angabe ist aber nicht vorhanden. Mir war dieser Wert aus einer lnger zurckliegenden Diskussion bei chronicprostatitis erinnerlich.

http://www.medizin-forum.de/prostatitis/zusammenhang-d.html
http://www.medizin-forum.de/prostatitis/pquotes-d.html
http://www.prostatitis2000.org/eng/intro.htm
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=12521579&dopt=Abstract
http://www.ic-network.com/men/menmd.html


CP/CPPS ist eine Krankheit, die in der ffentlichkeit praktisch unbekannt ist. Als CP/CPPS- Leidender glaubwrdig zu sein, ist aufgrund dieser allgm. Unwissenheit schwierig. Hufig stt man auf Unverstndnis und wird als Belastung empfunden. Den unterschwelligen Vorwurf ein Simulat zu sein, mu man oft sogar von rzten ertragen. In diesem Aufsatz http://www.geocities.com/cp_cpps/moldwin.pdf wird mit Bezug zu entspr. Studien eindrucksvoll beschrieben, welchen Beeintrchtigungen der Lebensqualitt CPPS tatschlich mit sich bringen kann. Hier ein kurzer Auszug (bersetzung) der relavanten Passagen:

Code:
Robert M. Moldwin, MD, FACS
Bereich Urologie, Jdisches Medizinisches Zentrum Long Island, 170-5 76th Avenue, New Hyde Park, New York 11040, USA. Email: rmoldwin@aol.com

Aus: Current Urology Reports 2002, 313- 318
hnlichkeiten zwischen Interstitieller Zystitis (IC) und chronischen Beckenbodenschmerzsysndrom bei Mnnern (MCPPS)

Epidemiologie

IC und MCPPS sind weit verbreitet in der Bevlkerung. Bisherige epidemiologische Studien deuten darauf hin, da ca. 700000 Frauen in den USA an IC erkrankt sind. Unter Bercksichtigung von Mnnern erhht sich diese Zahl auf ungefhr 1 Millionen [1**]. Begutachtungen im nationalen abulanten Gesundheitswesens haben gezeigt, da bei fast 2 Millionen Arztbesuchen pro Jahr Prostatitis als Diagnose angegeben wurde, wobei die berwiegende Mehrheit der Flle wahrscheinlich auf die Kategorie IIIA gem Klassifizierung des Nationalen Gesundheitsinstitutes (NIH) zurckzufhern ist. Prostatitis wurde als Diagnose bei 8% und 1% der urologischen bzw. der primren rztlichen Untersuchungen angegeben [2**]. Darber hinaus haben 16% von 31681 in die Begutachtungen einbezogenen im Gesundheitswesen beruflich ttigen Personen ber Prostatitis in der eigenen Krankeitsgeschichte berichtet [3**].

Auswirkungen auf die Lebensqualitt

Bedeutender als die weite Verbereitung von IC und MCPPS ist deren verheerende Auswirkung auf die Lebensqualitt. Chronische Schmerzen und durch Enztndungen hervorgerufene Beschwerden beim Wasserlassen knnen eine tiefgreifende Auswirkung auf den Beschftigungsstatus, die Sexualitt sowie die Aktivitten des tglichen Lebens haben. 1987 hat Held et al. [4] berichtet, da an IC Erkrankte drei- bis viermal hufiger ber Selbstmordgedanken berichten als die gesamte Bevlkerung. Darber hinaus wrden an IC Erkrankte fnfmal hufiger wegen psychischer Probleme behandelt. In entsprechenden Untersuchungen wurde die Lebensqualitt von an IC Erkrankten niedriger bewertet als die von Patienten, welche im Endstadium von Nierenkrankheiten Blutdialyse erhalten. Gem einer Studie aus 1993 von Koziol et al. [5] empfanden es 93,4% der IC- Patienten schwierig oder unmglich zu reisen. Freizeitbeschftigungen, Schlaf und Arbeit wurden bei 89,9%, 88,2% bzw. 84,4% nachteilig beeinflut. Familire Beziehungen und verantwortlichkeiten wurden bei 69,7% nachteilig beeinflut. In einer nationalen IC-Datenerhebungsstudie (finanziert vom Nationalen Institut fr Diabetes, Verdauungs- und Nierenkrankheiten [NIDDK]) wurden Strungen im beruflichen und sozialen Leben bei 54% bzw. 71,7% der untersuchten Flle registriert [6]. Unglcklicherweise wurde den Patienten mit MCPPS im Hinblick auf die Auswirkungen der Krankheit auf die Lebensqualitt weniger Aufmerksamkeit geschenkt, die bisher abgeschlossenen Studien haben auch hier alarmierende Beeintrchtigungen gezeigt. 1996 stellte Wenninger et al. [7] fest, da die Krankheitsauswirkungsprofile von Patienten mit Prostatitis mit denen von Patienten, die an Herzinfarkt, Angina oder Morbus Crohn leiden, vergleichbar sind. Vergleiche der Lebensqualitt haben im Bezug auf die psychische Verfassung schlechtere Werte bei Patienten mit MCPPS als bei Patienten mit starker kongestiver Herzinsuffizienz sowie bei Patienten mit Diabetes ergeben [8*].

References and Recommended Reading

Papers of particular interest, published recently, have been highlighted as:

* Of importance

** Of major importance

1. Curhan GC, Speizer FE, Hunter DJ, et al.: Epidemiology of interstitial cystitis: a population based study. J Urol 1999, 161:549552. This study demonstrates a strikingly high prevalance of medical conditions that have historically received little investigation.

2. Collins MM, Stafford RS, OLeary MP, et al.: How common is prostatitis? A national survey of physician visits. J Urol 1998, 159:12241228. This study also demonstrates a strikingly high prevalance of medical conditions that have historically received little investigation.

3. Collins MM, Meigs JB, Barry MJ, et al.: Prevalence and correlates of prostatitis in the health professionals follow-up study cohort. J Urol 2002, 167:13631366. Like the preceding two studies, this study demonstrates a strikingly high prevalence of medical conditions that have historically received little investigative attention. The amassed data of these three studies have fueled significant clinical and political support for these conditions.

4. Held PJ, Hanno PM, Wein AJ, et al.: Epidemiology of interstitial cystitis. In Interstitial Cystitis. Edited by Hanno PM, Staskin DR, Krane RJ, Wein AJ. New York: Springer-Verlag; 1990:2948. 5. Koziol JA, Clark DC, Gittes RF, Tan EM: The natural history of interstitial cystitis: a survey of 374 patients. J Urol 1993, 149:465469.

6. Simon LJ, Landis JR, Erickson DR, et al.: The interstitial cystitis data base study: concepts and preliminary baseline descriptive statistics. Urology 1997, 49(Suppl 5A):6475.

7. Wenninger K, Heiman JR, Rothman I, et al.: Sickness impact of chronic nonbacterial prostatitis and its correlates. J Urol 1996, 155:965968.

8. McNaughton CM, Pontari MA, OLeary MP, et al.: Quality of life is impaired in men with chronic prostatitis: the Chronic Prostatitis Collaborative Research Network. J Gen Int Med 2001, 16:656662. An excellent study demonstrating the profound effects of prostatitis upon health-related quality-of-life issues.



Meine Symptome ab 2001
- eitriger Ausflu
- postejakulativer Schmerz,
- bersensibilisierung der Haut im gesamten Gentitalbereich (stndig brennender Schmerz)
- uere Entzndungen (ekzemartig an Penis, Hoden), sehr schmerzhaft bei Bewegung
- drckende Schmerz in Damm, Leisten
...sind inzwischen alle um 90-95% reduziert.

Gru
Olaf
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Gast






BeitragVerfasst am: 01.08.05, 14:40    Titel: Schmerzen im Dammbereich Antworten mit Zitat

Hallo Olaf,

du sagst, deine Beschwerden htte sich zu etwa 90 % eingestellt. Bist du denn noch in Behandlung? Bei mir sieht es im Augenblick so aus: Das Brennen im Penis ist fast komplet weg, nur wenn ich in mich "hineinhorche", spre ich manchmal noch etwas. Was mich beschftigt: Ich verspre manchmal, vllig unvermittel und daher berraschend, einen (mittelstarken) Schmerz im Analbereich...als ob etwas aus mir herausmchte (bitte an dieser Stelle keine Schenkelklopfer Smilie) . Ich knnte mich damit abfinden, um nicht schon wieder Antibiotike schlucken zu mssen (brigens hat der Urologe bei mir noch nie eine Ejakulatuntersuchung gemacht). Du sprichst von Schmerzen im Dammbereich, vielleicht hast du ja hnliche Erfahrungen gemacht. Mich wrde dein persnlicher Tipp interessieren: Noch einmal zum Urologen gehen oder sich mit dem Status Quo (der im Moment akzeptabel wre) arrangieren?
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Olaf Urban
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 24.11.2004
Beitrge: 1191
Wohnort: HH

BeitragVerfasst am: 02.08.05, 18:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
in Behandlung nach herkmmlichem Sinne (Arzt diagniostiziert - Arzt verordnet) bin ich nicht. Ich vollziehe aber eine Reihe therapeutischen Manahmen wie Beckenboden- Stretching, progressive Entspannung, Triggerpunktmassage, Quercetin usw. selbstndig experimentell und konsultiere rzte zumindest im Zusammenhang mit CP/CPPS nur noch bei Detailfragen.
Die von dir beschriebenen Schmerzen im Analbereich sind ein oft anzutreffendes Symptom bei CP/CPPS. Dauer und Intensitt dieser Schmerzen knnen variieren. Das einzige plausiblere z.T. wissenschaftlich fundierte Erklrungsmodell fhrt diese Schmerzen auf Verspannungen in der Becken-/Beckenbodenmuskulatur (insbesondere der Muskeln levator ani, coccygeus vgl. http://www.pelvicpainhelp.com/physical_therapy.html ) zurck. Eine Wirkung von Antibiotika dagegen ist vor diesem Hintergrund eher anzuzweifeln und mir nicht bekannt.
Mit den bisher bei dir vorgenommenen Diagnose- und Therapieversuchen sind die Mglichkeiten, sofern deine Beschreibung vollstndig ist, nicht ausgeschpft. Es wre sinnvoll zunchst abzuklren, ob Keime, die zumindest im Verdacht stehen CP zu verursachen (Chlamydien, E.Coli, Myko- und Ureaplasmen), vorliegen und ggf. mit geeigneten Methoden zu beseitigen ( siehe
http://www.medizin-forum.de/phpbb/viewtopic.php?t=24054&sid=897e0e5ef3345f476d9f4f93ab5cccd0&partner=prostatitis ). Falls nur unbedeutende Bakterien gefunden werden bzw. Antibiotika nicht nachhaltig wirken, wre es sinnvoll eine nichtbakterielle tiologie zu unterstellen und entsprechende Methoden anzuwenden.
Gru
Olaf
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Petergloor
DMF-Mitglied


Anmeldungsdatum: 22.04.2005
Beitrge: 40
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 04.08.05, 20:25    Titel: Antworten mit Zitat

Olaf Urban hat folgendes geschrieben::
Hallo ...,
Die Forschungsergebnisse der letzten Dekade haben gezeigt, da Bakterien keine oder nur selten eine wesentliche Rolle bei der Enstehung von CP/CPPS spielen. In der Mehrheit der Flle bedeutet eine professionelle CP/CPPS- Behandlung daher eher kein bzw. nur begrenzt ABX einzusetzen
O. Urban


Olaf
Was ich nicht verstehe, ist, dass die Schulmediziner, die wir alle ja besuchen, immer nur von Antibiotika reden und es verschreiben. Die Urologen haben sicher unter allen typischen Patienten eher eine Minderheit an solchen wie uns, sondern sind vollauf mit Nieren- und Blasen-Geschichten aller Art beschftigt. Aber trotzdem, verstndlich ist die Indifferenz gegenber unserer Krankheit keinesfalls.
Peter
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Olaf Urban
DMF-Moderator


Anmeldungsdatum: 24.11.2004
Beitrge: 1191
Wohnort: HH

BeitragVerfasst am: 05.08.05, 16:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Peter,
ich kann deine uerung nur mit Einschrnkung besttigen. Die "schulmedizinische" Sicht lt sich nicht allein auf bakterielle Erklrungsmodelle und Antibiotika (ABX) reduzieren. Phytopharmaka, Triggertherapie, progressive Entspannung, Thermotherapie usw. usw. sind Methoden die ebenfalls diesem Bereich zuzuordnen sind und es sind "Schulmediziner" gewesen, die den irrefhrenden Begriff der "Prostatitis", unter dem man wesentlich eine bakterielle Entzndung verstand, in Frage gestellt haben. Da das Interesse an CP/CPPS beschrnkt ist und da neue eventuell erfolgreichere Perspektiven und Methoden kaum in die gemeine urologische Praxis vordringen, sollte man keinesfalls nur den Urologen vorwerfen.
Nach meiner Auffassung existiert ein komplexes Geflecht von Grnden, die die Entwicklung behindern. Hier ein paar davon:
- traditionelle Bevorzugung bakterieller Erklrungsmodelle bei rzten und Patienten (hufige Abneigung, gegen nichtbakterielle sowie komplexe multikausale Erklrungen),
- etablierte von KK finanzierte Therapien basieren hauptschlich auf ABX,
- neue Methoden sind z.T. nicht kompatibel mit etablierten urologischen Ausbildungsstandards (z.B. gehren manual- und psychotherapeutische Methoden, die im Rahmen, des Stanfordprotocols genutzt werden, nicht oder nur selten zum Repertoire von Urologen),
- Umsetzung neuer Methoden in der Behandlung ist kosten- und zeitaufwendig,
- Nachfrage gering (CPPS betrifft vielleicht nur 3% der Mnner),
- Sparzwang im Gesundheitswesen,
- geringer Organisationsgrad, kaum ffentlichkeitswirksames Engagement der Betroffenen
- wenig Solidaritt unter den Betroffenen
Gru
Olaf
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